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MUSIKNEWS

 

06.09.2009

07.09.2009 | New York/Rheda-Wiedenbrück (dpa)

«I Will Survive» - Disco-Queen Gloria Gaynor wird 60

Gloria Gaynor ist der Inbegriff der Disco-Queen. Ihr Hit «Never Can Say Goodbye» - ein Jackson-Five-Coversong - war die allererste Nummer-Eins in den damals neu geschaffenen Dance-Music-Charts von Billboard. In Gaynors Texten entlädt sich geballte Frauen-Power. «I Will Survive» wurde zur Hymne von Frauen, die es wagten, sich von ihren Männern zu trennen. «I Am What I Am» machte sie zur Schwulenikone. In rund 40 Karriere-Jahren erlebte sie mindestens so viele Tiefen wie Höhen. Derzeit ist die bibeltreue Christin, die an diesem Montag (7. September) ihren 60. Geburtstag feiert, auf Welttournee.

   Als Tochter eines Vaudeville-Komödianten im schwarzen Newark (New Jersey) unweit von New York geboren, trainierte Gaynor ihre Stimme an den Platten von Dinah Washington, Sarah Vaughn und Nat King Cole. Zunächst wollte sie Buchhalterin werden, trat aber stattdessen in Clubs auf, anfangs mit der Band Soul Satisfiers, dann solo. Ihre erste Single, «Honey Bee», erschien 1973, schoss jedoch an den Pop-Charts vorbei. Die zweite, «Never Can Say Goodbye», verhalf ihr Ende 1974 zum Durchbruch und wurde das Titelstück einer epochemachenden LP. Fortan - bis 1986 - war Gaynor jedes Jahr mit einem neuen Album auf dem Markt.

«I Will Survive» stürmte 1978 die englischen und US-Charts und fand 14 Millionen Abnehmer in aller Welt. Die «Überlebenshymne» wurde als «größter Dance-Hit der Ära» gefeiert, in mehr als 20 Sprachen gesungen und mit dem Grammy für die beste Disco-Platte belohnt. In Japan setzte sich «I Will Survive» an die Spitze der Karaoke-Hits. Doch auf den Höhenflug folgte der Sturz: Gaynor fiel von einer Bühne und zog sich eine Rückgratverletzung zu. Monatelang musste sie das Krankenbett hüten. Kaum genesen startete sie eine 75-Länder-Tour, sang in den teuersten Clubs und griff - ebenso wie ihre Gäste - irgendwann mal zu Cocktails, Joint und Koks.

Als der Reiz der Disco-Musik nachließ, blieben die Auftritte aus. Nur die Sucht wich nicht. Auf der Suche nach Hilfe kehrte sie zur Baptistenkirche ihrer Kindheit zurück. Der Glaube saß so tief, dass Gaynor den Text von «I Will Survive» religiös einfärbte. Doch längst nicht alle Fans fanden das cool. Nach einer Pause von mehr als 15 Jahren kam Gaynor 2001, stimmgewaltig wie eh und je, mit einem neuen Album raus: «I Wish You Love». Zwei der Songs erklommen die Spitze der US-Dance-Charts. Mit der Einführung in die Dance Music Hall of Fame erreichte Gloria Gaynor 2005 den Zenit ihrer Laufbahn.

Nervt der Gedanke ans Alter? «Ich scher mich wenig darum», sagte die immer noch blendend aussehende Sängerin der Deutschen Presse-Agentur dpa kürzlich in Rheda-Wiedenbrück (Nordrhein-Westfalen). Im Gegensatz: «Ich fühle mich großartig. Ich habe mein Alter noch nie gespürt.» Gaynor sprüht förmlich vor Energie. Von Ruhestand keine Rede. Zwar wird sie wohl weniger auf Tour gehen, aber nur, um eine andere Herausforderung anzunehmen. Sie hat neben dem Showbusiness ein
Hochschuldiplom erworben und plant, Eltern von Teenagern Ratschläge zu erteilen.

Von Gisela Ostwald und Inga Radel, dpa

 

www.gloriagaynor.com

 


Gloria Gaynor - hier geht es zu ihrer Diskografie...»

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