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TIPPS AUS DEM PROGRAMM

 

Tipps für sicheres Autofahren im Schnee von der Mercedes-Benz Fahrtrainerin

Worauf es beim Autofahren bei Schnee und Eis ankommt:
richtiger Abstand, richtige Reifen, richtiges Bremsen

Wintereinbruch in Deutschland: kilometerlange Staus, stundenlange Wartezeiten, Straßen, die zu Rutschbahnen wurden. Und wieder hat es sich gezeigt: Viele Autofahrer sind hilflos auf schnee- und eisbedeckten Straßen.

Dabei ist das Autofahren im Winter eigentlich nur Übungssache, das kann jeder auf einem zugeschneiten Parkplatz mal selbst ausprobieren. Und es gibt ein paar Regeln, die zu beachten sind. Violetta Weykopf ist Instruktorin bei Mercedes-Benz. Sie bringt beispielsweise im Winterfahrtraining Autofahrern bei, wie sie ihr Auto auch in Extremsituationen beherrschen.

Wichtigste Regel: „Das Hauptproblem ist nicht angepasste Geschwindigkeit. Also die meisten fahren einfach zu schnell. Und wundern sich dann, wenn sie bremsen müssen, dass halt die Bremswege entsprechend lang werden, das Auto leichter ins Schleudern, ins Rutschen kommt. Sie sind meist auch mit falschen Reifen unterwegs – einfach zu optimistisch.“

Gerade auf die richtige Bereifung kommt es in diesen Tagen an. In bestimmten Situationen nützen selbst Allradantrieb und die elektronischen Sicherheitssysteme wie ESP und ASR nichts mehr, erklärt Violetta Weykopf: „Wenn wir uns überlegen, dass das Auto mit vier Reifen-Aufstandsflächen Kontakt mit der Fahrbahn hat, ist das das A und O, das Wichtigste. Wenn der Reifen die Haftung verliert, dann helfen uns auch die besten Sicherheitssysteme nichts mehr. Und Sommerreifen verlieren unter plus sieben Grad die optimalen Haftungswerte. Deswegen gerade bei diesem Wetter, wenn wir geringe Temperaturen haben oder Schnee, hat der Winterreifen durch weiche Mischung, durch die Lamellenreifen einfach eine ganz andere Haftung. Das Auto hat einen kürzeren Bremsweg, kommt später ins Schleudern – also bietet einfach viel mehr Sicherheit.“

Wichtig ist es auch, die Funktionsweise der modernen Sicherheitssysteme zu kennen. Im Winter kann es durchaus sinnvoll sein, das ESP-System, das es inzwischen zum Glück in fast jedem Fahrzeug gibt, auszuschalten.

„ESP, das elektronische Stabilitätsprogramm, greift immer dann ein, wenn das Auto instabil wird und stabilisiert das Auto durch Bremseingriffe an einzelnen Rädern. Funktioniert immer in Verbindung mit dem ASR, die ist Teil des ESP, die Antriebs-Schlupf-Regelung, die uns beim Anfahren auf Schnee hilft. Das heißt, bei Frontantrieb werden die Vorderräder abgebremst, bei Heckantrieb die Hinterräder. Es gibt aber eine Situation, entweder im Betrieb mit Schneeketten oder wenn das Auto festgefahren ist, entweder im Schnee, im Schlamm.  Da ist es sinnvoll das ESP auszuschalten. Sollte es dann aber aus Sicherheitsgründen wieder einschalten.“

Ein großer Vorteil ist es, jetzt im Winter ein Auto mit Allradantrieb zu fahren, wie beispielsweise die neue E-Klasse mit der vierten Generation der Mercedes-Benz 4MATIC. Aber auch ein Allradauto muss mal bremsen. Und dann ist ein großer Sicherheitsabstand wichtig, weil sich der Bremsweg auf rutschigem Untergrund verlängert.

„Allrad bringt natürlich super Traktion, weil der Antrieb auf alle vier Räder verteilt ist. Und entsprechend auch Fahrstabilität in Verbindung mit den ganzen Regelsystemen. Aber wenn man bremsen muss, ist Physik Physik.“

Und gegen die ist der Mensch machtlos. Da kommt dann auch das Antiblockiersystem ABS, das inzwischen in den meisten Autos serienmäßig ist, an seine Grenzen. ABS hält das Auto in der Spur, sodass es nicht ausbricht. Aber kürzer wird der Bremsweg auf Schnee dadurch nicht.

„Viele Fahrer denken gerade beim ABS, ich hab ABS, mein Auto  steht sofort. Da geht oft einfach Stabilität vor Bremsweglänge. Und gerade wenn es schneebedeckt auch mal bergab geht, kann der Bremsweg mit ABS durchaus recht lang werden, aber das Auto bleibt stabil. Und das schätzen viele falsch ein.“

Der Rat von Mercedes-Benz-Fahrtrainerin Violetta Weykopf:
Mit guten Winterreifen, angepasster Geschwindigkeit und modernen Sicherheitssystemen wie ESP oder ABS an Bord kommen Autofahrer sicher durch den Winter.

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