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THEMENWOCHE: PAPST IN BERLIN

 

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DER PAPST IN BERLIN
- AKTUELL -

» Die Papst-Rede im Bundestag im Wortlaut «

26.09.2011 | Berlin/Freiburg

Will Benedikt eine andere Kirche?

Der Papst geht, die Probleme bleiben. Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch bezeichnete den Besuch des Kirchenoberhaupts als wichtigen Anstoß, zugleich habe er die deutschen Katholiken aber auch vor einige Herausforderungen gestellt.

Darüber müssten die Bischöfe auf ihrer Vollversammlung vom 4. bis 7. Oktober in Fulda reden. Konkrete Lösungsvorschläge für die aktuellen Probleme lieferte der Papst nicht. Vielmehr öffnete er mit seiner Anregung, dass die Kirche auf ihre staatliche Privilegien verzichten soll, noch ein weiteres Diskussionsfeld. Zudem war in seinen Reden eine gewisse Kritik an dem Dialogprozess durchzuhören, den Zollitsch nach den lauten Forderungen nach Reformen ins Leben gerufen hat und der bei der Vollversammlung vorangetrieben werden soll.

Zollitsch verwies jedoch auf eine bislang nicht veröffentlichte Tischrede des Papstes in Freiburg, bei der der Heilige Vater ihm den Rücken gestärkt habe. «Er hat uns ermutigt, den Weg der Erneuerung zu gehen.» Der Papst habe die konkreten Probleme nicht angesprochen, weil es ihm um die grundsätzliche Frage des Glaubens gehe. «Wenn wir diese zentrale Frage nach unserem Glauben klären, wird es uns helfen, die Einzelfragen zu lösen.»

Auch die Feststellung des Papstes, dass sich die Kirche ihren eigentlichen Aufgaben besser zuwenden könnte, wenn sie sich von ihren staatlichen Privilegien trenne, wertete Zollitsch nur als Signal zum Innehalten. Dem Papst gehe es nicht um die Abschaffung der Kirchensteuer oder des Religionsunterrichts. Er habe vielmehr sagen wollen, dass sich die Kirche nicht zu sehr um ihre finanzielle Absicherung kümmern solle, sondern mehr um ihren inneren Geist.

Zum Abschluss seines Deutschlandbesuches hatte der Pontifex in Freiburg eine radikale Neuausrichtung der katholischen Kirche gefordert. Er stellte die Zusammenarbeit mit dem Staat infrage. Die Kirche dürfe sich nicht der Gegenwart anpassen, sondern müsse mehr auf Distanz zur Gesellschaft gehen.

In anderen Reden und Predigten verlangte der 84-Jährige am Wochenende von den Gläubigen Treue zu Rom. An die Jugend appellierte der Papst, «glühende Heilige» zu werden.

Es war der dritte Besuch des deutschen Papstes in seiner Heimat und der erste Staatsbesuch in Deutschland. Am Sonntagabend flog er nach Rom zurück. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi zog eine positive Bilanz der Reise: «Dem Papst geht es außerordentlich gut. Wir sind etwas erstaunt, wie gut er diese Reise überstanden hat.»

Es war ein Deutschlandbesuch mit großem Programm und noch größeren Erwartungen. Als spektakulär und historisch wurden Benedikts Auftritte im Bundestag in Berlin und beim Ökumene-Gipfel in Erfurt gewertet. Allerdings hatten sich viele deutlichere Signale für eine Annäherung zwischen katholischer und evangelischer Kirche gewünscht.

Quelle: dpa
25.09.2011 | Freiburg

Papst begeistert bei Abschlussmesse - mehr als 100.000 Menschen waren dabei

Es war ein fröhliches, buntes Glaubensfest, mit dem die Freiburger und ihre Gäste Papst Benedikt XVI. aus Deutschland verabschiedet haben. 100 000 Menschen feierten am Sonntag mit dem Papst eine letzte Heilige Messe, bevor der 84-Jährige am Abend zurück nach Rom reiste.

