TIPPS AUS DEM PROGRAMM

Ambrosia – eine Gefahr für unsere Gesundheit

Gesundheitsgefahr
Die gesundheitliche Gefahr der Ambrosia-Pflanze (Beifußblättriges Traubenkraut, Ambrosia artemisiifolia L.) liegt in der starken, Allergie auslösenden Wirkung ihrer Pollen. Ein Großteil der Bevölkerung und nahezu alle Pollenallergiker reagieren sensibel auf die Pollen der Ambrosia. Ambrosiapollen sind um ein Vielfaches aggressiver als Erlen-, Hasel-, Birken- oder Gräserpollen. Bereits zehn Pollen pro Kubikmeter Luft genügen, um bei Pollenallergikern Symptome wie Tränen, Augenjucken, Lichtempfindlichkeit, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Heuschnupfen auszulösen. Ein außergewöhnlich hoher Anteil der Betroffenen leidet zudem unter Atembeschwerden bis hin zu Asthma. Auf Grund der relativ späten Blütezeit der Pflanze verlängert sich der Zeitraum, in dem Pollenallergiker gewöhnlich leiden, um mindestens zwei Monate.

Vorkommen
Größere Ansiedlungen der Pflanzen sind in Ungarn, Frankreich, Italien und der Schweiz zu finden. In Deutschland gibt es große Ambrosia-Bestände in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen und Rheinland-Pfalz. Besonders betroffen ist auch Brandenburg, wo Ambrosia insbesondere südlich von Cottbus und in der Niederlausitz verbreitet ist. Durch Erfassung der Standorte in den Bundesländern konnte das Julius-Kühn-Institut – Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen – 2007 erstmals eine Verbreitungskarte für Deutschland vorlegen. Bei dieser bundesweiten Erfassung wurden Ambrosia-Bestände zu 64 % in Gärten oder Parks gefunden, in 14 % der Fälle handelte es sich um so genannte Ruderalflächen, z. B. nicht bewirtschaftete Wegränder. Grundsätzlich kommt Ambrosia dennoch bevorzugt auf Flächen vor, die nur teilweise bewachsen sind, u. a. an Straßen- und Wegrändern, auf Erdaufschüttungen, in Baustofflagern, in Neubaugebieten, in Pflückblumenfeldern, an Ackerrändern und auf Wildwiesen. Zunehmend breitet sie sich auch in landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide und Raps aus.

Ambrosia in Berlin
In Berlin wurde die Ambrosia im Rahmen der floristischen Kartierung seit 1970 immer wieder vereinzelt beobachtet. Seit 2006 breitet sich die Pflanze jedoch immer stärker aus. In Berlin gibt es insgesamt 359 Fundorte im Stadtgrün; 2007 schwerpunktmäßig in den Bezirken Treptow-Köpenick sowie in Lichtenberg, Pankow und Reinickendorf, 2008 vor allem in Steglitz-Zehlendorf, Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow. Der Polleninformationsdienst vom Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin erfasst seit einigen Jahren den Pollenflug der Ambrosia. Der Allergie auslösende Schwellenwert von zehn Pollenkörnern oder mehr pro Kubikmeter Luft wurde in Berlin seit 2001 regelmäßig erreicht und z. T. bis um das Sechsfache überschritten.
Ausbreitung
Eine Ambrosia-Pflanze kann im Durchschnitt 4.000 Samen pro Jahr entwickeln, große Pflanzen sogar mehr als 60.000. Die Samen keimen von März bis August und sind im Boden bis zu 40 Jahre keimfähig. Die hohe Samenproduktion und die enorme Anpassungsfähigkeit sorgen für eine starke Verbreitung. Auch Menschen tragen zur Verbreitung bei, z. B. durch den Transport von Erde und Humus im Bauwesen und in der Landwirtschaft, die Verschleppung durch Fahrzeuge und nicht zuletzt die Verteilung durch verunreinigtes Futtermittel und Saatgut. Einer der wichtigsten Faktoren bei der Einschleppung und Verbreitung der Pflanze in Deutschland ist die (unbeabsichtigte) Beimischung von Ambrosia-Samen in Vogelfutter.

