BERLIN

Prince – Wunder in der Waldbühne
Es gibt Konzerte, die sind grottenschlecht, es gibt Konzert, die sind naja und es gibt gute Konzerte. Ganz, ganz selten geschehen Wunder. Gestern ist eins passiert - in der Berliner Waldbühne.
Es waren natürlich Fans da, Fans, die „Symbol“ als Tatoo auf der Wade oder auf der Schulter oder wenigstens auf dem T-Shirt trugen. Junge Leute, sogar Kinder und cool gebliebene Mittvierziger Marke grauer Wolf, die alle zusammen eine Riesenparty feierten. Die Fans, das zeigte die Kamera der Großbildleinwand, konnten die Hits textsicher mitsingen.
Denn diesen Gefallen hat Prince seinem Berliner Publikum getan, er präsentierte seine großen Erfolge aus dreißig Jahren Showbusiness. Mit „Delirious“ riß er die Waldbühne gleich zu Beginn in seinen Bann und die Spannung hielt bis zum Schluss zu „Kiss - You don’t have to be rich to be my girl“ und natürlich „Purple Rain“, wo die Waldbühne in ein tiefes purpurfarbenes Licht getaucht war.
Ohne Mätzchen stand die Musik im Mittelpunkt. Begleitet von hervorragenen Musikern und Background-Sängerinnen bescherte Prince seinem Publikum fast drei musikalische Sternstunden. „Nothing Compares to You“ im Duett mit einer stimmgewaltigen schwarzen Vocalistin kam in Gänsehaut verschaffender Intensität über die Rampe.

Da ließ der Künstler mal zwischendurch Gäste aus dem Publikum auf der Bühne eine Rund mittanzen. Dann wurde mal versucht, aus dem Berliner Publikum einen großen Chor zu bilden. Schmunzelnd meinte Prince dann „if you sing like that, this will be a long evening…“
Der früher als exzentrisch bekannte Künstler gab sich überraschend humorvoll, gelöst und souverän. Auf glitzernde Kostüme und Fantasieuniformen verzichtend, präsentierte sich Prince, schlank und kaum gealtert, in einem schlicht-eleganten weißen Outfit, das – soviel Narzismus muss sein – das eigene Konterfei zierte.
Auch das Wetter war wahrhaft prince-lich. Hingen gegen 19 Uhr noch düstere Gewitterwolken am Berliner Himmel, waren die kurz nach halb acht beim fast pünktlichen Start des Konzerts verschwunden und der Regen setzte erste nach 23 Uhr ein, als das Konzert vorbei war.
Viele standen noch mit winkenden Hände vor der Bühne, als der Künstler nach drei Zugaben schon längst entschwunden war und konnten sich gar nicht losreißen. Prince hatte sich rar gemacht und das Warten auf ihn hat sich gelohnt. Die rund 17000 Zuschauer in der Waldbühne haben den US-Ausnahmemusiker bei seinem einzigen Deutschland-Konzert zu Recht frenetisch gefeiert. Und Prince feierte sein Publikum.
Am 22. Juli erscheint das Musikmagazin „Rolling Stone“ mit seiner neuen CD, die nur auf diesem Weg erhältlich ist.
Fotos: Promo
Galeriefotos: Hörerreporter

30.06.2010 | Hamburg/Berlin
Neue CD von Prince gibt es als Beilage
Der US-Popstar Prince bringt in drei Wochen ein neues Album auf den Markt - Fans können die Platte jedoch nicht kaufen, sondern in Deutschland nur über das Magazin «Rolling Stone» bekommen.
Die Musikzeitschrift bringt die CD «20Ten» hierzulande am 22. Juli mit ihrem August-Heft exklusiv auf den Markt, wie die deutsche Ausgabe des internationalen Titels mitteilte. Der «Rolling Stone» hatte zuletzt eine durchschnittliche verkaufte Auflage von knapp 64 000 Exemplaren (1. Quartal 2010).
Es ist nicht das erste Mal, dass Prince einen ungewöhnlichen Weg wählt, seine Musik zu den Fans zu bringen. Im Jahr 2007 hatte er seine Platte «Planet Earth» der britischen «Mail On Sunday» beigelegt, die für umgerechnet rund zwei Euro am Kiosk zu haben ist. Erst danach kam das Album in den regulären Handel. Der Musiker sah die Aktion damals auch als Protest gegen die traditionelle Plattenindustrie, mit der er sich vor Jahren überworfen hat. Seitdem kümmert er sich in Eigenregie um den Vertrieb seiner Musik.

Seinen Schnitt hat der umtriebige Popstar sicher auch so gemacht: Die «Mail On Sunday» dürfte für das Album ordentlich gezahlt haben, außerdem war seine anschließende «21 Nights in London»-Tour schnell ausverkauft - auch hier gab es für jeden Besucher eine CD als Gratis-Gabe.
Wie Prince seine neue Scheibe außerhalb Deutschlands an die Fans bringen will, war zunächst unklar. Die belgische Tageszeitung «Het Nieuwblad» soll das neue Prince-Album dort bereits am 10. Juli im Heft haben.
Wie viele CDs der «Rolling Stone» verteilen und wie viel das Heft kosten wird, konnte ein Verlagssprecher noch nicht sagen. Ein normaler «Rolling Stone» kostet 5,50 Euro, inklusive einer CD mit thematisch zusammengestellten Songs - die Prince-Ausgabe werde vermutlich etwas teurer, hieß es.
www.rollingstone.de

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