BERLIN

Berliner Schätze
Das Zuckermuseum im Wedding

Das heutige Zuckermuseum wurde am 1. Juni 1901 gegründet und endgültig am 8. Mai 1904 eröffnet. Seit mitte der 80er Jahre wurde das Museum wieder stärker in den Blickwinkel der Öffentlichkeit gerückt. Am 1.Juli 1988 wurde dann durch den Beschluß des Abgeordnetenhauses von Berlin das Zuckermuseum zum Landesmuseum erkoren. Seit dem 1. November 1995 ist das Zuckermuseum Teil des Museums für Verkehr und Technik im Ortsteil Wedding vom Großbezik Mitte in Berlin und seit Januar 2001 Mitglied der ‚Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin und Zuckermuseum’.
Die EXPONATE rund um die ZUCKERGESCHICHTE
Das Zuckermuseum im Wedding bietet dem Besucher an vier Tagen in 11 Abteilungen einen "gezuckerten Streifzug" durch die nicht immer so süße Weltgeschichte, von der Geschichte der sklavenbetriebene Zuckerrohrquetsche bis zur industriellen Zuckerraffinade.

Die Schausammlung ist thematisch in folgenden Abteilungen gegliedert:
1. Kulturgeschichte, 2. Zuckerrohr, 3. Kolonialzucker für Europa, 4. Plantagenwirtschaft / Sklavenwirtschaft, 5. Zuckerrübe Königin der Feldfrüchte, 6. Rübenanbau, 7. Rübenverarbeitung / Zuckergewinnung, 8. Nebenprodukte und deren Verwertung, 9. Was wäre die Welt ohne Zucker, 10. Zuckerkonsum, 11. Ohne Zucker kein Alkohol
In den räumlich unterteilten Abteilungen und Themenbereichen kommt man von der Kulturgeschichte zur Entdeckung des Zuckerrohrs vor über 15.000 Jahren, weiter geht es über den Kolonialzucker für Europa bis zur Plantagenwirtschaft, die mit der Sklavenwirtschaft einhergeht und unbarmherzige Bilder und quahlvolle Gegenstände der Gewalt des Drills aufzeigt. Im fünften Abschnitt kommt die Erfindung der Zuckerrübe als Königin der Feldfrüchte zu Ehren. Durch den Rübenbau, deren Verarbeitung und des Produktes, die Zuckergewinnung verändert sich die Weltwirtschaft im 18. Jahrhundert. Vor über 250 Jahren hat unser bereits beschriebener Andreas Sigismund Marggraf dann unseren Zucker in der Rübe entdeckt, der im Wedding nochmals im Kapitel Heimatmuseum durch die Quelle an der Panke zur Spra-che kommt. Sein Nachfolger und ehemaliger Schüler Franz Carl Achard führte sein Werk fort und stellte in Berlin-Kaulsdorf Versuche zur Gewinnung von Rübenzucker an. In der Ausstellung des Zuckermuseums wird der überzeugende Beweis ein geschichtlich umwälzenden Entwicklung diesen „süßen Stoffs“ erbracht und bildhaft interessant erläutert. Dem interessierten Betrachter wird erläutert, wieviel Aufwand nötig war, bis aus einer dunklen Zuckerrübe ein feinkristallisiertes weißes Zuckerstück entstand. In den reichhaltigen und liebevoll präsentierten Sammlungen internationaler Exponate "rund um die Produkte des Zuckers" wird uns ein lebenswichtiges Nahrungs- und Versüssungsmittel kulturgeschichtlich wieder lebendig gemacht.

