BERLIN

BERLINER SCHÄTZE
Bauhaus-Archiv

Die Sammlung Bauhaus - Originale der Klassischen Moderne
Das Bauhaus-Archiv/Museum für Gestaltung in Berlin erforscht und präsentiert Geschichte und Wirkungen des Bauhauses (1919–1933), der bedeutendsten Schule für Architektur, Design und Kunst im 20. Jahrhundert.
Die Sammlung Bauhaus zeigt das gesamte Spektrum der Schule: Architektur, Möbel, Keramik, Metall, Fotografie, Bühne und Arbeiten aus dem Vorkurs sowie Werke der berühmten Lehrer Walter Gropius, Johannes Itten, Paul Klee, Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Josef Albers, Oskar Schlemmer, László Moholy-Nagy und Ludwig Mies van der Rohe. Noch heute sind die »Bauhausleuchte«, der »Wassily« Sessel oder die »Bauhaus-Tapete« moderne Klassiker.
Die Präsentation von Gemälden, Zeichnungen, Plastiken und Modellen der Meister und Schüler des Bauhauses in der weltweit umfangreichsten Sammlung belegen den nachhaltigen Einfluss des Bauhauses.
Sonderausstellungen sowie zahlreiche Vorträge, Podiumsdiskussionen, Workshops, Lesungen und Konzerte ergänzen das Museumsprogramm.
Pressemitteilung
Hajo Rose: Bauhaus Foto Typo
15. September – 8. November 2010

„Endlich ein Haus aus Stahl und Glas!“ So begeisterte sich Hajo Rose (1910 – 1989) für das Dessauer Bauhaus-Gebäude, als er dort 1930 sein Studium begann. Zeit seines Lebens vertrat Rose die Methoden des Bauhauses: als Künstler und Fotograf sowie als Dozent in Amsterdam, Dresden und Leipzig.
Hajo Rose zählte zur jüngsten Schülergeneration des Bauhauses. Sein Werk ist vielfältig und reicht von Gebrauchsgrafik bis zu freien künstlerischen Werken. Parallel dazu entstand ein umfangreiches fotografisches Oeuvre. Einige dieser Aufnahmen zählen heute zu den Ikonen der Bauhausfotografie, etwa Roses Selbstbildnis vor der Bauhausfassade oder die Bauhäuslerin Michiko Yamawaki am Webstuhl. In diesem Jahr wäre Hajo Rose 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass widmet ihm das Bauhaus-Archiv Berlin die erste Retro-spektive mit ca. 80 Arbeiten aus den Bereichen Fotografie und Typografie unter dem Titel „Hajo Rose. Bauhaus Foto Typo“. Die Ausstellung ist vom 15. September bis 8. November 2010 zu sehen.

Hajo Rose experimentierte mit den verschiedensten Materialien und Techniken. Die Foto-montage seines Selbstportraits vor der Fassade des Dessauer Bauhauses, der Surrealismus seiner Fotografie „Seemannsbraut“, sowie die Stoffdruckmuster, die er mit der Schreib-maschine gestaltete, stehen exemplarisch für den außergewöhnlichen Ideenreichtum des Künstlers. Auch an einer Werbekampagne für Jenaer Glas wirkte er mit– dieses erste herdtaugliche Haushaltsglas stand für modernes Produktdesign und zählt bis heute zu den Küchen-Klassikern.
Unmittelbar vor der Schließung des Bauhauses erhielt Hajo Rose als einer der letzten sein Abschlussdiplom. Die nachfolgenden Stationen prägten seine Biographie, die ein be-sonderes Beispiel für die Migrationsgeschichte vieler Bauhäusler nach 1933 darstellt: Nach einjähriger Assistenz im Berliner Büro von László Moholy-Nagy emigrierte Hajo Rose 1934 gemeinsam mit seinem Bauhaus-Kollegen Paul Guermonprez in die Niederlande. Dort arbeitete er als Werbegrafiker und unterrichtete an der Amsterdamer "Nieuwe Kunstschool“. Auf der Weltausstellung in Paris 1937 wurde sein Plakat „Amsterdam“ ausgezeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Rose als Gebrauchsgrafiker, Fotograf und Lehrer in Dresden und Leipzig tätig. Auch in der DDR setzte er sich für die Ideen des Bauhauses ein, das dort bis Mitte der 1960er Jahre als bourgeois und formalistisch galt. Rose trat aus der SED aus und nahm den Verlust seiner Tätigkeit als Dozent in Kauf. Fortan arbeitete er als einer der wenigen freiberuflichen Grafiker in der DDR. Im Alter von 79 Jahren verstarb Hajo Rose – kurz vor dem Mauerfall.
Gastkuratorin unserer Ausstellung ist die junge Wissenschaftlerin Ulrike Staroste. Sie studiert Kunstwissenschaft an der Technischen Universität Berlin und arbeitete im Rahmen ihres Studiums die Hajo Rose-Bestände des Bauhaus-Archivs systematisch auf.

Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung
Klingelhöferstraße 14 | 10785 Berlin
Verkehrsverbindungen
mit der U-Bahn, Haltestelle Nollendorfplatz
mit den Buslinien 100, M29, 187 und 106, Haltestelle Lützowplatz
Eintrittspreise
Erwachsene Mi, Do, Fr. 6,- € / Sa, So, Mo 7,- €
ermäßigt Mi, Do, Fr. 3,- € / Sa, So, Mo 4,- €
Öffnungszeiten
Mittwoch bis Montag 10-17 Uhr, dienstags geschlossen
Weitere Informationen: www.bauhaus.de




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