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BOB DYLAN

- BIOGRAFIE -

Am 24. Mai 1941 wurde Robert Allen Zimmermann, alias Bob Dylan, in Dultuh (Minnesota) geboren. Zionist, Katholik und Dessous-Werber, Motorrad-Fahrer, Weichei und Rebell, Liebhaber und Vater, Genie und Idiot. Bob Dylan war und ist immer alles zugleich. Die einen mögen ihn, die anderen können nichts mit ihm anfangen. Bob Dylan polarisiert mit seiner Musik – mit seiner schnarrenden Stimme und dem für manche wenig eleganten klingenden Gitarrenspiel. Doch für viele ist Dylan wie ein Musikgott, der sein Können auf mittlerweile 32 Alben festgehalten hat.

 

Bob Dylan und der Rock’n’Roll
Bob Dylan ist ein Kind des Rock’n’Roll und verbrachte seine Jungend mit den Songs von Künstlern wie Chuck Berry, Buddy Holly und Little Richard. Auch für den jungen Elvis Presley  schwärmte er sehr. Bob Dylan saß vor dem Radio und versuchte dessen erste Stücke – wie z.B. „Blue Moon of Kentucky“ - sich auf Gitarre beizubringen. Bis 1992 spielte Dylan diesen Song auch noch auf seinen Konzerten.

Dylan – die ersten Schritte
Ende 1959 schrieb sich Dylan für einen Kunststudiengang mit dem Hauptfach Musik an der University of Minnesota in St. Paul ein. Dort besuchte er zwar keine Kurse, kam aber mit der Folkmusik von Pete Seeger oder Woody Guthrie in Berührung, die sein Schaffen stark inspirierten. Und zum Ärgernis seiner Eltern stand seit dem für Dylan fest, dass er Musiker werden will. Ein Jahr gaben sie ihm Zeit und sollte sich danach kein Erfolg einstellen, müsse er zurück an die Universität, um „etwas Richtiges“ lernen. Und wer hätte das vermutet: Nachdem er einige Zeit erfolgreich in kleinen Clubs aufgetreten war, machte er erste Schallplattenaufnahmen als Mundharmonikaspieler auf einem Album von Harry Belafonte. 1961 wurde dann John Hammond auf ihn aufmerksam und nahm Dylan für das Major-Label Columbia unter Vertrag.

Dylan - der Anfang:
Der Erfolg Bob Dylans Anfang der 60er Jahre fiel in eine Periode des politischen und gesellschaftlichen Wandels in Amerika. 1960 wurde John F. Kennedy zum Präsidenten gewählt. Die Zeit war geprägt von bedeutenden sozialen Reformen. Die Jugend politisierte sich zunehmend und auch die Bürgerrechtsbewegung wurde immer selbstbewusster. Mit nicht einmal 25 Jahren wurde Bob Dylan zu einer Symbolfigur dieser emanzipatorischen Bewegung. Die Rolle des Idols behagte ihm jedoch nicht. Er lehnte diese Rollenzuweisung vehement ab. Und im Laufe seiner weiteren Karriere versuchte er immer wieder sich der Vereinnahmung seiner Person durch seine Fans zu entziehen. Doch gerade in seiner Anfangszeit traf er mit seinen Songs eben den kritischen Zeitgeist.

Dylans erste Freundin
Über Umwege gelangte Bob Dylan im Januar 1961 in den New Yorker Stadtteil Greenwich Village. Greenwich Village hatte sich zu einem Anlaufpunkt für Künstler entwickelt. Dylan lernte dort auch seine erste große Liebe kennen; Suze Rotolo – eine Frau, die ihn nicht nur künstlerisch inspirierte, sondern auch seinen gesellschaftskritischen Blick schärfte. Die Beziehung inspirierte ihn zu vielen seiner Songs. Einer davon: „Don’t Think Twice, It’s All Right“.

Bob Dylan und Joan Beaz

Am 3. August 1963 startete Bob Dylans erste große Tournee durch die USA – als Gastsänger von Joan Baez, mit der er später auch eine Liebesbeziehung begann. Baez war zu der Zeit bereits ein großer Star und konnte leicht größere Hallen füllen. Dylan sang auf diesen Konzerten einige Duette mit Baez, nachdem sie ihn mit Begeisterung dem Publikum vorstellte. Für Dylan bedeutete diese Tour und die Verbindung eine enorme Steigerung seiner Bekanntheit. Bis heute wird aber noch über das Verhältnis der beiden gemunkelt...

