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14.02.2010 | Berlin (dpa)
Neuer «Paula»-Filmpreis für Katrin Sass
Die Schauspielerin Katrin Sass («Good bye, Lenin!») ist am Sonntag am Rande der Berlinale für ihre Verdienste um den deutschen Film ausgezeichnet worden. Sie erhielt den vom Filmverleih Progress, dem langjährigen DEFA-Filmverleih in der DDR, erstmals vergebenen Progress-Paula-Preis.
Die nach dem DEFA-Kultfilm «Die Legende von Paul und Paula» benannte Statue wurde von dem Künstler und Filmemacher Jürgen Böttcher alias Strawalde geschaffen. Der Progress-Filmverleih, der damit auch gleichzeitig sein 60-jähriges Bestehen feierte, vertreibt bis heute das vollständige Filmerbe der einstigen staatlichen Filmgesellschaft DEFA mit etwa 12 000 Filmen. Sie werden von einer DEFA-Stiftung verwaltet.
Der Berliner Kulturstaatssekretär André Schmitz würdigte Sass in der Feierstunde im Roten Rathaus als «eine wunderbare, große Schauspielerin mit einer einmaligen Ausstrahlung und Ausdruckskraft», die den deutschen Film in besonderer Weise geprägt und bereichert habe. Ihre Karriere sei von «vielen Herausforderungen und manchen Stolpersteinen» geprägt gewesen.

Sass war sichtlich gerührt von der Ehrung wie auch von der dabei gezeigten «filmischen Zeitreise» mit Ausschnitten aus der DEFA-Filmproduktion seit 1946. «Wir haben großartige Filme gemacht, aber bei der leichten Wehmut sollte es auch bleiben. Zurück, glaube ich, will niemand mehr», sagte die Schauspielerin unter Beifall der Zuhörer, darunter DEFA-Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase, der auf der Berlinale mit einem Goldenen Bären ausgezeichnet wird.
«Ja, es waren auch gute Filme, aber sie haben uns nicht rausgelassen, sie hätten noch viel mehr Preise mit uns gewinnen können», meinte Sass, die 1982 auf der Berlinale einen Silbernen Bären für ihre Rolle in dem Film «Bürgschaft für ein Jahr» von Hermann Zschoche erhielt. Danach folgten Filme wie «Das Haus am Fluß» (1985») und «Fallada - Letztes Kapitel» bis zum Riesenerfolg von <Good bye, Lenin!» (2003) und zuletzt Oskar Roehlers «Lulu und Jimi» (2008/2009).
Nach ihrer Auszeichnung auf der Berlinale 1982 sei sie von der DEFA jahrelang nahezu «kaltgestellt» worden, so dass sie schließlich ans Weggehen gedacht habe. «1989 kam dann die Freiheit zu uns. Das war einer der größten Momente, den wir Deutsche erleben durften», betonte die Schauspielerin unter starkem Beifall der Zuhörer, die sich dabei von ihren Plätzen erhoben. Ähnlich wie Sass war es in der DDR auch ihrer Kollegin Renate Krößner nach dem Silbernen Bären im Konrad-Wolf-Film «Solo Sunny» 1980 gegangen.

Progress hat eine DVD-Sonderedition «DEFA-Filme auf der Berlinale» herausgegeben (39,90 Euro), beginnend mit dem Paukenschlag von 1975 «Jakob der Lügner» von Frank Beyer, der den Silbernen Bären gewann und als einziger DEFA-Film überhaupt für den Oscar nominiert wurde. Zu den anderen Berlinale-Filmen gehören neben «Solo Sunny» von Konrad Wolf unter anderem «Der Aufenthalt» von Frank Beyer, der auf Druck der polnischen Regierung vom Berlinale-Wettbewerb 1983 zurückgezogen werden musste. Dazu zählt auch «Coming out» von Heiner Carow, der als erster und letzter Homosexuellen-Spielfilm der DDR wenige Monate vor ihrem staatlichen Ende 1990 einen Silbernen Bären gewann.
Die DEFA-Filme auf der Berlinale dokumentiert auch der von Jürgen Haase herausgegebene Band «Zwischen uns die Mauer - DEFA-Filme auf der Berlinale» (be.bra verlag) mit Beiträgen von Dieter Kosslick, Moritz de Hadeln, Katrin Sass, Renate Krößner, Wolfgang Kohlhaase und anderen.
www.progress-film.de




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