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Album der Woche - KW 10 | 2010

Jennifer Rush "Now is the hour"

 

Jennifer Rush, eine der stimmgewaltigsten und erfolgreichsten Sängerinnen der Popmusik, stammt - was bei ihrem Ausnahmetalent nicht weiter verwundert - aus einer New Yorker Musikerfamilie. Der Vater ein Opern-Tenor mit weltweiten Engagements, die Mutter Pianistin, die beiden älteren Brüder steigen ebenfalls ins Musikgeschäft ein und arbeiten bis heute als erfolgreiche Studiomusiker. Jennifer Rush heißt gebürtig Heidi Stern, studiert Geige an der Juillard School of Music und entdeckt früh ihre Begeisterung fürs Songwriting. Als Teenager singt sie zu alten Platten von Aretha Franklin und Michael McDonald und brütet nach und nach den Wunsch aus, Sängerin zu werden. Ihr Vater finanziert ihr ein Demotape, für den ersten TV-Auftritt lässt sie ihren Nebenjob sausen und in Deutschland unterschreibt sie mit Anfang 20 schließlich ihren ersten Plattenvertrag. Aus Heidi Stern wird Jennifer Rush. Der Beginn einer Weltkarriere:


Sie erobert die Charts und die Herzen der Fans wie kaum eine andere Sängerin, landet Hit auf Hit und singt bis heute in ausverkauften Konzerthallen. Mit ihrer großen Ballade „The Power Of Love“ hat Jennifer Rush Musikgeschichte geschrieben und sich mit ihrer unvergleichlichen und einzigartigen Stimme einen Platz unter den weltbesten Sängerinnen gesichert.

Die Erfolgsgeschichte beginnt Mitte der Achtziger Jahre, als die junge New Yorkerin mit ihrer Single „25 Lovers“ erst die Radiomacher und dann das Publikum begeistert. Der Song wird schnell ein kommerzieller Hit und ihr Debüt-Album „Jennifer Rush“ übertrifft alle Erwartungen, hält sich über 100 Wochen in den deutschen Top 75. Als dritte Single erscheint die Ballade „The Power Of Love“, die Jennifers kraftvolle Stimme brillant zur Geltung bringt, und an der sie auch als Co-Autorin beteiligt ist. Der Song entwickelt sich zu DER Ballade des Jahrzehnts, rast in über 16 Ländern in die Top 10, erreicht Platz 1 der Charts von Skandinavien bis Südafrika, entert die USA Billboard-Charts und avanciert zur „bestverkauften Single einer Solo-Künstlerin in der Geschichte der britischen Musikindustrie“ – ein Eintrag im Guinness Buch der Rekorde. In Spanien wiederum führt Jennifers spanisch gesungene Version „Si Tu Eres Mi Hombre Y Yo Tu Mujer“ die dortigen Charts an, während die englische Fassung gleichzeitig in den Top 10 steht. Dieser Song verschafft Jennifer Rush den weltweiten Durchbruch, ein unglaublicher Erfolg für die junge Amerikanerin, die bereits an ihrem zweiten Album arbeitet.

Im Herbst 1985 legt sie mit „Destiny“ die erste Single aus ihrem Album „Movin’“ vor, die zu ihrer kommerziell erfolgreichsten in Deutschland werden soll. Jennifer Rush wird mit der begehrten Goldenen Europa als beste Popsängerin ausgezeichnet und im Oktober erscheint schließlich ihr zweites Album, das durch gereiften Sound und seinen unverkennbaren Eigencharakter überzeugt. Erwartungsgemäß schießt „Movin’“ in Deutschland wie auch in zahlreichen weiteren europäischen Ländern auf Platz 1 der Albumcharts und erreicht allein in Deutschland spielend Triple-Platin (über 1,5 Mio. verkaufte Einheiten). Ein Phänomen tritt auf, als das Vorgänger-Album „Jennifer Rush“ aufgrund des immensen Erfolgs von „Movin’“ erneut in die Charts einsteigt und sogar Platz 3 belegt, während „Movin’“ zeitgleich immer noch auf der 1 steht.
Das Album hält sich über 70 Wochen in den deutschen Top 75 und um seine Erfolgsserie zu krönen, wird es zum meistverkauften Album in Deutschland im Jahr 1986 und somit „Album des Jahres“ - und Jennifers immer größer werdende Fangemeinde feiert die Sängerin auf ihrer ersten Europa-Tour „Movin’ In Concert“ in ausverkauften Häusern.

