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Berlin-Wahl 2011
- Der Spitzenkandidat der CDU: Frank Henkel -






Frank Henkel - geschmeidiger Konservativer
Kürzlich schien er wieder durch, der Frank Henkel, den die Berliner von früher kennen: Die Polizei werde kaputtgespart, die Bürger schutzlos Autobrandstiftern ausgeliefert, wetterte Henkel gegen den rot-roten Senat und rief nach dem Verfassungsschutz. Sicherheit und Ordnung, klare konservative Kante, so kannten viele Menschen den CDU-Mann. Doch Henkel hat sich gewandelt, gibt sich geschmeidiger, liberaler - nicht erst, seit er der Spitzenkandidat seiner Partei ist. Der harte Kern aber ist geblieben.
Es ist ein freundlicher, kräftiger Mann mit randloser Brille, der die Hauptstädter von Plakaten anlächelt. Offenes Hemd oder Pullover statt Krawatte und Haifischkragen wie früher, die Haare locker nach hinten gescheitelt, nicht so streng gegelt wie sonst. Der gelernte Kaufmann und PR-Berater weiß, wie man sich verkauft. «Damit sich was ändert», ist sein Motto.

Geändert hat der unverheiratete 47-Jährige zunächst seine Partei. Die Schlangengrube Hauptstadt-CDU gilt als zugeschüttet, seit Henkel 2008 den Landes- und Fraktionsvorsitz übernommen hat - nach einem heftigen Machtkampf um den früheren Spitzenkandidaten Friedbert Pflüger. Der hatte bei der Wahl 2006 nur gut 21 Prozent herausgeholt.
Pflügers neue Brücken zu den Grünen hat Henkel nicht abgebrochen. Und er hat die inhaltliche Arbeit vorangetrieben. Auch abseits von Wahlkämpfen trumpfte die CDU mit durchdachten Papieren auf, etwa zu Arbeitsmarkt und Integration. «Viele Zuwanderer sind gut integriert und bereichern Berlin», heißt es da etwa. Henkel weiß, dass die Union in der Hauptstadt auch liberale Positionen vertreten muss. Zugleich behält die CDU die gern als «kleinbürgerlich» verbrämten Anliegen im Auge: Sauberkeit und Sicherheit.

Henkel bleibt bodenständig. Der Mann, der wegen seiner Körpergröße und -breite kaum zu übersehen ist, pflegt seine Vorliebe für dunkelblaue Anzüge und den festen Händedruck. Er berlinert - wie Amtsinhaber Wowereit - und scheut sich nicht, zu kalauern. Seine Mutter wünschte sich in der «Bild»-Zeitung eine Frau für ihren Sohn, die gut kochen kann.
Zu Beginn des Wahljahres rückte Henkel auch seine Ost-West- Biografie in den Vordergrund. Er wuchs im Osten der Stadt auf. Als er 17 war, durfte die Familie nach West-Berlin ausreisen. Henkel arbeitete für Krupp, später studierte er Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. «Ich kenne unsere Stadt», sagt er in seinem Werbespot. «Nirgendwo sonst liegen Großstadt und Kiez so nah bei einander.» Genau das ist der Spagat, den Henkel versucht.
Quelle: dpa, Burkhard Fraune
Frank Henkel: www.frankhenkel-cdu.de
Frank Henkel - Lebenslauf

Fraktionsvorsitzender, Lic. rer. publ., Diplomkaufmann, Groß- und Außenhandelskaufmann;
Geboren am 16.11.1963 in Berlin; ledig.
Religionszugehörigkeit: katholisch.
1970 bis 1980 Abschluss Polytechnische Oberschule (POS); 1981 bis 1984 Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann; 1986 bis 1987 Fachoberschule, Fachhochschulreife. Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin; 1994 Abschluss Dipl.-Kaufmann; Studium bei der Deutschen Akademie für Public Relations, Frankfurt/M., Abschluss: 1999 DAPR gepr. PR-Berater. Journalistenstudium an der FU Berlin; Abschluss: Lic. rer. publ..1984 bis 1986 kaufmännische Tätigkeiten im Krupp Konzern, NL Berlin. 1989 bis 1996 verschiedene Tätigkeiten im Bereich der Hundert,6 Medien GmbH. 1996 bis 2001 Referent im Leitungsstab der Bezirksbürgermeisterin von Berlin-Reinickendorf. Januar bis Juni 2001 Leiter des Persönlichen Büros des Regierenden Bürgermeisters in der Senatskanzlei von Berlin (z. Zt. beurlaubt). Juni

Seit 1985 Mitglied der JU. Seit 1986 Mitglied der CDU Berlin. 1987 bis 1989 stellvertretender Landesvorsitzender der JU. 1991 bis 2009 Vorsitzender des Ortsverbandes Dorotheenstadt. 1997 bis 1999 und 2005 bis 2007 stellv. Kreisvorsitzender, seit 2007 Vorsitzender der CDU Mitte. Mai 2005 bis September 2008 Generalsekretär der CDU Berlin.
1992 bis 2000 Fraktionsvorsitzender in der Bezirksverordnetenversammlung Mitte. 2000 bis 2001 Bezirksverordnetenvorsteher.
Seit November 2001 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Seit November 2001 Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion und von November 2006 bis September 2008 1. Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion. Seit September 2008 Fraktionsvorsitzender. Seit November 2008 Landesvorsitzender der CDU Berlin.




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