MUSIKNEWS


30.05.2010 | Oslo
Lena gewinnt den Eurovision Song Contest!
Lena hat den Eurovision Song Contest gewonnen. 28 Jahre nach dem Sieg von Nicole mit «Ein bißchen Frieden» hat wieder eine junge Sängerin für Deutschland den Grand Prix geholt.
Die 19-jährige Lena aus Hannover lag am Samstagabend mit ihrem Song «Satellite» sehr deutlich vor der Konkurrenz. Mit 246 Punkten gewann Deutschland vor der Türkei (170 Punkte) und Rumänien (162). Damit findet der 56. Eurovision Song Contest im Jahr 2011 in Deutschland statt.
Lena konnte ihren Sieg kaum fassen. «Oh mein Gott, ich dreh durch!», rief sie völlig überwältigt aus. «Ich bin so glücklich. Ich hätte nie gedacht, dass ich das schaffen kann», sagte sie auf der Osloer Eurovisions-Bühne auf Englisch, als sie ihre Gewinnerstatue vom Vorjahressieger Alexander Rybak samt Küsschen überreicht bekam. Dann fragte sie etwas erschrocken: «Muss ich nochmal singen?», bevor sie mit Deutschlandfahne in der Hand loslegte. «Oh my God, this is so crazy», rief sie spontan mitten im Lied - wie schon bei ihrem Sieg in der Castingshow «Unser Star für Oslo» im März, mit der TV-Entertainer Stefan Raab den Grand Prix aus der Versenkung hervorholte.

Schon vor dem Ende der dreistündigen Show, als noch sechs Länderwertungen ausstanden, hatte Lena uneinholbar vorn gelegen. Die Höchstwertung zwölf Punkte - «twelve points» - für Lena gab es aus Dänemark, Estland, Finnland, Spanien, der Slowakei, Lettland, Norwegen, der Schweiz und Schweden. Von 38 Konkurrenzländern gaben nur fünf keine Punkte für Lena, aus allen anderen Nationen kamen Zähler für die 19-Jährige.
Lena war als 22. der 25 Finalteilnehmer mit «Satellite» dran - und absolvierte ihren Auftritt auf der großen Eurovisions-Bühne mit Bravour. Zwar merkte man der 19-Jährigen ihre Nervosität an, und ab und zu schnappte sie hörbar nach Atem, doch das machte die 19-Jährige mit ihrer typisch koketten, frechen und unbekümmerten Art mehr als wett. Vor allem hatte sie sichtlich Spaß während ihrer drei Minuten im Rampenlicht. Ihr Gesicht und ihre Körpersprache strahlten Freude pur aus. Im typischen Lena-Outfit - kurzes schwarzes Kleidchen, schwarze Strumpfhose, hohe Schuhe - flirtete sie zuweilen mit der Kamera, bewegte sich sparsam tänzelnd und unterstrich ihren Songtext mit ausladenden Gesten. Die 18 000 Fans in der Fußballhalle jubelten ihr zwischendurch immer wieder lautstark zu.
In Deutschland feierten Tausende Fans ihre Lena bei großen Grand-Prix-Partys. Auf der Hamburger Reeperbahn stieg traditionell die offizielle Eurovisions-Feier der ARD, die stets vor und nach dem Wettbewerb live übertragen wird. «Ich hab' voll Bock, das wird total geil», hatte Lena ihren Fans bei einer Schalte noch kurz vor dem Start des 55. Eurovision Song Contests zugerufen. Auch in Lenas Heimatstadt Hannover stieg eine große Sause. Zum zentralen Public-Viewing unter dem Motto «Wir für Lena» waren vor dem Rathaus zwei große Leinwände aufgebaut, auf denen der Contest live übertragen wurde.
Der fing pünktlich um 21.00 Uhr mit dem norwegischen Vorjahressieger Alexander Rybak an, der seinen 2009er Gewinnersong «Fairytale» von der Bühne in Oslo schmetterte. Dann begann die Aserbaidschanerin Safura mit der Ballade «Drip Drop».

