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Nikolaikirche im neuen Glanz
Video Fotos
23.03.2010 | Berlin (mit dpa) - update

Berliner Nikolaikirche erstrahlt in neuem Glanz! Neue Ausstellung!

Zwei Jahre wurde umfassend saniert, jetzt strahlt sie wieder - die Nikolaikirche! Sie ist das älteste Gebäude Berlins und ein frühes Zeugnis der Stadtgeschichte: Die Nikolaikirche zählt zu den Wahrzeichen der Hauptstadt wie Brandenburger Tor und Fernsehturm. Nach zwei Jahren Sanierungsarbeiten öffnete das Gotteshaus im Nikolaiviertel am Sonntag, dem 21. März 1010 wieder seine Pforten. Besucher können sich jetzt die Ausstellung: "Vom Stadtgrund bis zur Doppelspitze - 800 Jahre Berliner Nikolaikirche" ansehen. Die Schau soll Entstehung und Nutzung der Basilika in den vergangenen 800 Jahren nachzeichnen. Allein am Eröffnungssonntag waren 5000 Menschen gekommen!

Mit den beiden prominenten Backsteintürmen hebt sich die um 1200 errichtete Kirche über den Dächern des Quartiers an der Spree ab. Wie das Viertel erhielt auch die Kirche vor dem Mauerfall ihre heutige Gestalt. Außer einigen Wandgrabmälern und Farbresten war von dem Bau nach dem Krieg kaum etwas übrig geblieben. Zur 750-Jahrfeier Berlins 1987 hatte die DDR den im Krieg schwerbeschädigten und später eingestürzten Backsteinbau für das Stadtmuseum rekonstruiert.

Ein stadtgeschichtliches Juwel...


«Ohne den Wiederaufbau der Nikolaikirche wäre niemand auf den Gedanken gekommen, auch das Viertel neu zu bauen», sagte Albrecht Henkys, Kurator der Ausstellung. Zwischen der «Patchwork-Architektur» der Plattenbauten behauptet sich die Nikolaikirche als Zeichen frühen christlichen Lebens in der einstigen Doppelstadt Berlin und Cölln. Nach der Reformation wurde die Kirche als «verlängerter Ratssaal» und «Pantheon der Berliner Geschlechter» auch ein Ort bürgerlicher Öffentlichkeit.

Berlin erhalte ein stadtgeschichtliches Juwel zurück, eine Wiege freiheitlicher und demokratischer Traditionen, sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) zur Eröffnung. Hier wurde 1809 die erste Stadtverordnetenversammlung vereidigt, 1991 konstituierte sich in der Nikolaikirche das erste frei gewählte Gesamtberliner Abgeordnetenhaus. Zu religiösen Zwecken wurde die Kirche bis 1939 genutzt.

Mit der ständigen Ausstellung «Vom Stadtgrund bis zur Doppelspitze» solle die Feldsteinbasilika nun wieder als Sakralbau erlebbar werden, sagte Henkys. Bereits beim Wiederaufbau habe die DDR zugestanden, dass die Nikolaikirche «in Grenzen» als einstiges Gotteshaus gewürdigt wird. Überlebensgroße Schnitzfiguren, die einst zum Barockaltar gehörten, sind nun ebenso wieder hier zu sehen wie das mächtige Triumphkreuz am Übergang vom Kirchenschiff zum Chorraum, das Taufbecken von 1563 und die Kanzel von 1662.

Rund 3,2 Millionen Euro hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in die umfangreichen Instandsetzungs- und Reparaturarbeiten investiert. Die Nikolaikirche ist als Museum in Nutzung und wird nach Abschluss der Arbeiten von der Stiftung Stadtmuseum Berlin Ort sein für Ausstellungen, Konzerte und verschiedene Veranstaltungen.

 

Nikolaikirche | Nikolaikirchplatz | 10178 Berlin
www.stadtmuseum.de

Fotos im Beitrag: dpa | Fotogalerie: dpa / Breitenborn, Setzpfandt

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