MUSIKNEWS


15.05.2011 | Düsseldorf
Aserbaidschan gewinnt den Eurovision Song Contest - Lena auf Platz 10
Aserbaidschan hat den Eurovision Song Contest in Düsseldorf gewonnen. Die deutsche Titelverteidigerin Lena kam mit ihrem Song «Taken By A Stranger» auf einen ordentlichen zehnten Platz.
Für Aserbaidschan ist es der erste Sieg in der 55-jährigen Grand-Prix-Geschichte. Italien kam nach 14 Jahren Eurovisions-Pause mit einer Swingnummer direkt auf Platz zwei; Schweden belegte Rang drei. Die Schweiz - überraschend ins Finale gekommen - kam auf den letzten Platz im 25er Teilnehmerfeld.
Für Aserbaidschan holte das Duo Ell und Nikki den Titel mit seinem gefühlvollen Liebeslied «Running Scared». Der Song geht unter die Haut, nimmt aber deutliche Anleihen bei westlichen Pop-Balladen. Das Gesangspaar setzte sich in einem spannenden Finale erst sehr spät mit zuletzt 221 Punkten vor Italien (189) und Schweden (185) durch. Im Finale waren alle 43 diesjährigen Grand-Prix-Teilnehmer stimmberechtigt, also auch die Nationen, die bereits im Halbfinale ausgeschieden waren.
Lena scheint mit dem Ergebnis bei ihrer missglückten Mission Titelverteidigung zufrieden. Wenigstens ließ sich die 19-Jährige in ihrer Reaktion kurz nach der dreistündigen Show keine Enttäuschung anmerken. «Es geht mir fantastisch», sagte sie in der ARD zu Platz zehn mit 107 Punkten. «Ich fühl mich wie auf Wolke 2000. Von mir fällt ein Riesenstein.» Auch ihre Fans scheinen mit Platz zehn leben zu können. Die 12 000 Zuschauer beim Public Viewing in Lenas Heimatstadt Hannover freuten sich größtenteils über die Performance und feierten eine ausgelassene Grand-Prix-Party - ebenso wie tausende Fans auf der Hamburger Reeperbahn und am Rheinufer in Düsseldorf.

Die größte TV-Show, die das deutsche Fernsehen je produziert hat, bot großes Kino: Eine fantastische Bühne, ein vor Farbenbrillanz sprühender Riesenscreen von 60 Mal 18 Metern, verspielt-künstlerische Einspielfilmchen und untypisch-deutsche Gags. Gut, das Ganze hat die Gebührenzahler auch rund zwölf Millionen Euro gekostet. Aber die Shows in Oslo und Moskau in den Vorjahren waren noch teurer, wie die ARD-Vorsitzende Monika Piel kurz vor dem Finale betonte - und außerdem ist der letzte Grand Prix auf deutschem Boden ja auch 28 Jahre her.
Das Moderatoren-Trio Anke Engelke, Judith Rakers und Stefan Raab machte seine Sache gut: Engelke überzeugte durch Witz und ihre Eloquenz in perfektem Englisch und Französisch, «Tagesschau»-Sprecherin Rakers zeigte sich als Diva in silbrig glänzenden Galakleidern und plauderte im «Green Room» mit den Künstlern wie in einer Opern-Pause. Raab überzeugte weniger als Moderator denn als musizierender Entertainer: Seine Show-Eröffnung mit «Satellite» - Lenas Gewinnersong von 2010 - war ein Kracher: Rockig und mit Big-Band-Unterstützung interpretierte er das Lied völlig neu. Und als Sahnehäubchen durfte Lena aus einem Pulk von Lena-Klonen auf einen Kontrabass steigen und die letzten Takte mitträllern.
Überraschend war diesmal - selbst für eingefleischte Grand-Prix-Experten und -Fans - die überwiegend hohe Qualität der musikalischen Länder-Beiträge: Kaum schräge Stimmen und so gut wie keine Fremdschäm-Momente, dafür aber auch wenig Folkloristisches. Es dominierte Pop westlicher Machart mit maximal angedeuteten ethnischen Nuancen. Immerhin reichte die Palette von Gothic-Rock aus Georgien über Italo-Jazz-Piano, korsische Oper und Euro-Pop aus Ungarn bis zu spanischer Fiesta-Musik.
Quelle: dpa

12.05.2011 | Düsseldorf
Wer gewinnt den ESC?
Bei der Fußball-WM 2010 erwies sich Krake Paul als wissendes Orakel, die Oscars 2011 sagte Opossum Heidi zielsicher voraus. Doch beim Eurovision Song Contest herrscht Vorhersage-Chaos - denn welcher Mensch kann schon wirklich voraussehen, worauf die Fans in 43 Ländern stehen?
Ist das Aussehen wichtiger als der Song, ist das Feuerwerk heißer als das knappe Kleidchen? Stehen Spanier etwa genauso wie Finnen auf blonde Unschuldsengel mit Gitarre, klingt aserbaidschanischer Pathos auch in Schweizer Ohren nach?

