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50 JAHRE MAUERBAU
- DIENSTAG: TAGE DES MAUERBAUS -

ZEITZEUGEN IM WESTEN
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit war zum Bau der Mauer 8 Jahre jung und schildert uns im Spreeradio-Interview seine Erinnerungen an diese Zeit...
Hören Sie sich hier das Interview mit Klaus Wowereit an... »

04.08.2011 | Berlin
Wowereit zum Mauerbau: «Kein Raum für Nostalgie»
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat vor einer Verklärung des Mauerbaus am 13. August 1961 gewarnt. «Ganz klar muss sein, dass es im Hinblick auf die Mauer und ihre Erbauer keinen Raum für Nostalgie oder gar Verständnis gibt», teilte Wowereit am Donnerstag mit. «Die Mauer war und ist ein Symbol menschenverachtender, diktatorischer Politik.» Die Bundestagsfraktion der FDP kritisierte, die hohe Zahl der Mauerbau-Befürworter in der Anhängerschaft der Linken spreche Bände. Deren Parteiführung biete den Nährboden für diese extremen Gedanken, sagte der Abgeordnete Patrick Kurth.
Das Bollwerk teilte Berlin mehr als 28 Jahre, mindestens 136 Menschen starben durch das DDR-Grenzregime. Am 13. August wird mit einer großen Gedenkveranstaltung in Berlin an den Mauerbau vor 50 Jahren erinnert. Daran nehmen auch Bundespräsident Christian Wulff und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) teil.

Die Mauer habe Leid über Millionen Menschen gebracht, sagte Wowereit. Die überwiegende Mehrheit sei nach wie vor der Meinung, dass der Mauerbau ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit gewesen sei. «Leider gibt es aber auch in der heutigen Gesellschaft immer noch Leute, die aus der Vergangenheit nichts gelernt haben», unterstrich der SPD-Politiker.
Die Linke spiele bewusst mit Vorurteilen und betreibe politischen Revanchismus, sagte Kurth am Donnerstag für die FDP. Es sei bezeichnend, wenn die Linken in Mecklenburg-Vorpommern ausgerechnet am Jahrestag des Mauerbaus auf einem Parteitag auch einen Antrag diskutieren wollten, der den Mauerbau rechtfertige. Versuche der Geschichtsklitterung und Forderungen nach einem Schlussstrich seien beschämend, sagte der Abgeordnete.

In einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der «Berliner Zeitung» hatten zehn Prozent der Berliner angegeben, der Mauerbau sei «voll und ganz richtig» gewesen. Weitere 25 Prozent halten ihn teilweise für richtig. Weit verbreitet ist demnach die Verteidigung der Mauer unter früheren Ost-Berlinern, nur 41 Prozent halten sie für falsch.
Das Mauer-Thema bleibe Aufgabe und Herausforderung bei der Aufarbeitung der Geschichte, betonte Wowereit. Am 13. August werde der zweite Abschnitt der Mauer-Erinnerungslandschaft unter freiem Himmel an der Bernauer Straße eröffnet. Damit leiste Berlin einen weiteren Beitrag zur Erinnerungsarbeit gerade mit Blick auf die Generation, die die Teilung nicht mehr erleben musste.
Quelle: dpa

ZEITZEUGEN IM OSTEN
Wir haben mit dem ehemaligen Grenzsoldaten Richard Hebstreit gesprochen...
Er wurde am 24.05.1946 in Melsungen bei Kassel geboren, aufgewachsen ist er in Bad Salzungen/Thüringen. Er war wehrpflichtiger Grenzsoldat und vom 03.05.1966 bis zum 25.10.1966 im Grenzausbildungsregiment 39 Berlin Wilhemshagen tätig. Wehtpflichtiger Grenzdienst Berliner Mauer: 26.10.1966 - 26.10.1967 Grenzregiment 35 Berlin Rummelsburg, 4. Kompanie, 1. Zug.
Hintergrundinfos zu Richard Hebstreit unter: www.grenzsoldat.de

FLUCHT MIT DER S-BAHN IN DEN WESTEN
Der damals 17jährige Meinhard Schröder erzählt uns im Spreeradio-Interview seine unvergessliche S-Bahn-Fahrt von 1960. Diese Fahrt brachte ihn und seine Mutter nach West-Berlin. Mit folgenden Worten schilderte das ganze so: „Der Hälfte der Leute, die dort drinsaßen, hat man angesehen, dass sie abhauen wollten“...




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