Die Qualität der 25 Beiträge im größten Musikwettbewerb der Welt, den vermutlich mehr als 100 Millionen Fernsehzuschauer sahen, war im Großen und Ganzen gut und wesentlich besser als bei vielen Grand Prix' bisher. Von herzergreifenden Balladen über fetzige Dance-Pop-Nummern und Rock-Kracher bis zu mitreißendem Ethno-Pop war alles dabei; richtig üble Nummern zum Abschalten waren diesmal kaum dabei. «Ein Super-Jahrgang», kommentierte ARD-Moderator Peter Urban.
TV-Entertainer Hape Kerkeling verkündete die deutsche Punktwertung - und begrüßte die Moderatoren in Oslo erst einmal auf Norwegisch. Die Höchstwertung zwölf Punkte - «twelve points» - vergaben die deutschen Grand-Prix-Fans an den Belgier Tom Dice mit seiner Gitarrennummer «Me And My Guitar; zehn Punkten gingen an die Türkei und acht an Griechenland - beide Länder bekommen traditionell ordentlich Punkte aus Deutschland.
Lena steht ganz bestimmt nicht auf Windmaschinen und benennt als ihre Lieblings-Konkurrenten auch nur solche, die ohne solchen Firlefanz auskommen: «Musikalisch gefällt mir auf jeden Fall der Belgier mit seinem Lied "Me And My Guitar". Und das französische Lied, das ist auch total gut. Da muss man immer tanzen, das geht gar nicht anders. Ähnlich ist es bei dem holländischen Song, der gefällt mir auch.»

Mit letzterem allerdings musste sich die Sängerin Sieneke beim zweiten Semifinale am Donnerstag verabschieden. Ihr «Ik ben verliefd (Sha-la-lie)» im Schlümpfe-Sound der 70er hatte es auch Lenas TV-Mentor Stefan Raab und der deutschen Eurovisions-Jurorin Mary Roos schwer angetan. Es nutzte nichts. Ansonsten bot das zweite Semifinale mit den Auftritten hoch gehandelter Länder wie Armenien, Israel und Dänemark ein klar höheres Niveau als das erste Halbfinale zwei Tage vorher. Lena musste bei beiden nicht antreten, weil Deutschland zusammen mit den anderen wichtigsten Geldgebern Spanien, Großbritannien und Frankreich sowie Gastgeber Norwegen für das Finale gesetzt ist.
Auch mit dem strahlend dauer-blauen Osloer Mai-Himmel drängt sich ein bisschen der Begriff «Sommermärchen» mit all der Lena-Begeisterung auf. War für viele nicht auch bei der Fußball-WM 2006 der dritte Platz für Deutschland ein total fröhlicher und viel passenderer Abschluss als der unausweichliche Stress im Fall eines Finalsieges?
Quelle: dpa

27.05.2010 | Oslo
Lena Meyer-Landrut braucht Puste für Oslo
«Puh», sagt Lena Meyer-Landrut ängstlich beim Anblick der riesigen Osloer Eurovisionsbühne. Immer einsilbiger reagiert sie auf das endlose Bombardement mit Journalistenfragen. Um dann plötzlich entspannt Grüße an royale Prominenz zu schicken, für die auch gerade ein wichtiger Countdown läuft.
«Victoria und Daniel, ich wünsch euch gaaanz viel Glück», sagt die 19-jährige Hannoveranerin strahlend in die Kamera eines schwedischen TV-Senders. Als der das für seine Hochzeits-Übertragung mit Kronprinzessin Victoria und ihrem Bräutigam am 19. Juni im Kasten hat, dreht sich Lena zu ihrer Presseberaterin um und grinst: «Das war jetzt echt geil, oder?»
Zehn Minuten später sitzt Deutschlands berühmteste Abiturientin des Jahrgangs 2010 zusammen mit der schwedischen Eurovisions-Sängerin Anna Bergendahl und dem Norweger Didrik Solli-Tangen auf einem breiten Sofa vor einem Fernseher. Zusammen studieren die drei bei einem Mini-Public-Viewing die Konkurrenz aus dem ersten von zwei Halbfinales vor der Glotze. Sängerinnen mit seltsamen Schmetterlingsflügeln auf dem Rücken gab es da zu bestaunen, und was sonst noch so an seltsamen Kostümierungen, linkischen Tanzschritten sowie unfassbar schwachen Songs zum Eurovision Song Contest gehört.

