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MUSIKNEWS

 

03.07.2009

03.07.2009 | Berlin (dpa)

Euphorie und Wehmut - Leonard Cohen in Berlin

Am Ende mischte sich Wehmut in die allgemeine Euphorie:

 

Vielen der rund 15 000 Leonard-Cohen-Fans in der Arena am Ostbahnhof dämmerte am Donnerstag, dass der eindrucksvolle Berliner Auftritt des kanadischen Pop-Veteranen womöglich sein letztes Deutschland-Konzert war.

 

Ob sich der 74-Jährige noch einmal zu einer monatelangen Welttournee aufrafft, ist nicht abzusehen.

 

Cohen selbst zelebrierte diese Abschiedsstimmung nach einem gut dreistündigen, intensiven Konzertabend mit Worten des Dankes und der Verbundenheit.

Sänger und Poet

 

Zuvor hatte der Sänger und Poet aus Montreal auf der riesigen Bühne - flankiert von neun erstklassigen Musikern - weder übermäßig sentimental noch gebrechlich gewirkt. Mit seinem typisch sonoren Bassbariton, der im Laufe der Jahre eher nuancenreicher geworden ist, streifte Cohen durch ein riesiges Repertoire an dunkel gefärbten Balladen aus 40 Songschreiber-Jahren. Wirkten die Arrangements im ersten Teil des Konzerts bisweilen noch etwas plüschig, so wurden die Lieder nach der Pause schlichter, rauer und damit eindringlicher.

Tränen in den Augen

 

Die Höhepunkte reihten sich nun in immer rascherer Folge aneinander: Der bewegende Gospel «Hallelujah», das beschwingte «So Long Marianne» oder «I'm Your Man», das einem Rocksong noch am
nächsten kam. Beim Welthit «First We Take Manhattan» - besonders bejubelte zweite Zeile: «Then We Take Berlin» - hielt es kaum noch jemanden auf seinem Sitz.

Mit einem zerknittertem Hut vor der Brust und Tränen in den Augen dankte Leonard Cohen schließlich seiner großartigen Band und den Berliner Fans - unter ihnen auch Außenminister und Vizekanzler Frank- Walter Steinmeier (SPD). Danach verließ der alte Herr zum letzten Mal hüpfend die Hauptstadt-Bühne - Abtritt einer lebenden Pop-Legende.

Fotos: dpa Archivbilder

 

www.leonardcohen.com


Jochen Trus Empfehlung vor dem Leonard Cohen Konzert in der Berliner Morgenpost:

"Zum Angucken: Es gibt diese raren Konzerterlebnisse, die tief bewegen und für die man ewig dankbar ist. So geht es mir mit Leonard Cohens Berlin-Konzert im vergangenen Jahr. Es war seine erste Tour seit 15 Jahren und ich war dankbar, dass der heute 74jährige Bohemien, Teilzeit-Zen-Mönch, Weiberheld, Ex-Trinker und poetische Provokateur seinen Blick auf die Welt und das fragile Gebilde unseres Lebens mit mir geteilt hatte. "There is a crack in everything - that's how the light gets in". Da er sich die Strapazen einer Tournee nicht mehr allzu oft zumuten wird, sollten Sie das Konzert am Donnerstag (2. Juli) in der O2-World nicht versäumen!"

Hier den ausführlichen Morgenpost Artikel vom 26. Juni lesen...»

 

 

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