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BERLIN

 

BERLINER SCHÄTZE     |     BISHERIGE BERLINER SCHÄTZE IM ÜBERBLICK

BERLINER SCHÄTZE
Museum für Kommunikation

Das Museum für Kommunikation Berlin

Das Museum für Kommunikation Berlin wurde 1872 als erstes Postmuseum der Welt gegründet. Auf Anregung des damaligen Generalpostmeisters Heinrich von Stephan entstand zwischen 1893 und 1898 ein prunkvoller, repräsentativer Bau in der Leipziger Straße/Ecke Mauerstraße, wo das Museum fortan seinen Sitz hatte. Seit seiner Eröffnung durchlief das Haus eine wechselvolle Geschichte: Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Haus geschlossen und in den letzten beiden Kriegsjahren durch Bombentreffer stark beschädigt. 1958 konnte das Museum als Postmuseum der DDR in behelfsmäßig hergerichteten Räumen wieder eröffnet werden. Westberlin gründete 1966 das „Berliner Post- und Fernmeldemuseum“ an der Urania. Nach verschiedenen Umbauetappen, die immer wieder eine Schließung des Ostberliner Museums erforderten, und einer behutsamen Renovierung des Museumsgebäudes nach modernen, denkmalpflegerischen Gesichtspunkten, konnte das Haus schließlich am 17. März 2000 als Museum für Kommunikation Berlin wiedereröffnet werden.

Mit seiner Dauerausstellung macht das Museum die Herkunft, die Entwicklung und die Zukunftsperspektiven der Informationsgesellschaft erleb- und begreifbar. Attraktive Wechselausstellungen richten den Blick auf die unterschiedlichen Aspekte von Kommunikation.

 

„Das Museum versteht sich als Ort der Begegnung, des Austauschs und der Unterhaltung, als Anstifter zur Kommunikation“, sagt die Direktorin des Hauses, Frau Dr. Lieselotte Kugler. Ein Lichtspiel aus wechselnden Worten, das in blauer Neonschrift über die historische Gebäudefassade läuft, weist die Besucherinnen und Besucher sowie Passanten bereits auf die kommunikative Botschaft des Hauses hin. Diese wird an der Fassade nicht nur sicht-, sondern auch hörbar: Entlang des Hauses geben zwei experimentelle Musikstücke des Jazzkomponisten Hannes Zerbe die Schlagworte der modernen Kommunikation wieder.

Im zentralen Raum des wilhelminischen Baus, dem Lichthof, fordern die drei Roboter „KOMM-REIN!“, „ALSO-GUT!“ und „MACH-MIT!“ zu Kommunikation und Interaktion auf. Sie empfangen die Gäste und kommunizieren untereinander sowie mit den Besucherinnen und Besuchern. „KOMM-REIN!“ begrüßt, „ALSO-GUT!“ informiert über die Geschichte des Hauses, „MACH-MIT!“ schließlich animiert mit einem Ball zum Spielen.

In der im Untergeschoss gelegenen Schatzkammer erzählen mehrere Stationen in geheimnisvoller Atmosphäre Geschichten zu den berühmtesten und kostbarsten Exponaten des Museums. Dazu gehören unter anderem der mit den Kosmonauten ins All gereiste „Kosmos-Stempel", die ersten Telefonapparate von Philipp Reis und die berühmtesten Briefmarken der Welt, die blaue und die rote Mauritius.

Die interaktiven Themengalerien im ersten und zweiten Obergeschoss führen in zentrale Fragen der Kommunikationsgeschichte ein. Die Sammlungssäle erweitern diese Aspekte um technische und historische Exponate und Informationen. Die Themengalerien  reifen beispielsweise die Veränderungen von Wahrnehmung und sozialer Interaktion durch das Telefonieren auf, die Sammlungssäle hingegen die historische Entwicklung des Telefons als massenhaft hergestelltes und genutztes Kulturgut.

Im zweiten Obergeschoss befindet sich auch die Computergalerie mit kostenlosem Internetzugang. Dort kann das Publikum den Umgang mit dem Computer als Werkzeug erproben: beim Surfen und Chatten, beim Sammeln von Informationen und  Ausprobieren von Lernspielen oder bei einem virtuellen Museumsrundgang.

Das Museum vermittelt nicht nur Inhalte der Kommunikation, sondern versteht sich selbst auch als Ort der Kommunikation. Seine Räume stehen für vielfältige museumseigene Veranstaltungen sowie für Events unterschiedlichster Ausrichtung zur Verfügung. Das von Sarah Wiener betriebene Museumscafé „DAS KAFFEEHAUS“ mit seiner schönen Terrasse sowie der Museumsshop runden das Serviceangebot ab.