Eine, die die Voraussagen bisher ganz gut hingekriegt hat, war die Suchmaschine Google: Die arbeitet nicht mit nationalen Stereotypen, wägt keine folkloristischen Besonderheiten gegen Fließband-Pop ab, sondern nimmt - ganz unemotional - die Suchanfragen aus allen Teilnehmerländern als Maßstab. So lagen 2009 der geigende Norweger Alexander Rybak und 2010 «unsere» Lena bei Google ebenso vorne wie in der Punktewertung. Ende April ließ Google die deutschen Fans hoffen: «Lena wieder auf Platz eins!», lautete die Schlagzeile - doch seitdem hat sich was getan. Jedward, die ebenso schrägen wie sympathischen Zwillinge aus Irland, führen die Google-Rangliste an, gefolgt von Lena und der Armenierin Emmy - doch die ist mit im ersten Halbfinale am Dienstag ja schon ausgeschieden...
Die Eurovisions-Gemeinde hat oft ganz andere Lieblinge. Die Fans, die gerne mal ihren Jahresurlaub für den Eurovision Song Contest drangeben, springen von Party zu Party und erleben die ESC-Stars dabei nicht nur live, sondern auch hautnah. Kein Wunder, dass das rockige «Rockefeller Street» von Getter Jaani aus Estland oder die eingängige «Boom Bomm»-Tschaka-Tschaka-Nummer der frechen Armenierin Emmy in den vergangenen Tagen zu den angesagten Party-Hits in Düsseldorf wurden. Doch was in kleinen, stickigen Clubs mitreißt, muss nicht unbedingt auf der großen Bühne funktionieren - wie das Beispiel von Emmy beweist.

Wären noch die Buchmacher: Der Anbieter bet-at-home.com sieht den französischen Opernsänger Amaury Vassili vor Jedward und Lena, bei betfair.com sieht es ähnlich aus: Frankreich vor Irland und dann Aserbaidschan oder Großbritannien; hier belegt Lena nur den siebten Platz (Stand der Quoten: Donnerstagmittag). Aber Vorsicht bei solchen Wettquoten. Beim Grand Prix stellt sich die Frage: Wer wettet da überhaupt? Sind das nicht vor allem wettverrückte Engländer oder machen da auch massenhaft Albaner, Österreicher und Norweger mit?
Der Expertentipp lautet übrigens Finnland. Irving Wolther hat ihn abgegeben; der Wissenschaftler aus Lenas Heimatstadt Hannover hat zum ESC promoviert. «Finnland ist für mich am stärksten. Die Thematik - die Sorge um die Welt - bewegt die Menschen momentan», sagte er der dpa. Das finnische Bubi-Gesicht Paradise Oskar singt in «Da Da Dam» mit Unschuldsmiene und zu sanften Gitarrenklängen von der Rettung der Welt, hinter ihm steigt ein großer blauer Globus auf. «Da hat man beim ersten Halbfinale im Saal ein richtiges Aufatmen gehört», sagte Wolther. Ähnlich wie Google hat der NDR-Experte Wolther bereits einen Voraussage-Erfolg vorzuweisen: Er sah Lena im vergangenen Jahr ebenfalls ganz vorn - und heute? «Ich sehe sie eindeutig in den Top Ten.»