Sie haben gebetet und gejubelt, die Eucharistie gefeiert und getanzt. Freiburg war für Benedikt XVI. der erwartete feierliche Abschluss seines viertägigen Staatsbesuchs. «Der Papst hat durch seine Reise in Deutschland den Glauben zum Leuchten gebracht», schwärmte Judith Winter. Die 14-Jährige war mit ihrer Ministrantengruppe aus Regensburg nach Freiburg gekommen. Einige Pilger hatten Plakate mit Grüßen gemalt: «Papst Benedikt - Wir lieben Dich» stand auf einem, eingerahmt in ein rotes Herz. Auch viele Deutschlandfahnen waren zu sehen.

«Willkommen daheim», schrieb einer an den deutschen Papst. «Es ist beeindruckend, Teil dieser lebendigen und freudigen Kirche zu sein», sagte Theresa Winterhalter (69). «Der Papst hat uns Kraft und Zuversicht gegeben.»

Viele waren schon am frühen Morgen auf das Gottesdienst-Gelände gekommen, als noch dichter Nebel über der Wiese am Freiburger Flugplatz lag. In der weiträumig abgesperrten Stadt bildeten sich kilometerlange Pilgerzüge. 5000 Menschen hatten nach Schätzungen von Helfern bei Temperaturen im einstelligen Bereich sogar auf dem Gelände übernachtet und sich in dicke Jacken und Schlafsäcke gewickelt. Als Benedikt XVI. dann nach stundenlangem Warten pünktlich mit dem Papamobil ankam, brandete lauter Jubel auf. Der Papst winkte, segnete Kinder und lächelte den Gläubigen zu.

Nach den politisch und ökumenisch brisanten Stationen in Berlin und Erfurt wollte Benedikt XVI. in Freiburg vor allem den katholischen Glauben in den Mittelpunkt stellen.

Schon am Samstagabend hatte er zusammen mit fast 30 000 Gläubigen eine stimmungsvolle Jugendvigil bei Kerzenlicht gefeiert. Viele hatten zuvor stundenlang auf dem Gelände eine unbeschwerte Glaubens-Party gefeiert, gesungen und getanzt. Immer wieder stimmten einige der Jugendlichen «Benedetto»-Rufe an.

Aber auch zur Heiligen Messe am Sonntag kamen viele Jugendliche und Familien mit Kindern. Einige hatten Ferngläser dabei, um den Papst nicht nur auf den großen Bildschirmen erkennen zu können. Aus Sicherheitsgründen standen die Pilger weit weg vom Altar, an dem Benedikt XVI. die Messe feierte. «Wir haben den Papst gar nicht gesehen, er war einfach zu weit weg», sagte Birgit Fischer (42) aus Mühlacker sichtlich enttäuscht. Als der Papst mit den 100 000 Menschen dann aber schließlich die Eucharistie feierte und 800 Kommunionhelfer die Hostien verteilten, hatten die meisten ihren Ärger über die schlechte Sicht längst wieder vergessen.

Der Papst, der in Freiburg deutlich entspannter wirkte als bei Auftritten in Berlin und Erfurt, strahlte und genoss die Stimmung der Heiligen Messe. Zum Abschied winkte noch einmal und segnete die Menschen.

Quelle: dpa
24.09.2011 | Erfurt

Schüsse vor der Papstmesse in Erfurt - keine Verletzten

Am Rande des Papstbesuchs in Erfurt sind Schüsse aus einem Luftdruckgewehr gefallen. Nach Angaben der Polizei schoss ein Mann an einer Vorkontrollstelle vier Mal auf Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes. Verletzt wurde niemand.

Der Zwischenfall ereignete sich zwischen 07.00 und 08.00 Uhr mehrere hundert Meter entfernt vom Domplatz, wo um 09.00 Uhr die Messe mit Papst Benedikt XVI. begann.

Die Polizei stürmte am Vormittag die Wohnung eines Verdächtigen. Ein Mann wurde festgenommen. Nach Angaben von Polizeisprecher Dirk Sauter ist der Festgenommene nicht der Mieter. Gegen den Festgenommenen werde wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt, sagte Sauter.

Die Vorkontrollstelle liegt im äußeren Bereich des erweiterten Sicherheitsbereiches. Bei der Messe mit Papst Benedikt war von dem Vorfall nichts zu spüren. Die Straße, die auch in der Nähe des Augustinerklosters liegt, war von Polizeibeamten abgesperrt.