Aussehen und Verwechslungsmöglichkeiten
Ambrosia ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Korbblütler. Die Größe der Pflanzen hängt überwiegend vom Standort ab (Licht, Bodenart, Feuchtigkeit). Sie kann zwischen 20 cm und 1,50 m variieren. Ihre Blätter sind doppelt fiederteilig und gestielt. Sie sind auf beiden Seiten grün. Insbesondere auf der Unterseite sind die heller erscheinenden Blattnerven deutlich zu erkennen. Der Stängel ist rötlich und meist deutlich behaart, robust und neigt dazu, sich stark zu verzweigen. Die gelben männlichen Blütenköpfchen bilden am Ende der Zweige eine ährenartige Traube. Typisch ist die kerzenleuchterartige Anordnung der Blütenstände. Als windblütige Art produziert die Ambrosia eine sehr große Menge an Pollen. Die Hauptblütezeit liegt zwischen August und Oktober, einzelne Pflanzen beginnen aber bereits im Juli zu blühen. Bei manchen Pflanzen wurden Blüten bis zum ersten Frost im November beobachtet. Die Ambrosia ist nicht leicht zu erkennen, insbesondere wenn sie nicht blüht. Es gibt über 30 verschiedene Pflanzenarten, mit denen sie verwechselt werden kann. Sehr ähnlich ist z. B. die nah verwandte Stauden-Ambrosie. Am häufigsten wird die Ambrosia mit Beifuß-Arten verwechselt. Weitere wichtige Pflanzenarten, mit denen die Ambrosia, insbesondere im blütenlosen Zustand, verwechselt werden kann, sind u. a. Kamille-Arten, Hundspetersilie, Wilde Möhre, Fuchsschwanz-Arten oder auch der Rainfarn.

So können Sie Ambrosia wirksam bekämpfen
- Beseitigen Sie die Pflanzen möglichst vor der Blüte, um Pollenbildung sowie die Bildung der langlebigen Samen zu verhindern.
- Kleinere Bestände können Sie durch Ausreißen der Pflanzen mit den Wurzeln entfernen. Das Abschneiden ist auf Grund der enormen Regenerationsfähigkeit der Ambrosia nicht effektiv.
- Entsorgen Sie die entfernten Pflanzen in einem Müllsack über die Restmülltonne, nicht über den Biomüll oder Kompost.
- Bei der Entfernung ist die Benutzung einer Staubmaske und das Tragen von Handschuhen zu empfehlen. Wenn Sie Allergiker sind, sollten Sie diese Arbeiten nicht selbst durchführen.
- Bepflanzen Sie befallene Flächen nach dem Entfernen von Ambrosia langfristig mit dichten, bodendeckenden Pflanzen, um das Keimen der noch im Boden vorhandenen Samen zu verhindern. Kurzfristig ist das Aufbringen einer Mulchschicht zu empfehlen.
- Geräumte Standorte sollten Sie längerfristig auf Wiederbefall beobachten.
- Pflanzenschutzmittel dürfen Sie nach dem Pflanzenschutzgesetz nur auf landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Flächen anwenden, Unkrautbekämpfungsmittel dürfen auf Nichtkulturland wie Wegen, Böschungen, Feldrainen, Hecken oder Feldgehölzen oder auch auf Grünflächen und sonstigen Außenanlagen, die nicht oder nicht vorwiegend gärtnerisch genutzt werden, (z. B. Kinderspielplätze, Spiel- und Liegewiesen) nur in Ausnahmefällen angewandt werden (siehe hierzu http://www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz/merkblaetter/index.shtml). Wollen Sie größere Ambrosia-Vorkommen auf Flächen beseitigen, auf denen der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln untersagt ist, können Sie beim Pflanzenschutzamt eine auf den Einzelfall bezogene Beratung einholen.
- Zur Verhinderung der Einschleppung der Ambrosia über Vogelfutter sollten Sie bevorzugt großkörniges Sonnenblumensamen-Vogelfutter verwenden.
- Es wird empfohlen, das Vogelfutter vor Gebrauch zu sieben (Sieb mit Maschenweite von etwa 4 mm, z. B. Salatseiher) und die feinen Anteile über den Restmüll zu entsorgen.
- Vogelfutterplätze und ihre Umgebung sollten im Frühjahr und Sommer kontrolliert und ggf. Ambrosia-Pflanzen frühzeitig entfernt werden.
- Vogelfutter-Abfälle oder Käfigstreu gehören in den Restmüll und nicht in den Biomüll oder Kompost.
- Eine Zweckentfremdung von Vogelfutter als Saatgut für Schnittblumenfelder oder Wildäcker ist unbedingt zu vermeiden.
Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Berliner Aktionsprogramm gegen Ambrosia... »
Flyer des Berliner Aktionsprogramm gegen Ambrosia (pdf)... »
Merkblatt: Ambrosia von anderen Pflanzen unterscheiden (pdf)... »
Merkblatt vom Berliner Pflanzenschutzamt zur Ambrosia Pflanze (pdf)... »
Ambrosia-Faltblatt der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (pdf)... »
Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen Julius Kühn-Institut... »
Weiterführende Informationen:
www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz/merkblaetter/
www.fu-berlin.de/ambrosia
www.ambrosiainfo.de
www.jki.bund.de/ambrosia
www.floraweb.de/neoflora/
www.ambrosia.de/
www.aktionsplan-allergien.de
www.lwg.bayern.de/landespflege/pflanzenverwendung/25175/ambrosia.pdf
www.lavendelfoto.com
www.ambrosia.ch
www.lanuv.nrw.de/natur/arten/ambrosia.htm
www.stmugv.bayern.de/gesundheit/umweltgesund/ambrosia/
www.acw.admin.ch




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