Dylan - vom Folk zum Rock
Mitte der 60er Jahre begann Dylan, seine bis dahin fast ausschließlich solo und auf der akustischen Gitarre gespielte Musik elektrisch zu verstärken und sich von einer Band begleiten zu lassen. Der Markstein dieses Wechsels war sein Auftritt beim Newport Folk Festival 1965. Bei den Freunden der Folkmusik löste das heftige Kritik aus. Viele seiner alten Fans nahmen ihm seine Hinwendung zur Rockmusik übel und reagierten geradezu feindselig.

Bob Dylan startete seine musikalische Laufbahn als klassischer Folksänger – nur er und seine akustische Gitarre. Sein Wandel vom Folksänger zum Rockmusiker vollzog sich dann Mitte der 60er Jahre. Die drei Alben, die in der Zeit entstanden gelten heute als Klassiker der Rockmusik. Auf der zweiten Seite der LP „Bringing It All Back Home“ befinden sich noch ausschließlich akustisch eingespielte Songs, die A-Seite der LP bestritt Dylan aber bereits mit einer Band. Die zwei folgenden Alben, „Highway 61 Revisited“ und die Doppel-LP „Blonde on Blonde“ enthalten fast ausschließlich elektrisch verstärkte Rocksongs. Seine Fans schauten dem Wandel zunächst sehr kritisch entgegen.

Robert Zimmermann alias Bob Dylan
Da Robert Zimmermann, der sich zu Beginn seiner musikalischen Laufbahn „Bobby Zimmermann“ nannte, seine musikalische Karriere immer wichtiger wurde, beschloss er, seinen Nachnamen durch einen Künstlernamen zu ersetzen. Seine Wahl fiel auf „Dylan“, eine Entscheidung, zu der er sich im Laufe seiner Karriere unterschiedlich äußerte. Die bekannteste und auch wahrscheinlichste Möglichkeit ist die, dass sich sein Künstlername an den Dichter Dylan Thomas anlehnt. Er bewunderte Thomas und besaß viele seiner Bücher. Bob Dylan selbst hat aber auch schon behauptet, der Name sei ihm einfach so eingefallen.

Bob Dylans Auszeit
Nach einem Motorradunfall im Sommer 1966 zog sich Bob Dylan für zwei Jahre völlig aus der Öffentlichkeit zurück. Dylan widmete sich in dieser Zeit vornehmlich seiner Frau Sara und den gemeinsamen Kindern. Es entstanden in dieser Zeit aber auch zwei Alben: das spartanisch instrumentierte „John Wesley Harding“ und das für seine Verhältnisse sehr gefällige „Nashville Skyline“, auf dem er auch mit dem Country-Musiker Johnny Cash zusammenarbeitete. Die Platte wurde zu Dylans bis dahin größten kommerziellen Erfolg. Dylan wurde damit zu einem Wegbereiter der Akzeptanz der bis dato als reaktionär verpönten Country-Musik im Rocklager und – neben Buffalo Springfield/Neil Young, den Byrds und Gram Parsons – einer der Wegbereiter des Country-Rock.

Dylans „musikalisches Erbe“
Dylan achtete stets darauf, dass sein Privatleben auch wirklich Privatleben blieb. Die Hochzeit 1965 mit Sara Lowndes und 1986 mit Caralyn Denise blieben lange vor der Öffentlichkeit verborgen. Auch Dylans Sohn Jakob, der 1969 auf die Welt kam wuchs unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf. Ganz ohne hielt es Dylan Junor dann aber doch nicht aus und stieg in die Fußstapfen seines Vaters. Mit seiner Band „The Wallflowers“ feierte er weltweite Erfolge.

Bob Dylans private Krise
Nach seinem schweren Motorradunfall im Sommer zog sich Bob Dylan für zwei Jahre aus der Öffentlichkeit und widmete sich seinem Privatleben,  das Mitte der 70er dann jedoch zu zerbröckeln begann. Zuerst verlies ihn seine Frau Sara und dann auch sein Stolz und Lebensmut. Ein großes Problem mit Alkohol war die Folge. Auf dem Album „Blood On The Tracks“ (1975) verarbeitet Dylan mit eigentlich allen Songs die Trennung und damit auch den Wandel im seinem Leben.