Quelle: dpa
23.09.2011 | Berlin

Papst wird in Thüringen erwartet

Papst Benedikt XVI. reist am zweiten Tag seines Deutschlandaufenthalts zum Treffen mit führenden evangelischen Christen nach Erfurt. Seinen historischen Besuch begann er am Donnerstag mit Appellen zu mehr Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung.

Im Bundestag forderte er die Politiker auf, konsequent für das Wohl der Menschen einzutreten: «Die Politik muss Mühen um Gerechtigkeit sein und so die Grundvoraussetzung für Friede schaffen.» 61 000 Menschen feierten das Kirchenoberhaupt am Abend im Olympiastadion, Tausende demonstrierten in der Innenstadt gegen den Staatsgast aus Rom.

Bundespräsident Christian Wulff hatte bei der Begrüßung vor dem Schloss Bellevue am Vormittag konkrete Verbesserungen im Miteinander von Katholiken und Protestanten angemahnt. «Das Trennende zwischen den christlichen Kirchen bedarf der Begründung, nicht das Gemeinsame. Und deswegen haben wir hier noch sehr viel zu tun», sagte er.

Die Ökumene ist ein Schwerpunkt der Deutschlandreise Benedikts. Die Erwartungen an das Treffen in Erfurt sind hoch. Das ökumenische Gespräch findet im Augustinerkloster statt. Dort hatte der spätere Reformator Martin Luther vor 500 Jahren als katholischer Mönch gelebt. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, erhofft sich Anstöße für ein besseres Miteinander von Protestanten und Katholiken.

Wulff ging auch auf die Probleme wiederverheirateter Geschiedener ein, denen die katholische Kirche die Kommunion verweigert. Indirekt erwähnte er die vielfachen Missbrauchsfälle in katholischen Einrichtungen. Wulff ist selbst Katholik, geschieden und in zweiter Ehe verheiratet.

Bei einem Treffen mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland wurde die große Nähe von Christentum und Judentum hervorgehoben. «Das Heil kommt nun einmal von den Juden», zitierte Benedikt die Bibel. Der biblische Jesus war Jude.

Beim ersten Auftritt eines Papstes im Bundestag ging Benedikt nicht direkt auf die ethischen Debatten über Stammzellforschung und Präimplantationsdiagnostik ein. Auch Missbrauchsopfer der katholischen Kirche reagierten enttäuscht. Der Papst habe im Bundestag über Macht und Recht gesprochen, sei aber auf seine Rolle als Mächtiger nicht eingegangen, kritisierte Matthias Katsch, Sprecher der Organisation «Eckiger Tisch», in dem sich Missbrauchsopfer aus Jesuitenschulen zusammengeschlossen haben.

Am Freitagnachmittag fliegt der Papst mit dem Hubschrauber ins katholische Eichsfeld im Norden Thüringens. An der Marienwallfahrtskapelle Etzelsbach feiert er mit etwa 60 000 Pilgern ein Abendgebet. Am Samstag und Sonntag schließt er den Deutschlandbesuch in Freiburg ab.

Quelle: dpa
Der Papst im Olympiastadion
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22.09.2011 | Berlin

Papst feiert Messe im Olympiastadion - 61 000 jubeln

Papst Benedikt XVI. hat die Katholiken bei seiner Messe im Berliner Olympiastadion aufgerufen, trotz Negativschlagzeilen zu ihrer Kirche zu stehen. Rund 61 000 Menschen jubelten dem Kirchenoberhaupt am Donnerstagabend begeistert zu.

Bei seiner Fahrt mit dem offenen Papamobil durch das Stadionrund wurde der Papst beinahe wie ein Popstar gefeiert. Die vielen Gläubigen schwenkten Fahnen in den Kirchenfarben und hielten Transparente hoch. Immer wieder wurden dem Papst kleine Kinder ins Fenster gereicht, die er zart mit den Lippen berührte und segnete. Von den Protesten tausender Demonstranten in der Stadt bekam er nichts mit.

