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16.03.2009

16.03.2009 | Winnenden/Waiblingen (dpa)
Ermittlungsverfahren gegen Vater des Amokläufers
Nach dem Amoklauf von Winnenden läuft gegen den Vater des 17-jährigen Täters ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung in 15 Fällen. Die Polizei in Waiblingen sagte am Montag, die Staatsanwaltschaft Stuttgart habe ein Verfahren eingeleitet.
Die Anklagebehörde teilte mit, dass der Amokläufer Tim K. Mitte Dezember 2008 in Vorbereitung seiner Musterung einen Musterungsvorbereitungsbogen an das Kreiswehrersatzamt ausgefüllt habe. «Hierin hat er gesundheitliche Beeinträchtigungen in Form von Depressionen im Jahr 2008 geltend gemacht. Als behandelnden Arzt hat er einen Arzt des Klinikums am Weissenhof benannt.»
Es lägen konkrete Anhaltspunkte vor, dass die Eltern Kenntnis von den gesundheitlichen Problemen ihres Sohnes hatten. «Auf diesen Umstand begründet sich der konkrete Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung. Zur Prüfung dieser Fragestellung hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart ein Ermittlungsverfahren gegen den Vater eingeleitet», hieß es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Der Vater hatte 4600 Schuss Munition zu Hause gelagert und die großkalibrige Tatwaffe entgegen der Vorschriften im Schlafzimmer aufbewahrt - und nicht im Tresor wie seine anderen 14 Waffen.
Wegen fahrlässiger Tötung kann sich auch strafbar machen, wer am Tatgeschehen nicht unmittelbar beteiligt ist. Fahrlässigkeit bedeutet, dass ein Beschuldigter eine Tat nicht wollte, diese aber hätte vorhersehen können und müssen und trotzdem nicht handelte. Fahrlässige Tötung kann mit Freiheitsstrafe bis fünf Jahren oder Geldstrafe geahndet werden - egal, ob aktives Handeln oder Unterlassen vorliegt.
Einen Tag nach dem Amoklauf ihres Sohnes hatten die Eltern ihren Wohnort Leutenbach verlassen, weil das Haus von Journalisten belagert wurde. Tim K. hatte am vergangenen Mittwoch in seiner ehemaligen Schule ein Blutbad angerichtet und neun Schüler und drei Lehrerinnen erschossen. Auf der Flucht tötete er in Wendlingen drei Unbeteiligte und verletzte zwei Polizisten schwer. Nach einem Schusswechsel mit der Polizei tötete sich der Jugendliche selbst.




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