Da stimmen ihm zwei Drittel der Deutschen zu: 66 Prozent glauben an eine Platzierung Lenas unter den ersten Zehn. Nur sechs Prozent glauben an eine erfolgreiche Titelverteidigung, wie eine Umfrage des Instituts YouGov ergab.
Ein zweiter Sieg für Lena ist auch schon aus historischer Sicht unwahrscheinlich: Niemand konnte bisher seinen Grand-Prix-Titel verteidigen, obwohl es einige versucht haben. Nur ein einziger Sänger konnte bei 55. Wettbewerben überhaupt zweimal triumphieren: Der Ire Johnny Logan, 1980 und 1987.
Quelle: dpa
Internationale ESC-Seite: www.eurovision.tv
Deutsche ESC-Seite des NDR: www.eurovision.de
11.05.2011 | Düsseldorf
Tolle Optik, mieser Ton - so lief das erste Halbfinale
In einem flotten Halbfinale hat sich Deutschland am Dienstagabend als Gastgeber des Eurovision Song Contest vorgestellt. Die Show ließ von der Optik her keine Wünsche offen, nur mit dem Ton haperte es noch.
Die Leitungen aus der Düsseldorfer Arena fielen teilweise aus, so dass die deutschen Kommentatoren zum Telefon greifen mussten. Wie viele andere Länder noch darunter zu leiden hatten, war unklar. ProSieben sprach von einem «internationalen Problem», laut NDR ging es nur um «einige wenige Länder».
Den Einzug ins Finale an diesem Samstag schafften Serbien, Litauen, Griechenland, Aserbaidschan, Georgien, die Schweiz, Ungarn, Finnland, Russland und Island.
Als Titelanwärter gelten von diesen Aspiranten vor allem Ell & Nikki, die mit dem Kuschelsong «Running Scared» der sanften Seite ihrer aserbaidschanischen Heimat Ausdruck verleihen. Die Top-Favoriten Irland und Frankreich waren zunächst noch nicht dabei.
Im zweiten Halbfinale am Donnerstag werden noch mal zehn Teilnehmer ausgewählt. Die Deutschen haben ihren Platz bereits sicher.
Nicht zur Wahl, aber ebenfalls unter Beobachtung stand das Moderatoren-Trio Stefan Raab (44), Anke Engelke (45) und Judith Rakers (35). Die in Montreal geborene Engelke spielte aufgrund ihrer perfekten Dreisprachigkeit ganz klar die erste Geige.
Die Show hatte ordentlich Tempo. Fast konnte man glauben, es wäre bereits Samstag. Nur die zelebrierte Punkteverteilung («twelve points, douze points») fehlte noch. Und natürlich Lena. Aber sonst war alles da. Von «Haba Haba» (Norwegen) über «Boom Boom» (Armenien) bis «Da Da Dam» (Finnland). Musik kennt keine Sprachbarrieren.
Wer letztlich weiterkam, entschieden je zur Hälfte die Jurys in den einzelnen Ländern und das Fernsehpublikum, wobei die Deutschen nicht mitmachen durften, weil sie schon automatisch qualifiziert sind. Ein wenig Gerechtigkeit muss sein in der Mediendemokratie.
Lena sang an diesem Abend nur in einem ganz kurzen Einspielfilmchen, saß aber vorher im Studio und verteilte auch Mahlzeiten an die Gastdelegationen: «I made it myself, it's called Kartoffelsalat.» Selbst wenn sie's am Samstag nicht schafft, meinte ProSieben-Moderator Matthias Opdenhövel, Lena kommt auch so durchs Leben.
Quelle: dpa

10.05.2011 | Düsseldorf
Lena feiert Zwölf-Punkte-Party
Lena hat schon Tage vor ihrem Auftritt beim Eurovision Song Contest (ESC) ihre Zwölf-Punkte-Party gefeiert.
Eingeladen dazu waren am späten Montagabend in Düsseldorf auch die diesjährigen Grand-Prix-Kandidaten der Länder, aus denen sie im vergangenen Jahr in Oslo die volle Punktzahl erhalten hatte. Lena bedankte sich brav dafür und wünschte allen einen schönen Abend.
Die 19-Jährige eröffnete die Party der deutschen ESC-Delegation mit «Satellite». Mit dem Song hatte sie in Oslo gewonnen und so die weltgrößte Musikshow erstmals seit 1983 wieder nach Deutschland geholt. Ihr Lied für die Mission Titelverteidigung am kommenden Samstag, «Taken By A Stranger», präsentierte Lena in einer Jazz-Version. Ansonsten gab sie sich auf der Bühne eher wortkarg.

Ganz anders einige ihrer Konkurrenten: Sängerin Getter Jaani aus Estland zeigte erneut, warum man ihr eine Top-Platzierung beim Song Contest zutraut. Etliche Gäste konnten bei ihrem Song «Rockefeller Street» nicht mehr stillhalten und hüpften auf und ab. Ihre Hintergrundtänzer sorgten auch noch für gute Stimmung zwischen den Live-Auftritten und legten spontane Tanznummern ein.
Erfrischend ehrlich gab sich die dänische Band A Friend in London. Sänger Tim Schou kommentierte die zwischenzeitlich etwas gezwungene Party-Stimmung: «Schon lustig, dass hier fast nur Journalisten sind, und Ihr müsst ja arbeiten.»
Lena saß derweil umringt von Fotografen und Kameraleuten, aber abgeschirmt von Sicherheitsleuten auf einem Höckerchen - fast wirkte es wie auf einem entrückten Thron. Als der armenische Beitrag «Boom Boom / Chucka chucka» von Sängerin Emmy aus den Boxen dröhnte, hielt es Lena aber nicht mehr auf dem Sitz. Den Song mag sie, wie sie noch am Wochenende selbst erzählt hat.
Quelle: dpa
Internationale ESC-Seite: www.eurovision.tv
Deutsche ESC-Seite des NDR: www.eurovision.de

