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50 JAHRE MAUERBAU
- Zeitzeugen -

Lydia Steffen aus Zehlendorf
Sie war Fluchthelferin. Zum Mauerbau lebte sie in Kreuzberg, ihre Familie in Weißensee. Mit 15 ist sie als NICHT-DDR-Konform von der Schule geflogen. Folge: keine DDR Schule nahm sie mehr auf. Fortan lebte Lydia in einem Zimmer in Kreuzberg um auch dort, im Westen, einen Schulabschluss zu machen. Als Fluchthelferin holte sie in den innerhalb von 48 Stunden Mutter und ihren jüngeren Brüder in den Westteil der Stadt.

Richard Hebstreit
Er wurde am 24.05.1946 in Melsungen bei Kassel geboren, aufgewachsen ist er in Bad Salzungen/Thüringen. Er war wehrpflichtiger Grenzsoldat und vom 03.05.1966 bis zum 25.10.1966 im Grenzausbildungsregiment 39 Berlin Wilhemshagen tätig. Wehtpflichtiger Grenzdienst Berliner Mauer: 26.10.1966 - 26.10.1967 Grenzregiment 35 Berlin Rummelsburg, 4. Kompanie, 1. Zug.
Hintergrundinfos zu Richard Hebstreit unter: www.grenzsoldat.de

Ursula Hagenmann
Schwester Ursula Hagemann kommt aus Reinickendorf und wird auch Schwester Ursel genannt. Sie war ihr lebenlang Krankenschwester im Notaufnahmelager Marienfelde bis es geschlossen wurde.

Werner Eckert
Werner Eckert aus Westend war 1961 bei der Rede von Willy Brandt am Rathaus Schöneberg dabei. Er war Boxer und bis zu seiner Rente Boxtrainer.
Herr Eckert erzählt uns, wie er die Protestaktionen und die Rede Brandts erlebte...

Jürgen Litfin
Jürgen Litfin unterhält die Gedenkstätte Günter Liftin - einem kleinen Museum in einem alten DDR Grenzturm in der Kieler-Straße in Mitte. Er ist der Bruder von Günter Litfin, dem ersten Mauertoten.
Günter Litfin versuchte am 24. August 1961 über die zum Lehrter Stadtbahnhof führenden Bahnanlagen zu fliehen. Gegen 16.15 Uhr wurde er von Transportpolizisten entdeckt. Er sprang daraufhin an der Humboldthafenbrücke in den Ost- und West-Berlin trennenden Spandauer Schifffahrtskanal. Kurz vor Erreichen des jenseitigen Ufers wurde er von einem der Polizisten beschossen und durch einen Kopfschuss tödlich verletzt.
Hören Sie hier in das INterview mit Günter Litfin... »
Informationen zur Gedenkstätte: www.gedenkstaetteguenterlitfin.de
Ihre Geschichten
Sie haben den Mauerbau selber miterlebt? Egal wie alt Sie waren und ob Sie sich zu dieser Zeit im Osten oder Westen befunden haben - wir wollen Ihre Geschichte hören! Bitte teilen Sie uns Ihre Erlebnisse kurz mit. Jede Geschichte wird hier einen Platz finden und wer weiß - vielleicht rufen unsere Moderatoren ja sogar an, um mit Ihnen persönlich zu reden!?! Wir freuen uns auf Ihre ganz persönlichen Erinnerungen! Schreiben Sie uns hier... »
Geschichte von Frau Hannelore Botta
Als 14-jähriges Mädchen war ich in Dessau, meine Großmutter besuchen. Auch mein Vetter aus Ost-Berlin war am 13. August bei uns. Als wir beim Frühstück die Nachrichten hören wollten, brachten die Ostsender klassische Musik und die Westsender waren gestört. Mit viel Mühe konnten wir AFN einstellen und hörten vom Mauerbau in Berlin. Meine Eltern waren im Westen und voller Sorge. Ich habe am nächsten Tag die Heimreise angetreten und mußte meine Großmutter, die ich erst fünf Jahre später wieder sah, und meinen Vetter den ich erst nach 30 Jahren wieder traf, zurück lassen. Auch viel Freunde aus der Kindheit habe ich nie wieder gesehen. An der Westgrenze waren an diesem Tag fast keine Kontrollen. Wärend in Berlin die Menschen ihr Leben riskierten, hätte man hier vermutlich ohne große Probleme die DDR verlassen können. Mir ist jede Minute des 13. August 1961 im Gedächtnis eingebrannt. Die flüsternden Menschen auf der Straße, Familien die sich voneinander verabschiedet haben, um noch den Schritt in die Freiheit zu wagen. Die vielen Soldaten auf dem Weg nach Berlin - gut, das wir das alles überstanden haben, und die schreckliche Grenze Geschichte ist.
Geschichte von Margot Stautmeister
Am 10.08. vor 50 Jahren bin ich gerade 6 Jahre alt geworden, mit meinen Eltern und meinem Bruder von Zeuthen (wunderschöne Natur!) nach West-Berlin gekommen. Mein Zuhause (Haus,Garten) und fast die gesamte Familie habe ich bis zum Mauerfall sehr vermißt (ein Onkel ist Philosoph, der andere bei der Vopo-deswegen keine Kontakte). Mit dem Mauerfall (sehr emotional-für mich) glaubte ich, alles sei vergessen. Wie tief mich das bewegte, erlebte ich am 4.Oktober 2009 beim "Rendez-vous de Berlin" als symbolisch mit Kanonen die zurück gehaltenen Briefe der Stasi abgeschossen wurden, liefen mir plötzlich die Tränen - es waren Tränen der Erleichterung.




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