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Bryan Ferry: Making of ''Olympia'' | YouTube
Video
Album der Woche - KW 44 | 2010

Bryan Ferry "Olympia"

 

Bryan Ferry gründete Roxy Music 1972, eine Band, die häufig und vollkommen zu Recht als die schillerndsten Vertreter des Glam Rock gehandelt wird. Unbestritten auch, dass der Löwenanteil dieses Ruhms auf das Konto des Frontmanns der Truppe geht. Mr. Bryan Ferry gilt nicht erst seit den 90er Jahren als "coolster lebender Engländer"; seine Fähigkeit, diesen Rang mit augenzwinkernder Würde zu bekleiden, zeichnet ihn bis heute aus.

Die Band Roxy Music war mit ihrem großen Interesse an Stil und Ästhetik ihrer Zeit um circa zehn Jahre voraus. Viele Bands der 80er Jahre, wie zum Beispiel Duran Duran, bezogen sich auf Roxy Music und knüpften mit der Ära des New Waves an die verrückten Outfits der Band an. Brian Eno trug auf der Bühne etwa Frauenkleider und Federboas, Sänger Bryan Ferry trat in der Anfangszeit der Band in einem fluoreszierenden Overall oder einem pinkfarbenen Kampfanzug auf.

Parallel zu seinen Aktivitäten mit Roxy Music startet Bryan Ferry nicht einmal ein Jahr später seine Solokarriere. Auf "These Foolish Things" präsentiert er seine eigenen Vorstellungen von seinen Lieblings-Klassikern, darunter eine Version von Elvis' "Baby I Don't Care" und ein Bob-Dylan-Cover von "A Hard Rain's A-Gonna Fall". Überhaupt werden Coverversionen zu einem großen Thema in Ferrys Diskographie. So enthält "Let's Stick Together" von 1976 Interpretationen bekannter R'n'B-Stücke, und bezeichnenderweise ist "Jealous Guy", der einzige Roxy-Music-Hit, der es in England an die Spitze der Charts schaffte, gleichzeitig der einzige, den Ferry NICHT geschrieben hat.

1978 erscheint mit "The Bride Stripped Bare" ein Album, das - stärker als die Vorgänger - persönliche Verstrickungen mit einfließen lässt. Verständlich: Wenn die eigene Freundin sich entschließt, lieber den Kollegen Mick Jagger zu heiraten, kann das schon auf die Laune schlagen. "The Bride Stripped Bare" thematisiert Ferrys Bruch mit dem texanischen Model Jerry Hall und soll für sieben Jahre die letzte Soloplatte bleiben.

Roxy Music, die etwas pausiert hatten, raufen sich wieder zusammen und benötigen nach der Reunion vorerst die volle Aufmerksamkeit. Nun, vielleicht nicht 100%. Es bleibt noch Zeit für die Eheschließung mit Lucy Helmore und die Produktion von nicht weniger als vier Söhnen.

Erst 1985 findet Bryan Ferry wieder Zeit für seine Solopfade. Sein Comeback "Boys And Girls", in der Machart sehr Roxy-Music-typisch geraten, liefert mit "Slave To Love" und "Don't Stop The Dance" zwei große Erfolge. Im selben Jahr tritt Ferry gemeinsam mit Pink-Floyd-Gitarrist David Gilmour beim Live-Aid auf. Ebenfalls in Zusammenarbeit mit Gilmour entsteht im folgenden Jahr die Ballade "Is Your Love Strong Enough?", zu finden auf dem Soundtrack zu Ridley Scotts "Legend". Auf dem Soundtrack des Horrorklassikers "The Fly" ist Ferry ebenfalls vertreten; hier steuert er, gemeinsam mit Gitarristenlegende Nile Rodgers, "Help Me" bei.

Auf "Boys And Girls" folgt 1987 "Bête Noir"; mit beiden Alben begibt sich Ferry 1988 auf eine Welttournee. 1993 erscheint dann das Album "Taxi". "Taxi" und der Nachfolger "Mamouna" (für das der ehemalige Roxy-Music-Kollege Brian Eno wieder ins Boot geholt werden konnte) liefern Material für eine weitere Mammut-Tour. Der kommerzielle Erfolg beider Alben hält sich allerdings in überschaubaren Grenzen.
       Die rühmliche Ausnahme bildet 1999 das Album "As Time Goes By"; Ferry covert hier in grandioser Art und Weise klassische Stücke der 20er und 30er Jahre. "As Time Goes By" sowie die zugehörige Tour ernten reichliche Lorbeeren und bringen Bryan Ferry zudem eine Grammy-Nominierung ein.

2001 ziehen Roxy Music - ohne Eno - einmal mehr auf Reunion-Tour. Im Anschluss daran kümmert er sich um die Sichtung diversen Materials, das er in den vorausgegangenen zehn Jahren mit Künstlern wie Robin Rimbaud, Dave Stewart, Bjørk, Sinead O'Connor, Edwin Collins, Bernard Butler und Brian Eno eingespielt hat; etliches davon findet sich auf dem 2002 veröffentlichten Album "Frantic" wieder.

Bis 2007 bleibt es relativ ruhig um den Sänger. Immer wieder stören Gerüchte die Stille, die von einem Roxy Music-Comebackalbum mit Brian Eno sprechen, doch es erscheint nichts. Schließlich verrät Ferry in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung, dass es vor allem daran liege, dass Eno solch ein Perfektionist sei: "Brian kommt Mal ums Mal ins Studio wie, ich weiß nicht: Michelangelo? Er putzt an einem Detail 'rum, Tage, Wochen. Dann löscht er alles. Und fängt wieder von vorne an."

Ferry selbst ist da schneller: In nur wenigen Tagen nimmt er sein Bob Dylan-Coveralbum "Dylanesque" auf. Sogar Eno ist auf einer Nummer vertreten. Mit dem Album, einem Herzenswunsch des Sängers seit 1973, ging Ferry auch wieder auf Europatournee.

Mit dem neuen Album passiert eigentlich eine kleine Sensation: Zum ersten Mal seit dem seinerzeit wegweisenden Roxy Music-Album „For Your Pleasure” (1973) arbeitete Bryan Ferry auf dieser Veröffentlichung wieder mit Phil Manzanera, Andy Mackay und Brian Eno zusammen. Letztere verließ die Band 1973 aufgrund eines Streits mit Ferry.

Außerdem sind auf ‚Olympia’ Beiträge von David Gilmour (Pink Floyd), Jonny Greenwood (Radiohead), Nile Rogers (Chic), Ex-Stone Roses-Bassist Mani und Flea (Red Hot Chili Peppers) zu hören.

TRACKLIST
Bryan Ferry ''Olympia"

 

 1. You Can Dance
 2. Alphaville
 3. Heartache By Numbers
 4. Me Oh My
 5. Shameless
 6. Song To The Siren
 7. No Face, No Name, No Number
 8. BF Bass (Ode To Olympia)
 9. Reason Or Rhyme
10. Tender Is The Night

 

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www.bryanferry.com

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