08.05.2011 | Düsseldorf
Düsseldorf in Lena-Laune
Spotlight an für Lena! Die 19-Jährige zupft sich noch die Haare zurecht, als der gleißende Lichtkegel auf sie fällt. Dann geht es los: «Taken By A Stranger», säuselt sie beim ersten Soundcheck ins Mikrofon.
Lena ist zurück auf der Grand-Prix-Bühne. Eine Woche vor dem Finale des Eurovision Song Contests (ESC) hat für sie am Wochenende der Probenmarathon in der Düsseldorfer Arena begonnen.
Passend zu ihrem eher düsteren Mystik-Song erscheint Lena am Samstag im schwarzen Einteiler, ihre Augen sind dunkel geschminkt. Für Farbe sorgen der blau-grüne Gürtel und die gefährlich hohen Schuhe in Blau. Die Scheinwerfer am Boden der kreisrunden Bühne formen über Lena einen gigantischen Lichtdom.

Ansonsten ist die Halle, in der am nächsten Samstag 36 000 Zuschauer das ESC-Finale verfolgen werden, komplett dunkel. Bis zum letzten Zuschauerrang donnern die dumpfen Bässe der Elektropop-Nummer.
Ein herber Kontrast zu dem, was hier noch vor ein paar Minuten zu sehen war: Die britische Band Blue brannte bei ihren Proben ein Choreographie-Feuerwerk ab - und das im eigentlichen Wortsinn. Über der Bühne gingen krachend Böller los, und auch hinter den vier Bandmitgliedern schossen zischend Funken in die Höhe.
Trotzdem zählt Lena - anders als die Briten - zu den Favoriten auf die vorderen Plätze beim Song Contest. Oder vielleicht gerade wegen ihrer eher leisen Bühnenshow?

Lena jedenfalls gibt sich zufrieden. An Make-up und Outfit werde sie noch feilen, ansonsten seien die Proben gut gelaufen, sagt sie danach - und ist wieder ganz die alte freche Göre. In der Pressekonferenz nach der Probe verteilt sie erst mal Apfelkuchen. «Ich habe heute noch nicht so viel gegessen», erklärt sie und mischt sich mit einem Kuchenblech unter Fans und Journalisten.
Zurück auf dem Podium sagt sie: «Ich muss Euch eine wirklich lustige Geschichte erzählen.» Beim Umziehen nach der Probe habe sie ihre Kleidung und Schuhe versehentlich mit Apfelsaft durchtränkt. «Meine Schuhe sind so nass, dass ich jetzt barfuß hier sitze.»
Lena hat dann aber doch noch trockene Klamotten gefunden. Zum Rathausempfang der Stadt Düsseldorf erschien sie ganz in Weiß. Gemeinsam mit den Delegationen der übrigen 42 teilnehmenden Nationen feierte sie am Samstagabend den Auftakt in die Düsseldorfer Song-Contest-Woche.
Für neun Länder wird die Party allerdings schon an diesem Dienstag vorbei sein. Denn im ersten Halbfinale werden sich nur zehn Länder für die Endausscheidung am 14. Mai qualifizieren können. Das zweite Halbfinale geht am Donnerstag über die Bühne. Doch Lena kann da ganz entspannt sein: Die «Big Five»-Nationen Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien sind für das Finale bereits gesetzt.
Quelle: dpa

28.04.2011 | Berlin
Bei Google gewinnt Lena erneut den Eurovision Song Contest
Gut zwei Wochen vor der Entscheidung im Eurovision Song Contest wagt Google die Prognose: Lena wird auch in diesem Jahr wieder gewinnen. Das Internet-Unternehmen wertet dafür die Suchabfragen nach den 43 Teilnehmern aus - nicht berücksichtigt werden dabei jeweils die Abfragen aus dem eigenen Land, wie Google-Sprecher Stefan Keuchel am Donnerstag erklärte. In den vergangenen zwei Jahren lag Google mit seinen Prognosen jeweils richtig.
Die Häufigkeit der Suchabfragen ergebe zumindest ein Stimmungsbild, erklärte Keuchel. «Das kann sich allerdings noch verändern.» Die am Donnerstag dazu eingerichtete Webseite zeigt die geschätzte Platzierung aller Teilnehmer an. Am Donnerstag lag Lena Meyer-Landrut mit einer erwarteten Zahl von 162 Punkten deutlich vor dem irischen Duo Jedward (125) und dem französischen Sänger Amaury Vassili (101). Links zu Videos mit den jeweiligen Song-Contest-Beiträgen. Eine Grafik veranschaulicht die Entwicklung der Popularität im zeitlichen Verlauf. Diese Daten werden bis zur Entscheidung am 14. Mai in Düsseldorf täglich aktualisiert.
Quelle: dpa
Thema: www.google.de/eurovision




Kommentare