BERLIN
09.04.2009

09.04.2009 | Berlin (dpa)
CDU will über neues Scientology-Büro sprechen
Ein geplantes neues Scientology-Büro in Berlin Spandau soll nach dem Willen der CDU Diskussionsthema im Ausschuss für Verfassungsschutz des Abgeordnetenhauses werden. «Da der Bezirk Spandau anscheinend keine Kenntnis über die Aktivitäten von Scientology hatte, stellt sich die Frage, warum der Berliner Verfassungsschutz den Bezirk nicht informiert hat», erklärte der CDU-Sicherheitspolitiker Andreas Gram am Donnerstag. Dazu müssten die Verfassungsschützer nach den Osterferien Stellung nehmen.
Nach Informationen des Rundfunks Berlin Brandenburg (rbb) hat die umstrittene Organisation einen Mietvertrag für ein Informationsbüro in der Charlottenstraße in der Spandauer Altstadt abgeschlossen. In der Nähe gibt es mehrere Schulen. Die Behörden waren auch überrascht gewesen, als Scientology Anfang 2007 in Charlottenburg ihre Hauptstadtrepräsentanz eröffnete.
Über den Umgang mit der Organisation, die sich selbst als Kirche bezeichnet, war in der Berliner Politik lange gestritten worden. Seit einiger Zeit wird Scientology wieder vom Berliner Verfassungsschutz beobachtet. Die Innenminister der Länder hatten sich Ende des vergangenen Jahres auf Anraten von Verfassungsschutzämtern gegen ein Verbot von Scientology, aber für eine Beobachtung ausgesprochen.
Ein Ergebnis dieser Diskussion ist auch die Leitstelle für Fragen zu Sekten und konfliktträchtigen Anbietern auf dem Lebenshilfemarkt. Sie wurde im September 2008 in der Senatsverwaltung für Bildung eingerichtet und steht Ratsuchenden offen. Der Spandauer SPD-Bundestagsabgeordnete Swen Schulz warnte jetzt erneut vor dem Methoden von Scientology. «Mit vermeintlich harmlosen Angeboten wie Stresstests versucht Scientology, Menschen in wirtschaftliche Abhängigkeit zu bringen», erklärte Schulz in einer Mitteilung.
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