VERANSTALTUNGEN

Pilze sammeln, genießen - und überleben
Bei dem feuchten Herbstwetter schießen die Pilze förmlich aus dem Boden. Da macht das Sammeln viel Spaß. Aber wer sich nicht auskennt, muss aufpassen. Immer wieder kommt es zu Vergiftungen. Pilz-Experte Dr. Ewald Gerhardt vom Botanischen Garten sagt, „es sind deutlich über 1000 Arten, da sollte man sich eben nur die wenigen heraus suchen, die man genau kennt.“
Für Anfänger sind Röhrenpilze, wie Steinpilze und Maronen empfehlenswert. Diese haben zwar auch Doppelgänger, „aber es ist kein tödlich giftiger Pilz bei diesen Doppelgängern dabei.“ Zu den giftigsten Pilzen in der Region gehört der Grüne Knollenblätterpilz. „Er hat normalerweise einen grünen Hut, aber der Hut kann auch ausblassen und weißlich sein. Der Pilz hat weiße Lamellen an der Hutunterseite.“
Bevor es in den Wald zum Sammeln gibt sollte man sich deshalb in einem Fachbuch über die gängigsten Pilze informieren. Zur Ausstattung gehört ein Pilzkorb indem die Pilze luftig gelagert sind und ein kleines scharfes Messer zum Abschneiden und Vorreinigen der Pilze. Plastiktüten und Eimer sollte man zum Sammeln nicht verwenden, da die abgegebene Feuchtigkeit nicht verdunsten kann und somit der Pilz schneller schlecht wird.

Beim Pilze sammeln sollte man auch auf die Frische achten. „Die mit ganz geöffneten Hüten sind die alten Pilze und ganz schlimm ist es, wenn der Hut sich schon nach oben wölbt - dann ist es ein ganz alter Pilz.“
Ist man erfolgreich aus dem Wald zurückgekommen gilt es die Pilze schnell zu Verarbeiten. „Man kann sie im Kühlschrank ganz bestimmt bis zu drei Tagen aufheben, ohne dass es da Probleme gibt.“
Ein alter Mythos um die Pilze ist, dass man sie nicht einfrieren darf. Für Dr. Ewald Gerhardt vom Botanischen Garten ist das nicht richtig. „Einfrieren kann man sie natürlich. Das ist eine wunderbare Methode die Pilze haltbar zu machen. Man sollte die Pilze vorher einmal kurz blanchieren und dann abschrecken.“ Damit man die Pilze lange Zeit genießen kann, bietet sich auch das Trocknen an. Dafür eignet sich die Zentralheizung oder ein Dörrgerät.

Pilzberatung
Ist man sich nicht sicher, ob die gesammelten Pilze auch genießbar sind, kann man sich an die Pilzberatung des Botanischen Gartens wenden.
Sie befindet sich im Museumsgebäude in der Königin-Luise-Straße 6-8 in Berlin-Dahlem (Raum AS 007). Montag, Dienstag und Donnerstag kann man dort in der Zeit von 14 bis 16 Uhr seine Pilze vorlegen.
Telefon: 030-838-50105.




Kommentare