Ausgewählte Highlights der Dauerausstellung

1. In den Sammlungssälen
Briefkasten Preußen von 1850, Gusseisen
Dieser Typ hat sich bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts bewährt. Er hat einen Einsatzkasten, der bei jeder Leerung ausgetauscht wird.

Feldpoststempel der Grande Armée Napoleons, um 1810
Feldpoststempel wurden das erste Mal 1706 während des Spanischen Erbfolgekrieges verwendet. Frühe Stempel geben nur die Armee an, später wurden auch Truppenteile und Feldpostämter genannt. Klassisches Beispiel hierfür sind die Stempel der Grande Armée Napoleons.

Bell-Telefon, Bell Telephone Company, USA, 1877
Mit den ersten nach Deutschland gelangten Bell-Telefonen führte Heinrich von Stephan am 26. Oktober 1877 Versuche zwischen dem Generalpostamt in der Leipziger Straße und dem Generaltelegrafenamt in der Französischen Straße durch. Die von Stephan benutzten Telefone waren Leihgaben aus London, sie kamen 1889 als Geschenk ins Reichspostmuseum.

Edison Standard Phonograph, Thomas & Edison, 1892
1877 stellte Thomas A. Edison in New York seine erste „sprechende“ Maschine vor. Er befestigte dazu einen Stichel an einer Membran, die er über einen Trichter besprach. Der durch die Membran in Schwingung versetzte Stichel schnitt in eine gespannte Stanniolfolie, die sich auf einer Walze drehte, feine Rillen in unterschiedlicher Tiefe. Mit einem anderen Stichel wurde diese Tiefenschrift abgetastet. Zum ersten Mal war es gelungen, Stimmen zu konservieren. Erfolgreich wurde diese Technik aber erst, als die Folie 1888 durch Wachswalzen ersetzt wurde, die selbst und mehrfach bespielt werden konnten.

2. Das älteste Exponat
Hibeh-Papyrus. 259-253 v. Chr., Papyrus
Die Urkunde ist das übrig gebliebene Stück eines Kurstagebuches, das ein griechischer Postbeamter in einem Postamt Mittelägyptens geführt hat. Ankunft und Abgang der Post wurden präzise auf der Rolle vermerkt.

3. Die schwersten Exponate
Kabelverzweiger, 300 kg
Kameras 140 kg, 194 kg, 219 kg


4. Kuriosa
Eng beschriebene Postkarten
Postkarten fördern Schreiblust. Regelmäßig erhielt der Generalpostmeister Heinrich von Stephan Karten mit Tausenden winziger Schriftzeichen von experimentierfreudigen Zeitgenossen.

Telegrafenkabel mit Rattanbewehrung

Die frühen Telegrafenleitungen konnten nur als oberirdische Leitungen mit Masten und Isolatoren gebaut werden. Für die Verlegung unterirdischer Leitungen musste erst ein geeignetes Material entdeckt werden. Seit 1847 gelang es, das Baumharz Guttapercha nahtlos aufzubringen, für den zusätzlichen Schutz gegen mechanische Beschädigungen wurde mit unterschiedlichen Materialien experimentiert. Dazu gehört unter anderem Rattan, das heute vor allem in der Möbelindustrie und bei Teppichklopfern verwendet wird.

Museum für Kommunikation
Leipziger Straße 16 | 10117 Berlin-Mitte
Telefon (030) 202 94 0 | Telefax (030) 202 94 111
E-Mail mfk-berlin@mspt.de | www.mfk-berlin.de

Öffnungszeiten:
Dienstag: 9–20 Uhr | Mittwoch bis Freitag 9–17 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertag 10–18 Uhr
Montag sowie am 24., 25. und 31.12. geschlossen
Geöffnet auch Ostermontag, Pfingstmontag, am 1.1., 1.5. und am 3.10.

Eintritt:
normal: 3 EUR | ermäßigt: 1,50 EUR
Leihgebühr Audioguide (deutsch/ englisch): 1,50 EUR
Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 15 Jahre sowie betreute Schulklassen, freitags von 9–12 Uhr für Gruppen. Ermäßigter Eintritt für Jugendliche ab 16 Jahre, Teilnehmer/-innen an Führungen, Schüler/-innen, Studierende, Auszubildende und Gruppen ohne Führung ab 15 Personen.

Verkehrsverbindungen:
U-Bahn U 2 Mohrenstraße, U 6 Stadtmitte
Bus M48, 200, 347

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