Das mit einem Großaufgebot der Polizei abgesicherte Stadion war gut gefüllt. Als Ehrengäste waren Bundespräsident Christian Wulff, Bundeskanzlerin Angela Merkel und zahlreiche Mitglieder des Kabinetts gekommen. Wegen eines drohenden Regenschauers vor Beginn der Messe streiften die Gäste, aber auch mitzelebrierende Bischöfe bereitgelegte Regenhäute über.

Überraschend hielt der Papst einen Teil der Liturgie in lateinischer Sprache. In Deutschland ist das heute nur noch in konservativen Kreisen üblich. Der frühere Kardinal Joseph Ratzinger bemüht sich aber seit langem um eine Wiederbelebung des Kirchenlateins.

Beim ersten Besuch in der Hauptstadt seines Heimatlandes feierte Benedikt XVI. einen Gottesdienst der Superlative. In dem Stadion, das sonst vor allem vom Fußball-Erstligisten Hertha BSC genutzt wird, lagen 80 000 Hostien bereit. 800 Priestern und Helfer verteilten sie an die Gläubigen auf den Tribünen. 1500 Ministranten begleiteten die Feier. Zwei Chöre mit 140 und 620 Mitgliedern sorgten für glanzvolle Kirchenmusik, unterstützt von einem Bläserensemble und einer modernen Band.

Berlins neuer Erzbischof Rainer Maria Woelki verwies auf die abnehmende Bindung der Menschen an die Kirche: «Heiliger Vater, Sie kommen heute in eine Stadt, in der nur noch etwa jeder Dritte einer christlichen Kirche angehört. Sie kommen in eine Stadt, die auch geprägt ist von Gottvergessenheit und Atheismus.» Allerdings suchten auch viele Menschen nach dem Glauben, sagte der Berliner Erzbischof: «Unsere Stadt ist also keine gottlose Stadt.»

Mit leisem Lächeln und einem herzlichen Dankeschön nahm das Kirchenoberhaupt einen Bauarbeiter-Helm entgegen, den jugendliche Ministranten ihm schenkten. «Sie wollen mitbauen am Reich Gottes, an seiner Kirche», erklärte Woelki.

Vor der Messe empfing Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit den Papst im Stadion. Benedikt XVI. trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Wowereit, der sich offen zu seinem Schwulsein bekennt, hatte schon im Vorfeld deutlich gemacht, dass er das Thema bei dem kurzen Treffen nicht ansprechen will.

Quelle: dpa
Der Papst vor dem Bundestag
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22.09.2011 | Berlin

Papst: Politik muss mehr moralische Verantwortung übernehmen

Der Papst redet im Bundestag - fast wie in einer Vorlesung. Der Pontifex hält eher einen rechtsphilosophischen Vortrag als eine politische Rede. Dennoch liest Benedikt den Politikern die Leviten.

 

Papst Benedikt XVI. hat von der Politik mehr moralische Verantwortung für Ökologie und Gerechtigkeit verlangt. Bei seiner mit Spannung erwarteten Rede im Bundestag würdigte er am Donnerstag die Umweltbewegung und warnte vor einer Wissenschaft ohne Ethik: «Ein positivistischer Naturbegriff, der die Natur rein funktional versteht, so wie die Naturwissenschaft sie erkennt, kann keine Brücke zu Ethos und Recht herstellen.»

 

Der Papst ging nicht direkt auf die bioethischen Debatten über Stammzellforschung und Präimplantationsdiagnostik ein, betonte aber: «Es gibt auch eine Ökologie des Menschen. Auch der Mensch hat eine Natur, die er achten muss und die er nicht beliebig manipulieren darf.» Technisch sei es möglich, die Welt zu zerstören, Menschen zu machen «und Menschen vom Menschsein auszuschließen». Politiker und Wissenschaftler seien daher besonders gefordert, ihre Entscheidungen moralisch zu bedenken.

Schätzungsweise einige Dutzend Abgeordnete von SPD, Grünen und Linkspartei - deutlich weniger als zunächst erwartet - blieben der Rede fern. Sie sahen darin einen Verstoß gegen die verfassungsrechtliche Trennung von Kirche und Staat. Bei Spitzenpolitikern von SPD und CDU stieß der Boykott auf Unverständnis. Papstgegner demonstrierten während der Rede in Berlin.

