MUSIK
1. TODESTAG VON MICHAEL JACKSON | FOTOS & VIDEOS | DISKOGRAPHIE | JOCHEN TRUS ZUM TOD
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Jochen Trus, der seit 20 Jahren seine Platten spielt, erklärt, warum er damit nie aufhören wird...
Als Elvis Presley 1977 mit nur 42 Jahren starb, war er schon lange Zeit zu einer grotesken Karikatur seiner selbst geworden. Ein Symbol im weißen Anzug. Unförmig und krank, nicht mehr in der Lage, seine Kunst auszuüben und sich dessen vollständig bewusst. Als Michael Jackson starb, war er einsam wie Elvis.
Der hübsche Junge von damals, verändert zu einer fragilen, beinahe außerirdisch wirkenden Gestalt. Zurückgezogen in seiner eigenen Welt, erdrückt von der Angst, den Erwartungen seiner Fans weltweit nie wieder gerecht werden zu können.

So wie man das erste globale Pop-Idol aus Tupelo in Mississippi heute über sein Jahrhunderttalent und die unvergleichlichen Aufnahmen definiert, wird hoffentlich auch Michael Jackson schon bald an den magischen musikalischen Momenten gemessen werden, die er der Musikwelt schenkte.
Das Talent strömte nur so aus ihm heraus, als er in den späten 60er Jahren, gerade neun Jahre alt, beim legendären Motown Label in Detroit unter Vertrag genommen wird und mit seinen Brüdern, den „Jackson 5“, eine erste Duftmarke setzt.
Aber die drei großen, wegweisenden Aufnahmen gelingen ihm innerhalb eines Zeitraums von nur sieben Jahren.
1979 trifft der junge, schüchterne Mann auf den Produzenten Quincy Jones – das Album „Off the Wall“ entsteht. Eine ungeheuer präzise Studioband schafft einen brodelnden Mix aus messerscharfen Bläsern, durchdringenden Streichern und einem nie gehörten Beat, der ab diesem Zeitpunkt den neuen Sound des Funk definierte. Paul McCartney und Stevie Wonder steuerten Songs zu diesem Album bei, das mit seinen treibenden Popsongs und herzzerreißenden Balladen bis heute als unerreichtes R&B Meisterwerk gilt.

Dann, 1982, trat Jackson endgültig den Siegeszug um die Welt an. Das Album „Thriller“ generiert bis heute Unmengen an statistischen Superlativen, aber ist vor allem eine Sammlung von wunderbaren Songs, die in monatelanger, akribischer Kleinarbeit von einem Team herausragender Musiker geschaffen wurde. Die unvergessene Bass Linie von „Billie Jean“, der funkige Rock von „Beat it“ mit Eddie van Halens Gitarrensolo, die meisterhafte, sogar von Miles Davis gecoverte Ballade „Human Nature“, ein aufwendiges, Millionen Dollar teures Video – all das machte „Thriller“ zu einem der größten Alben aller Zeiten.
Jacksons stakkatoartige Schreie, sein hyperventilierendes Glucksen, sein emotionaler Gesang sind revolutionär – kein anderer Künstler dürfte so viele junge Musiker in seinem Genre beeinflusst haben wie er.
Schließlich erscheint 1986 das Album „Bad“. Jackson wirkt erwachsener, die Songs sind sexuell wie „Dirty Diana“, beunruhigend wie „Smooth criminal“, selbst reflektierend wie „Man in the mirror“ oder unverhüllt anbaggernd wie „The way you make me feel“.

Der jugendliche Charme Jacksons, mit dem er zu Zeiten der „Jackson 5“ und „Off the Wall“ die Herzen im Fluge eroberte, ist nicht mehr zu spüren. An seine Stelle tritt der exzentrische Auftritt eines Weltstars mit globaler Bekanntheit und einem vollständigen Verlust von Privatsphäre.
An die Qualität dieser drei musikalischen Meilensteine konnte Michael Jackson später nie wieder anknüpfen. Die Gerüchte um seinen Lebensstil, der Vorwurf des Kindesmissbrauchs und allerlei obskure chirurgische Operationen überlagern sein künstlerisches Vermächtnis bis zum heutigen Tag.
Die Erinnerung an seinen merkwürdigen, exaltierten Lebensstil und seine operierte Nase wird Vergehen – seine Aufnahmen bleiben für immer! Ich bin mir sicher, dass würde ihn freuen – den King of Pop!





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