So wird der Rohrzucker mit den unbarmherzigen Geschichte der Sklaverei mit Bildern und Gegenständen gezeigt, bevor es zum Rübenzucker kam, der Deutschland, Frankreich, England und die meisten europäischen Ländern von Amerika und Indien unabhängig machten. Nicht zu Vergessen sind auch die Nebenprodukte des Zuckers, die Melasse und Bagasse, aus dem Brennstoffe, Spanholzplatten und Zeitungspapier hergestellt wird. Kalorienarme Ersatzprodukte wie Süßstoffe werden genauso vorgestellt wie Alkohol, dafür wurde noch ein Extraraum eingerichtet, denn ohne Zucker kein Alkohol oder kein Bier, - und damals gab es ohne Zuckerrohr auch kein Rum!
Dem Besucher werden eine Vielzahl von Objekten aus allen mit Zucker zusammenhängenden Bereichen vorgestellt, vom naturwissenschaftlichen, technologischen Gebieten bis hin zur Landwirtschaftlichen, Sozialgeschichtlichen und der Kunst und sie umfasst Sammlungen aus den verschiedensten Bereichen des Zuckerstoffs ob in der Ernährungswissenschaft, Landwirtschaft und Botanik.So sind hier Modelle der ersten Zuckerfabrik, in der bereits 1801 die einheimische Zuckerproduktion aus Rübenzucker durch Achard begann, sowie große historische Quetschen und eine bolivianische Rohrzuckermühle zu bestaunen. Ebenso sind historische Werkzeuge aus dem Zuckerrübenanbau sowie Zeugnisse der ganzen Kulturgeschichte des Zuckers zu sehen. Zur wertvollen Sammlung gehören außerdem Zuckergefäße aus Silber- und Porzellan des Barocks und der Biedermeierzeit, die bei kleineren und grös-seren Anlässen bei der adligen Gesellschaft auf den Tisch kamen.

Auch für die Kinder ist erfreulich zu wissen, dass Zucker in Maßen genossen nicht nur eine süße Naschangelegenheit ist, sondern auch ein notwendiger Bestandteil unserer Nahrung, denn ohne Zucker kann kein Lebewesen auf dieser Welt existieren!
Für weitere spezielle Themen haben die Besucher und Fachlich interessierte Gruppen die Möglichkeit zu Film- oder Diavorträgen:
In der Zeit ab 12.45 Uhr und 15.45 Uhr
Mittlerweile zählt das Zuckermuseum jährlich zehntausend Besucher. Auch Sonderausstellungen, beispielsweise zu Briefmarken mit Zuckermotiven aus aller Welt, wurden ein Erfolg. Für die lange Nacht der Museen wurden für über 1500 Zuschauer gar Theatervorstellungen zum Thema des wertvollen süßen Stoffs abgehalten und der Leiter Dr. Nickl bereitete selbst eine original Feuerzangenbowle zu. Ein Besuch im Zuckermuseum sorgt für Überraschung: Hier wird eine Bündelung von aktuellen und historischen Vorkommnissen in einem einzigartigem Museum rund um den Zucker konzentriert und augenfällig vorgestellt, wie es dies auf der Welt ein zweites mal nicht gibt. Für die Zukunft geplant ist u.a. ein zusätzlicher Aktionsraum, den Schulklassen nutzen können und eine engere Zusammenarbeit mit der Zuckerfabrik (Veranstaltungen zur Zuckerherstellung ist geplant).
Geleitet wird das Museum von Diplombiologe Herr Dr. Nickl, der nach einem Biologie- und Chemie-Studium und dem 1. und 2. Staatsexamen für das höhere Lehramt auch schon seine Promotion dem weiten Thema Zucker widmete: „Zuckerstoffwechsel der Grünalge“.

Zucker-Museum
Amrumer Straße 32 | 13353 Berlin-Wedding
Telefon: 030 / 314 275 74 | Fax: 030 / 314 275 86
E-Mail: zuckermuseum@sdtb.de
http://www.sdtb.de
Öffnungszeiten:
Montag - Donnerstag: 9.00 - 16.30 Uhr
Sonntag: 11.00 - 18.00 Uhr
Freitag/Samstag: geschlossen
Verkehrsverbindungen:
U9 (Amrumer Straße)
U6 (Seestraße)
Tram M 13, 50
Der Eintritt ist frei.
Weitere Details unter:
http://www.sdtb.de/Besucherinformationen.1070.0.html




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