Jennifer Rush meldet sich bereits knapp ein Jahr später auf dem Musikmarkt zurück. Das Album „Heart Over Mind“ (produziert von Andy Goldmark, Bruce Roberts, Gus Dudgeon Oscar-Preisträger Harold Faltermeyer und Desmond Child) übertrifft alle bisherigen Erfolge und schon bei der weltweiten Veröffentlichung zeichnet sich eine Sensation ab: Platz 1 in fast allen europäischen Ländern, Top 10 auf nahezu allen Kontinenten, es regnet Gold- Platin- und Doppelplatin-Auszeichnungen. Allein in Deutschland hält sich „Heart Over Mind“ zwölf Wochen an der Spitze der Album-Charts. Auf dem Album findet man auch einen absoluten Meilenstein in Jennifers Karriere: Zusammen mit Sir Elton John singt sie „Flames Of Paradise“; das mitreißende Duett erreicht unter anderem Platz 8 in Deutschland und die Top 40 der amerikanischen Billboard-Charts. Jennifers zweite Europatournee „Heart Over Mind In Concert“ ist für Herbst/Winter 1987 geplant, bereits im Vorverkauf werden weit über 200.000 Tickets abgesetzt, was ihr das „Platin Concert Ticket“ einbringt. Die Tour wird zum Siegeszug für Jennifer Rush. Sie spielt ausnahmslos vor ausverkauften großen Häusern quer durch Europa, muss Zusatztermine ansetzen und wird von ihren Fans frenetisch gefeiert. Und ganz nebenbei wird sie noch mit der Berolina ’87, dem Internationalen Deutschen Schallplattenpreis (heutiger Echo-Award) als „Beste Internationale Sängerin“ ausgezeichnet.

1988 erscheint ihr viertes Album „Passion“ (produziert von Michael Omartian, Jellybean, Harold Faltermeyer und Ric Wake) von dem bereits über 250.000 Exemplare vorbestellt worden waren, was ihm noch vor der Veröffentlichung Goldstatus einbringt. In Deutschland erreicht „Passion“ direkt Platz 3 der Charts und in Europa durchweg Top-10-Platzierungen. In Deutschland wird sie mit dem Bambi ausgezeichnet. Neben drei erfolgreichen Chart-Singles enthält „Passion“ auch „Same Heart“, ein Duett mit Michael Bolton, der in den USA bereits zu den gefragtesten Pop- und Soulkünstlern zählt. Für den spanischen Markt hat Jennifer erneut zwei Titel in der Landessprache aufgenommen, die beide dort zu Single-Hits werden.

Bevor sie 1989 beginnt, an ihrem fünften Studioalbum zu arbeiten, widmet sich Jennifer Rush zwei anderen großen Musikprojekten. Zusammen mit Künstlern wie Chaka Khan und Joe Cocker steht sie für den Benefiz-Song „Yes We Can“ vor dem Mikrofon, dessen Erlös der Rettung des Regenwalds zugute kommt. Darüber hinaus entsteht ein weiterer Höhepunkt in ihrer Karriere: Kein geringerer als Placido Domingo holt Jennifer für sein Musical-CD-Projekt „Goya... A Life In Song“ ins Studio und die beiden Ausnahmestimmen nehmen das traumhafte Duett „Till I Loved You“ auf, das in den UK Single-Charts überraschend einen Platz in den Top 20 erreicht.

Noch im November des Jahres präsentiert sie aber auch wieder eigenes Material: Das Album „Wings Of Desire“ (produziert von Phil Ramone, Christopher Neil und Michael J. Powell) wird veröffentlicht. Es erreicht zwar nur Platz 12 der deutschen Album-Charts, erhält aber bessere Kritiken als sein Vorgänger „Passion“ und verkauft sich über 500.000 mal. Ihre Fans lieben das Album als sehr eigenständiges soulorientiertes Werk, das auch stimmlich neue Facetten von Jennifer Rush zeigt.

Auf der nächsten Seite: Mehr zu Jennifer Rush und die Tracklist zum neuen Album...

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