TIPPS AUS DEM PROGRAMM

Berlin (dpa)
Lästige Gäste:
Wespen kreisen früher über den Tischen
Vielen sind sie lästig, einige reagieren gar panisch auf die gelb-schwarzen Insekten: Wespen sorgen derzeit an vielen gedeckten Tafeln in Deutschland für Unmut. «Sie sind früher an den Tischen als sonst», sagte die Biologin Melanie von Orlow vom Naturschutzbund NABU in Berlin der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Gutes Wetter im März und April habe den Wespen zu einem günstigen Start verholfen, deshalb seien die Staaten nun schon so kopfstark, erklärte von Orlow. An all den leckeren Dingen auf gedeckten Tischen seien die Insekten zudem auch so brennend interessiert, weil die Blütezeit in diesem Jahr so früh endete. Auch Wespen speisen Nektar - machen sich aber auch über Marienkäfer und allerlei andere Lebewesen her, die sie überwältigen können.

Mit einem schnellen Ende der ungebetenen Besuche ist nicht zu rechnen: «Bis in den September hinein sind die Wespen am Tisch», sagte von Orlow. «Erst im Oktober kriegt man sie nicht mehr so mit.» Günstig für die Insekten ist eine zunehmend verbreitete Energiesparmaßnahme von Hausbesitzern: die Wärmedämmung. Sie helfe den Wespen dabei, in ihren Nestern unterm Dach der winterlichen Kälte zu widerstehen, erläuterte die Biologin.

So können Sie sich schützen...
- Orte meiden, an denen Bienen oder Wespen sich gerne aufhalten, zum Beispiel Abfalleimer oder Biotonnen.
- Ruhe bewahren: Nicht um sich schlagen oder das Tier anpusten. Das im Atem enthaltene Kohlendioxid gilt im Wespennest als Alarmsignal.
- Intensiv riechende Parfums und Cremes sowie Haarspray meiden.
- Obst, Kuchen und andere Speisen sowie Dosen, Flaschen und Becher nicht offen stehen lassen, sondern abdecken.
- Nie direkt aus der Flasche trinken, sondern Trinkhalm nutzen.
- Wespen mögen nicht den Geruch von mehreren übereinander gestapelten Kupfermünzen und von Zitronen, die mit Gewürznelken gespickt sind.
- Eine Ablenkfütterung kann ebenfalls helfen, zumindest vorübergehend Wespen fernzuhalten: Bewährt hat sich das Aufstellen von überreifen Trauben fünf bis zehn Meter vom eigentlichen Geschehen. Geeignet, aber schnell aufgebraucht ist verdünnter Honig, der allerdings Bienen anlocken kann.
- Nicht barfuss über Wiesen laufen.
- Helle und unifarbene Kleidung ist nicht so anziehend für Insekten wie dunkle oder gemusterte Kleidung.
- Tomaten oder Weihrauch im Garten pflanzen, diese Gewächse wehren Insekten ab.
- Moskitonetz über Kinderwagen spannen und Fliegengitter an den Fenstern anbringen.
- Fenster abends öffnen, wenn alle Lichter in der Wohnung gelöscht sind.

Was Sie bei einem Wespenstich tun können...
- Unmittelbar nachdem die Wespe zugestochen hat, kann man versuchen, das Gift abzusaugen.
- Eventuell vorhandenen Stachel vorsichtig entfernen, ohne dabei den Giftsack zu leeren.
- Einstichstelle desinfizieren.
- Sofort kühlen.
- Salben und Gels mit Antihistaminika wirken gegen Juckreiz und Schwellung.
- Auf die Einstichstelle eine Zitronen- oder Zwiebelscheibe legen. Das desinfiziert und lindert den Schmerz. Zur Not hilft auch die eigene Spucke.
- Einstichstelle weiter beobachten. Sollte eine deutliche Schwellung oder auch an anderen Körperstellen Hautreaktionen oder massive Kreislaufprobleme auftreten unbedingt einen Arzt aufsuchen, da es sich um eine allergische Reaktion auf das Wespengift handeln könnte.
- Wer bereits weiß, dass er eine Insektengiftallergie hat, sollte derzeit nicht ohne Notfall-Set mit Cortison und Adrenalin ins Freie gehen oder sich über mehrere Jahre hinweg hyposensibilieren lassen
Bei Stichen im Mundraum gilt es zu beachten:
- augenblicklich den Notarzt rufen
- den Patienten nicht alleine lassen
- enge Kleidung lockern, Oberkörper hoch lagern
- Eiswürfel lutschen lassen
- den Patienten nicht trinken lassen, da die Gefahr des Verschluckens sehr hoch ist
- kalte Umschläge an Hals und Nacken anbringen, jedoch darauf achten, dass die Umschläge nicht zu warm werden
- bei Atemstillstand: Wiederbelebung
Die neue Initiative Insektengift-Allergie will Aufmerksamkeit schaffen und informieren
Unter dem Motto "Sicher durch den Sommer" erhalten Betroffene auf der Webseite www.initiative-insektengift.de umfassende Informationen über Anzeichen, Vorbeugung, Behandlung und richtiges Verhalten im Notfall sowie Tipps und Hilfestellung.
Weitere Infos auf der AOK-Internetseite: www.aok-vorsorge.de/news/1757.php#03




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