Was Lena da von einer fürchterlich falsch singenden Lettin namens Aisha vorgeführt bekam, könnte ihre Angst vor der Riesenbühne noch verstärkt haben. Aisha schied genauso aus wie zwei sehr blonde Finninnen mit Akkordeon - obwohl die richtig sangen. Andererseits sah sie auch die Isländerin Hera Björk, die das Publikum mit mächtiger Stimme und Abba-Sound auf ihre Seite brachte. Wohl, weil sie einfach sie selbst war. Wie hatte die Isländerin, Typ «Big Mama», ihren von Vulkanasche und Finanzkrise ziemlich mitgenommenen Landsleuten vor dem Osloer Auftritt so schön selbstbewusst zugerufen: «Ich bin Hera und eine Diva.»
Diva will Lena ganz und gar nicht sein, aber weiter selbstbewusst. Und, wie sie immer wieder als Wunsch benennt, bis zum großen Finale am Samstag gut ausgeschlafen, damit ihr nicht die Puste ausgeht. Vom alles in allem ziemlich schwachen Halbfinale muss die junge Frau dann auch noch zur Live-Show mit Stefan Raab in dessen «TV total» (ProSieben, täglich 23.15 Uhr) auf eine Osloer Dachterrasse.
Kurz vor Mitternacht fällt ihr hier auf die nicht so originelle Frage: «Wie war dein Tag heute?» als Antwort nur noch ein: «Ja, gut. Sehr lang und sehr viel, aber auch sehr viel Gutes.» Die Kraft reicht einfach nicht mehr für die kecken Sprüche, die das deutsche TV- Publikum seit Raabs Castingshow «Unser Star für Oslo» entzückt haben.

TV-Profi Raab will für das Finale Optimismus verbreiten: «Ich hab den Eindruck, Lena hat auch das internationale Publikum erobert.» Andererseits baut er vor: «Auch wenn sie hier nicht vorne landet, bleibt der Erfolg in Deutschland, den sie in den letzten Monaten hatte.»
Bei aller Medien-Hysterie und dem bedrohlich näher rückenden Riesen-Auftritt zeigt Lena weiter lebhaftes Interesse an unspektakulären Dingen wie kleinen Geburtstagsüberraschungen: Ihre schwedische Konkurrentin Anna Bergendahl überreichte ihr im Blitzlichtgewitter der Fotografen eine schön verpackte CD als nachträgliches Geschenk zum 19., den Lena am 23. Mai feierte.
Kaum war die Reportermeute mal für ein paar Sekunden ruhiggestellt, riss Lena neugierig die Verpackung auf. «Van Morrison. Wer ist das denn? Nie gehört», kommentierte sie etwas ratlos Richtung Begleiterin.
Bergendahl hingegen, noch ein Jahr jünger als die Deutsche, erwies sich auf Nachfrage als profunde Kennerin und glühende Verehrerin des Sängers aus Irland. Mit seinen 65 Jahren könnte er Großvater der beiden Eurovisions-Sängerinnen sein.
dpa

24.05.2010 | Oslo
Lena in Oslo: Proben am 19. Geburtstag
Der Eurovisions-Countdown für Lena Meyer-Landrut hat am Pfingstwochenende mit Geburtstagsständchen und ersten Bühnenproben begonnen: Die deutsche Vertreterin beim Song-Wettbewerb feierte am Sonntag ihren 19. Geburtstag in der norwegischen Hauptstadt. Dabei probte sie zum zweiten Mal den Song «Satellite» auf der Show-Bühne der Telenor Arena.
Die frisch gebackene Abiturientin aus Hannover gilt nach dem souveränen Sieg in der deutschen TV-Castingshow «Unser Star für Oslo» auch für das Eurovisions-Finale an diesem Samstag (29. Mai) als aussichtsreiche Anwärterin auf den Sieg oder einen vorderen Platz. Ihre Favoritenrolle sei ihr eigentlich egal, sagte Lena, wie sie von den Skandinaviern nur genannt wird.