Der Papst wurde vom Bundestag mit viel Applaus begrüßt. Er machte klar, dass er die Einladung auch als politische Würdigung des Vatikan versteht. Zu Beginn seiner Rede vor den Abgeordneten sagte er: «Die Einladung zu dieser Rede gilt mir als Papst, als Bischof von Rom, der die oberste Verantwortung für die katholische Christenheit trägt. Sie anerkennen damit die Rolle, die dem Heiligen Stuhl als Partner innerhalb der Völker- und Staatengemeinschaft zukommt.»

Quelle: dpa

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Alles zum Papstbesuch: www.papst-in-deutschland.de

Proteste gegen Papst-Besuch
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22.09.2011 | Berlin

Mehrere Tausend protestieren: Wir sind nicht Papst

Mehrere tausend Menschen haben in Berlin gegen den Besuch des Papstes demonstriert. Der Protest zum Auftakt des Deutschlandbesuches von Benedikt XVI. fiel im Zentrum der Hauptstadt aber geringer aus als angekündigt. Die Polizei sprach von 9000 Demonstranten. Die Veranstalter nannten am Abend die Zahl von 15 000 Teilnehmern. Die Papstkritiker hatten bis zu 20 000 Menschen erwartet.

Das Bündnis von knapp 70 Organisationen, initiiert vom Schwulen- und Lesbenverband, hatte unter dem Motto «Keine Macht den Dogmen» zu dem Protest aufgerufen. Bei der Abschlusskundgebung an der Hedwigs-Kathedrale, der Hauptkirche der Berliner Katholiken, kam es zu vereinzelten Flaschenwürfen gegen Polizisten.

Verletzt wurde laut Polizei niemand. Ob es Festnahmen gab, war noch unklar. Unter die Demonstranten hatten sich auch Autonome gemischt. Die Lage habe sich sehr schnell wieder beruhigt, die Kundgebung ging laut Polizei ohne weitere Zwischenfälle zu Ende.

Am Abend versammelten sich vor der Vertretung des Vatikans in Neukölln einige Dutzend Demonstranten. Der Papst wollte dort nach seiner Messe im Olympiastadion übernachten. Die Stimmung war friedlich. Am Freitagvormittag reist der Papst nach Erfurt weiter.

 

Quelle: dpa
Papst bei Merkel
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22.09.2011 | Berlin

Merkel nach Papst-Treffen: Willen zum Kampf gegen Finanzkrise

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach ihrem Treffen mit Papst Benedikt XVI. den Anspruch der Politik zur Bewältigung der Finanzkrise betont. Sie habe mit dem Papst über die Finanzmärkte gesprochen und «über die Tatsache, dass die Politik schon die Kraft haben sollte, für die Menschen zu gestalten und nicht getrieben zu sein», sagte Merkel nach der Unterredung am Donnerstag in der Repräsentanz der Deutschen Bischofskonferenz in Berlin. Dies sei eine «sehr große Aufgabe in der Zeit der Globalisierung».

 

Merkel sagte, sie habe mit Benedikt XVI. über aktuelle Themen gesprochen. «Europa interessiert den Papst sehr», betonte die Kanzlerin. Sie habe sehr deutlich gemacht, dass die europäische Vereinigung für Deutschland unverzichtbar sei. Sie bedeute Wohlstand, Demokratie und Freiheit.

Quelle: dpa

Alles zum Papstbesuch: www.papst-in-deutschland.de

Papst bei Bundespräsident Wulff
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22.09.2011 | Berlin

Papst beklagt zunehmende Gleichgültigkeit gegenüber der Religion

Papst Benedikt XVI. hat in seiner ersten Ansprache auf seinem Besuch in Deutschland eine zunehmende Gleichgültigkeit gegenüber der Religion beklagt. Notwendig sei aber die Religion als Grundlage für ein gelingendes Miteinander in der Gesellschaft. Benedikt zitierte am Donnerstag in Berlin den Sozialreformer Wilhelm von Ketteler mit den Worten: «Wie die Religion der Freiheit bedarf, so bedarf auch die Freiheit der Religion», sagte der Papst im Garten von Schloss Bellevue.

