BERLINER SCHÄTZE

BERLINER SCHÄTZE
Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité
Samstag, 18.02.2012 | 10 bis 18 Uhr kostenloser Eintritt mit dem Kennwort "Ich steh auf Spree"
Achtung: Altersbeschränkung! Wegen der besonderen Wirkung der Präparate haben Jugendliche, die das 16.
Lebensjahr noch nicht vollendet haben, Zutritt zum Museum nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten.

Das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité (kurz: BMM) ist berühmt für seine pathologisch-anatomische Sammlung. Ein medizin- und kulturgeschichtlich außerordentlich bedeutsamer Bestand menschlicher Feucht- und Trockenpräparate. Die reiche Sammlung geht zurück auf den Berliner Arzt, Sozialmediziner, Politiker und Pathologen Rudolf Virchow (1821-1902). Im Jahre 1856 übernahm Virchow den neu geschaffenen Lehrstuhl für Pathologie an der Berliner Universität und die Leitung eines eigens errichteten Pathologischen Instituts auf dem Gelände der Charité. Bis zur Jahrhundertwende baute er seine Sammlung auf über 20.000 Präparate aus. Virchows Idee war es, jede damals bekannte Krankheit an ihrem typischen Krankheitsort sowie an weiteren Organen, die befallen werden können, in ihren charakteristischen Stadien und eigentümlichen Verläufen zu dokumentieren.

Für seine weltweit einzigartige Sammlung erhielt Rudolf Virchow schließlich auf dem Gelände der Charité ein eigenes „Pathologisches Museum“ – fertig gestellt und eingeweiht 1899 als erster Baukörper des neu zu errichtenden Instituts für Pathologie. Die gesamte Ausstellungsfläche von 2000 m² gliederte sich in drei Geschosse für die Lehr- und Studiensammlung sowie in zwei Ausstellungsebenen, die Virchow als Schausammlung bewusst der Öffentlichkeit zugänglich machte.
Nach der Dezimierung der Sammlung durch verheerende Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg wurde die Sammlung allmählich wieder aufgebaut, so dass heute etwa 10.000 Präparate den Grundstock des Objektbestands im BMM ausmachen. Der Wunsch, die Präparate wieder öffentlich zu präsentieren, nahm Ende der 1970er Jahre konkretere Formen an. Erste Schauvitrinen wurden auf den Gängen des Instituts für Pathologie sowie im Museumsgebäude aufgestellt und mit einschlägigen Objekten bestückt. Mit der deutschen Wiedervereinigung wandelten sich Name und Konzept des Projekts. Wiedereröffnet 1998 unter der Bezeichnung Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité folgt das Museum dem Anspruch, die Entwicklung der Medizin in den letzten drei Jahrhunderten im Allgemeinen, aber auch zurückgebunden an das besondere Berliner Beispiel im Besonderen zu veranschaulichen.

Seine neue Dauerausstellung führt die Besucher seit Ende 2007 vom Anatomischen Theater durch den Seziersaal des Pathologen und die Labore des 19. und 20. Jahrhunderts in einen historischen Krankensaal. Als „Schaufenster der Charité“ will das Museum überdies vor allem in seinen Wechselausstellungen Synthesen zwischen den historischen Wurzeln und der aktuellen medizinischen Forschung, Lehre und Krankenversorgung präsentieren.
Das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité ist inzwischen zu einer weltweit geachteten und nachgefragten Einrichtung seiner Art geworden. Rund 90.000 Gäste aus dem In- und Ausland besuchten das Museum allein im Jahr 2010. Gerade Schüler höherer Jahrgangsstufen sowie Auszubildende und Studierende in medizinischen Berufen, aber auch sehr viele interessierte Laien nutzen die verschiedenen Ausstellungen, um sich über medizinische sowie kultur- und wissenschaftsgeschichtliche Zusammenhänge zu informieren. In ihrer Einzigartigkeit stellt die Einrichtung eine besondere Attraktion der Berliner Museumslandschaft dar.

Ausstellung: ILANA HALPERIN. STEINE
Zum ersten Mal nimmt sich eine ambitionierte künstlerische Einzelausstellung der Verbindung von Körpersteinen und Geologie an; es geht um neue Landmassen, die innerhalb und außerhalb des Körpers entstehen. Steine zieht ihre Inspiration aus der Verknüpfung zweier ganz unterschiedlicher Geologien: der physischen Geologie des menschlichen Organismus und der natürlichen Geologie jener Welt, die uns umgibt.
Wesentliche Anregungen hat die im schottischen Glasgow ansässige Künstlerin Ilana Halperin aus der Steinsammlung des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité bezogen. Diese Kollektion geht zurück auf die beiden Berliner Anatomen des 18. Jahrhunderts, Johann Gottlieb Walter und seinen Sohn Friedrich August Walter, die sich seinerzeit als eine Art Körpermineralogen verstanden. Bis heute wird die Museumssammlung durch Körpersteinzuwächse aus unterschiedlichen Quellen erweitert. Ilana Halperin hat aus ihrer Auseinandersetzung mit diesen Objekten in jüngster Zeit etliche neue Werke geschaffen. Diese beinhalten Stiche, Holzschnitte, Aquarelle, eine Videoarbeit sowie neuartige Skulpturen, die in geothermalen Becken der Badeanlage Blue Lagoon in Island geschaffen wurden. Zusammen mit plastischen Werken, die Halperin in den kalzifizierenden Quellen von Saint-Nectaire in Frankreich fertigte, kreisen diese Arbeiten im Zentrum um eine Geologie, die sowohl im Körper von Mensch und Tier als auch in der freien Natur geformt wird. Überdies werden in der Ausstellung geologische Objekte aus dem Museum für Naturkunde Berlin und dem Hunterian Museum, Glasgow, zu sehen sein. Gezeigt werden außerdem als ältestes Objekt der Welt der Allende Meteorit sowie der größte bislang bekannt gewordene Harnblasenstein.
Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité

Adresse: Campus Charité Mitte, Charitéplatz 1
(Geländeadresse: Virchowweg 17), 10117 Berlin
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- - - ACHTUNG: BVG-WARNSTREIK - - -
Es fahren am Samstag keine U-Bahnen, Trams und Busse. Nutzen Sie für die Anreise die S-Bahn! Mit allen S-Bahnen, die auf der zentralen Ost-West-Bahnachse verkehren, gelangen Sie zum S-Bahnhof Hauptbahnhof. Vom Hauptbahnhof sind Sie zu Fuß ca. 20 Minuten unterwegs. Sie verlassen den Bahnhof durch den Ausgang "Europaplatz", gehen über diesen und sind auf der Invalidenstraße. Hier wenden sich nach Osten (nach rechts) und gehen bis zur Sandkrugbrücke. Hinter der Brücke, rechts führt ein Fußweg an der Spree entlang direkt zum Museum.
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr; Mittwoch und Samstag von 10 bis 19 Uhr; montags geschlossen; an Feiertagen geöffnet (außer Weihnachten einschl. Heiligabend, Silvester und Neujahr)
Eintritt für Dauer- und Sonderausstellung: Erwachsene 7 Euro; ermäßigt 3,50 Euro
Alterbeschränkung: Wegen der besonderen Wirkung unserer Präparate haben Jugendliche, die das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, in aller Regel Zutritt zum Museum nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten.
Mehr Informationen finden Sie auf der Homepage des Museums: www.bmm.charite.de




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