Auch die norwegischen Veranstalter hatten Wind vom Geburtstag der Deutschen bekommen. Bei der zweiten Bühnenprobe projizierten sie einen riesigen Schriftzug mit «Happy Birthday Lena» in Schwarz-Rot Gold auf den Bühnenhintergrund. Zuschauende Journalisten sangen ebenso ein Ständchen wie schon vorher das deutsche Eurovisions-Team bei der Anfahrt im Bus.
Einhellige Meinung nach der zweiten Bühnenprobe: Das lief schon viel besser als beim ersten Mal. «Ich war sehr, sehr, sehr aufgeregt. Aber nach ein paar Durchgängen wurde es dann einfach lustig und cool», sagte Lena vor einem gewaltigen Presse-Aufgebot.
Quelle: dpa



20.05.2010 | Hamburg
Lena strebt Top Ten beim Grand Prix an
Lena Meyer-Landrut (18), Deutschlands Eurovisions-Hoffnung, will beim Grand Prix in Oslo unter die ersten Zehn kommen. «Platz 28 wäre nicht so geil. Alles ab zehn ist okay», sagte die Sängerin, die am Sonntag 19 wird, der Zeitschrift «Stern».
Warum sie so beliebt sei? Antwort der Abiturientin: «Vielleicht denken viele so gut über mich, weil das Fernsehen sonst so viele gescheiterte Existenzen zeigt.» Wer nachmittags den Fernseher einschalte, bekomme doch fast nur kaputte Familien zu sehen, sagte die Teenagerin. Am 29. Mai im großen Finale des europäischen Lieder-Wettstreits vertritt Meyer-Landrut Deutschland mit dem Song «Satellite». Ihr Debütalbum «My Cassette Player» ist derzeit Platz eins der deutschen Charts.

Und weil sie zurzeit einen wahren Interview-Marathon absolviert, äußert sich Lena auch im «Zeit-Magazin». Dort spricht sie über ihre Zukunft. Früher habe sie in Poesie-Alben geschrieben, dass sie eines Tages «einen Bauernhof und eine Harley-Davidson» haben wolle. Ansonsten wollte sie schon immer Schauspielerin oder Sängerin werden. «Ich wollte etwas von mir zeigen, ein Gefühl transportieren, Menschen berühren. Schauspielerei und Musik schienen mir da der beste Weg.»
Zwar konzentriere sie sich zurzeit auf die Musik, aber ihr Plan, in Berlin Schauspiel zu studieren, bestehe noch. «Irgendwann in einem Tim-Burton-Film mitzuspielen, wäre der absolute Wahnsinn! Ich liebe seine Filme... Dass Johnny Depp mitspielt, ist natürlich auch nicht schlecht!», meinte der Teenager.
Quelle: dpa

20.05.2010 | Unterföhring/Hamburg
Raab castet auch 2011 deutschen Grand-Prix-«Star»
Stefan Raab (43) soll auch 2011 wieder den deutschen Teilnehmer für den Eurovision Song Contest suchen. Das gaben ProSieben und der zuständige ARD-Sender Norddeutscher Rundfunk (NDR) am Donnerstag bekannt. Die öffentlich-rechtliche ARD und der Privatsender ProSieben hatten im vergangenen Jahr erstmals für ein wochenlanges Casting und mehrere Shows zusammengearbeitet, um den Grand-Prix-Teilnehmer zu küren. Bei «Unser Star für Oslo» siegte Lena Meyer-Landrut (18), die Deutschland nun am 29. Mai beim Finale mit dem Titel «Satellite» vertritt.
«Endlich mal eine Koalition, die hält, was sie verspricht», sagte Entertainer Raab laut Mitteilung vom Donnerstag über die weitere Kooperation. «Ein kleiner Schritt für die beiden Sender, aber ein großer für Deutschland.» Wann die Shows laufen, werde noch entschieden. Wo und wie man sich bewerben könne, werde rechtzeitig bekanntgegeben.
«Anders als der DFB machen wir schon vor der Meisterschaft klar, wie es weitergeht», sagte NDR-Intendant Lutz Marmor. «Die Kooperation ist unabhängig vom Ergebnis in Oslo ein so großer Erfolg, dass sich die Fortsetzung lohnt.» Andreas Bartl, TV-Vorstand der ProSiebenSat.1 Group, fügte an: «Gemeinsam werden Stefan Raab, ProSieben und Das Erste auch 2011 beweisen, dass man mit Qualität Menschen begeistern kann.»




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