Freiheit brauche die Rückbindung an eine höhere Instanz. Im menschlichen Miteinander gebe es Freiheit nicht ohne Solidarität. Das gelte nicht nur für den Privatbereich, sondern auch für die Gesellschaft.

Mit Blick auf die deutsche Geschichte sagte der Papst, der klare Blick auch auf ihre dunklen Seiten ermögliche es, aus der Vergangenheit zu lernen und Anstöße für die Gegenwart zu erhalten. Die Bundesrepublik Deutschland sei durch die Verantwortung vor Gott und voreinander gestaltete Kraft der Freiheit zu dem geworden, was sie heute ist. «Sie braucht diese Dynamik, die alle Bereiche des Humanen einbezieht» Sie brauche dies in einer Welt, die einer tiefgreifenden kulturellen Erneuerung und der Wiederentdeckung von Grundwerten bedarf, auf denen eine bessere Zukunft aufzubauen ist.

Quelle: dpa

Infos: www.bundespraesident.de

22.09.2011 | Berlin

Bundespräsident Wulff begrüßt Papst vor Schloss Bellevue

Offizielle Begrüßung: Bundespräsident Christian Wulff hat Papst Benedikt XVI. vor dem Schloss Bellevue in Berlin willkommen geheißen. Der Bundespräsident ist Gastgeber des Kirchenoberhauptes auf dessen viertägigem Staatsbesuch in Deutschland.

Nach der militärischen Zeremonie vor dem Amtssitz des Bundespräsidenten will der deutsche Papst erstmals auf seiner Reise das Wort an die Deutschen richten. Rund 1100 Gäste sind Zeugen der Ansprache im Schlosspark.

Danach ist etwa eine halbe Stunde für ein Gespräch mit Wulff vorgesehen. Auch eine Begegnung mit der Familie des Bundespräsidenten ist geplant. Der Katholik Wulff ist in zweiter Ehe verheiratet. Mit seiner Frau Bettina hat er einen gemeinsamen Sohn, Linus (3). Frau Wulff hat ihren Sohn Leander (8) mit in die Ehe gebracht.

Nach dem Gespräch mit Wulff trifft Papst Benedikt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen. Danach hält er eine mit Spannung erwartete Rede im Bundestag. Etwa 100 der 620 Parlamentarier kündigten an, der Rede fernzubleiben. Später am Tag ist eine Messe vor rund 70 000 Gläubigen im Olympiastadion vorgesehen.

Quelle: dpa
Papst kommt in Berlin an
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22.09.2011 | Berlin

Papst in Deutschland gelandet

Papst Benedikt XVI. ist zu seinem ersten offiziellen Staatsbesuch in Deutschland eingetroffen. Die Maschine aus Rom landete am Donnerstag gegen 10.15 Uhr auf dem Flughafen Berlin-Tegel. Bundespräsident Christian Wulff und seine Ehefrau Bettina sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßten das Oberhaupt der katholischen Kirche auf dem roten Teppich. Das Wachbataillon der Bundeswehr ehrte den deutschen Papst mit 21 Salutschüssen.

Um 11.15 Uhr ist die offizielle Begrüßung durch Wulff im Park von Schloss Bellevue geplant. Anschließend trifft sich der Papst mit Merkel. Am Nachmittag hält Benedikt als erster Papst im Bundestag eine Rede und spricht mit Vertretern der jüdischen Gemeinde.

Am Abend feiert er eine Messe im Olympiastadion. Weitere Stationen der viertägigen Reise sind Erfurt, das Eichsfeld (Thüringen) und Freiburg.

 

Benedikt XVI. sieht die Proteste und die Opposition gegen seinen Deutschlandbesuch gelassen. «Das ist normal in einer freien Gesellschaft», sagte er auf dem Weg nach Berlin. Dagegen sei nichts zu sagen, wenn man es denn auf zivile Weise tue. «Ich komme freudig nach Deutschland», sagte der Papst. «Ich bin in Deutschland geboren, die Wurzel kann und soll nicht abgeschnitten werden.»

Quelle: dpa

Alles zum Papstbesuch: www.papst-in-deutschland.de

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