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23.02.2011 | Berlin

Dokumentation - Wortlaut: Guttenberg stellt sich Fragen im Bundestag

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat im Bundestag Fragen zu den Vorwürfen beantwortet, er habe bei seiner Doktorarbeit getäuscht. Die Deutsche Presse-Agentur dokumentiert einige Antworten in Auszügen:

«Was die Frage betrifft, was man für ein Signal in die Wissenschaftsgesellschaft sendet, wenn man eine offensichtlich sehr fehlerhafte Doktorarbeit geschrieben hat, dann kann ich nur sagen, dass das ein schlechtes Signal ist, dass ich hier gesendet habe. (...) Ich habe mich aufrichtig und von Herzen dafür entschuldigt, und wiederhole das auch gerne noch einmal hier in diesem Hohen Hause. Ich glaube, das ist das Signal, was man geben kann, wenn man Fehler gemacht hat.»

«Und ein Plagiat setzt voraus, wie Sie wissen und wie viele wissen, dass man bewusst und vorsätzlich getäuscht haben sollte. Und ich habe in all meinen Stellungnahmen deutlich gemacht, dass ich weder bewusst noch vorsätzlich getäuscht habe, aber gravierende Fehler gemacht habe. Und diese Unterscheidung ist eine, die man auch anlegen sollte, wenn man Urteile über andere bildet. Weil es ein Urteil ist, dass natürlich in sich eine strafrechtliche Relevanz in sich tragen könnte. Und da muss man aufpassen, dass man nicht in den Bereich kommt, dass man in die üble Nachrede oder Ähnliches abdriftet.»

«Ich war sicher so hochmütig zu glauben, dass mir die Quadratur des Kreises gelingt, und zwar politische Leidenschaft und Arbeit sowie wissenschaftliche und intellektuelle Herausforderungen als junger Familienvater miteinander in Einklang zu bringen. Für mich stellte das offenbar eine Überlastung dar. Und ich muss heute mit Bedauern feststellen, (...), das mir das nicht gelungen ist, dazu
stehe ich auch.»

«Auf eine Nennung der jeweiligen Verfasser der Ausarbeitungen der Wissenschaftlichen Dienste habe ich im Übrigen deshalb verzichtet - also nicht auf die Nennung der Wissenschaftlichen Dienste, nicht auf das Datum und nicht auf den, der es in Auftrag gegeben hat - (...) weil diese als Angestellte der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags nach meiner Auffassung nicht zusätzlich genannt werden mussten. Das ändert nichts daran, dass ich überprüfbar eben das Datum und den Auftraggeber genannt habe.»

«Ich habe mehrfach gesagt, dass ich diese Arbeit persönlich geschrieben habe.»

«Seine Vorbildwirkung hat man sich jeden Tag aufs Neue zu erarbeiten. Und den Anspruch stelle ich an mich selbst. Und ich habe mehrfach darauf verwiesen, dass ich ein Mensch mit Fehlern und Schwächen bin. Und dass ich trotzdem mir den Anspruch setze, weiterhin auch als Vorbild, auch was das Eingestehen und das Bekennen zu Fehlern anbelangt, wirken kann.»

Quelle: dpa


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