Bob Dylan und seine Frau Sara

Bob Dylan ist ein Künstler, der sein Privatleben immer sehr streng für sich behielt. So wurde auch seine Hochzeit Ende 1965 mit dem Fotomodell Sara Lowndes vor der Öffentlichkeit geheim gehalten. Seine Ehefrau brachte eine Tochter aus erster Ehe, Maria, in die Beziehung mit. Und so wurde Dylan im Alter von 24 plötzlich Familienvater. Zahlreiche Songs sind von der Beziehung zu Sarah inspiriert. Mitte der 1970er Jahre begann Dylans private Idylle zu bröckeln, als seine Ehe in eine Krise geriet. Bei der Trennung 1977 erhielt Sarah neben einer Abfindung auch das Sorgerecht für die 5 Kinder. Auf dem Album „Desire“ setzte Dylan seiner ehemaligen Frau mit dem wehmütigen Song „Sara“ ein Denkmal. Eine Ausnahme, denn Bob Dylan war und ist auch ansonsten äußerst zurückhaltend, was Angaben zu möglichen Adressaten seiner Lieder und Interpretationen der Inhalte seiner Texte betrifft.

Bob Dylan entdeckt das Christentum
Auf einer erfolgreichen Welttournee im Jahr 1978 hatte Dylan ein religiöses Erweckungserlebnis, als jemand aus dem Publikum ein kleines silbernes Kreuz auf die Bühne warf. Er wandte sich daraufhin dem Christentum zu, veröffentlichte von 1979 bis 1981 drei christlich inspirierte Alben (Slow Train Coming, Saved und Shot of Love) und predigte bei Auftritten von der Bühne herab. Damit gab es wieder eine Wendung in Dylans Musik, die ein großer Teil seines Publikums nicht nachvollziehen konnte. Er war daraufhin teilweise harscher Kritik ausgesetzt. Dennoch erhielt er für den Song „Gotta Serve Somebody“ sogar einen Grammy als bester Rocksänger. (Album: Slow Train Coming, 1979).

Bob Dylans künstlerische „Krise“: die 80er und das Comeback in den 90ern
Eigentlich war Dylan immer groß. Seine größten musikalischen Erfolge feierte er aber in den 60ern, 70ern und 90ern. In den 80ern waren Dylans Songs hingegen nur von verhaltenem Erfolg gekrönt. Diese Zeit gilt heute als Tiefpunkt seiner künstlerischen Karriere. Und die US-Musikzeitschrift Rolling Stone wählte sein 1988 veröffentlichtes Album „Down in the Groove“ im Mai 2007 sogar zum „schlechtesten Album eines bedeutenden Künstlers“. Dennoch: auch auf diesem Album sind nicht zu verkennende Songs – wie z.B. Silvio.

Bob Dylan trifft den Papst
Die Menge tobte vor Begeisterung. Alle waren außer sich, als der Papst Bob Dylan 1997 zu einem Auftritt während des Internationalen Eucharistischen Kongresses in Bologna einlud. Zum Besten gab Bob Dylan die Lieder Knockin’ on Heaven’s Door und seinen Anti-Kriegs-Klassiker A Hard Rain's A-Gonna Fall sowie die Zugabe Forever Young. Unvergessen bleiben das Treffen der Giganten und der Augenblick, als der große Rebell Bob Dylan sich anschließend vor 300.000 Zuschauern vor Johannes Paul II. verbeugte.
 
Bob Dylan wird kommerziell
Bob Dylan galt stets und ständig als Rebell und Vorbild für eine ganze Generation. Mit diesem Bild hatte er allerdings seine Probleme und währt sich vehement dagegen. Doch noch heute ist das Bild des Rebellen tief mit seiner Person verankert und so kommt ihm immer mal wieder große Kritik entgegen, wenn er zu „unkritisch“ wird. Wie z.B. bei seinem China-Konzert im April 2011, bei dem seine Protestsongs lautstark vermisst wurden. Vielleicht war auch 2004 das Mitwirken in einem Werbespot von Victoria Secret ein Zeichen dafür, dass Dylan endlich den Generationsmythos ablegen möchte. Er stellte nicht nur sein Lied „Love Sick“ zur Verfügung, sondern trat auch als Akteur auf. Und wie sollte es anders sein – auch dafür erntete Dylan Kritik, weil das zu kommerziell sei.

Bob Dylan - Original oder Cover?
Es ist kaum zu glauben, doch mittlerweile existieren an die 6000 Covers von ungefähr 350 verschiedenen Dylan Songs. Schon über 2500 Künstler haben sich an seinen Liedern probiert. Und manche wurden als Cover sogar bekannter, als Dylans original – oder die Coverversion kam teilweise vor dem Original als offizielle Veröffentlichung auf dem Markt. Bekannteste Titel sind wohl „Mr. Tambourine Man“ von den Byrds oder Manfred Mann’s Version von „Quinn The Eskimo“. Dennoch, der meist gecoverte Bob Dylan Song ist mit Abstand noch immer „Blowin’ In The Wind“.

 

Bob Dylans Internetseite: www.bobdylan.com

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