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50 JAHRE MAUERBAU

- Aktuell -

SPD kritisiert Haltung der Linkspartei zum Mauerbau
14.08.11 | Berlin

SPD kritisiert Haltung der Linkspartei zum Mauerbau

 

Die stellvertretende SPD-Vorsitzende und Sozialministerin in Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, hat die Linkspartei dafür kritisiert, ihr Verhältnis zum Mauerbau erst nach der Landtagswahl am 4. September klären zu wollen.

 

Schwesig sagte «Bild am Sonntag»: «Die Entscheidung, sich erst nach den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern mit der innerparteilichen Klärung zum Mauerbau zu beschäftigen, ist an Hohn und Respektlosigkeit - auch gegenüber den eigenen Wählern - nicht zu überbieten.»

 

Die Linke in Mecklenburg-Vorpommern konnte sich auf einem Landesparteitag am Samstag nicht auf eine endgültige Haltung zum Mauerbau vor genau 50 Jahren einigen und vertagte den Streit auf die Zeit nach der Landtagswahl. Eine Gruppe von Delegierten blieb sogar demonstrativ während der Schweigeminute für die Maueropfer sitzen.

Diese Weigerung stieß selbst bei Linken-Landeschef Steffen Bockhahn auf Unverständnis. Bockhahn sagte der Zeitung «Ich bin entsetzt. Es ist respektlos gegenüber den Opfern, sitzen zu bleiben. Der Mauerbau ist durch nichts zu rechtfertigen.»

 

Auch Berlins Regierender Klaus Wowereit hatte sich gestern auf der zentralen Gedenkfeier zum Mauerbau in Berlin kritisch zur Haltung der Linkspartei und insbesondere zu deren Chefin Gesine Lötzsch geäußert.

 

 

Quelle: dpa
Gedenkfeier 50 Jahre Mauerbau
Fotos
13.08.2011 | Berlin

Gedenken an Mauerbau mit Wulff und Merkel


Am 50. Jahrestag des Mauerbaus hat Bundespräsident Christian Wulff dazu aufgerufen, weltweit für Demokratie und Menschenrechte einzutreten.


«Die Erinnerung an das Unrecht der Mauer mahnt uns, diejenigen nicht allein zu lassen, die für Freiheit, Demokratie und Bürgerrechte kämpfen», sagte das Staatsoberhaupt bei der zentralen Gedenkveranstaltung. «Und sie verlangt von uns, dafür zu sorgen, dass sich Geschichte nicht wiederholt.»


Wulff gedachte der Toten an der Mauer und der innerdeutschen Grenze. «Aber einmal mehr hat sich gezeigt: Am Ende ist die Freiheit unbesiegbar», betonte er. Der Bundespräsident kritisierte aber auch, dass sich vor der Wende viele mit Teilung und Mauer abgefunden hätten. Beschämend sei vor allem die um sich greifende Gleichgültigkeit in Westdeutschland gewesen. Unrecht von links habe weniger empört als Unrecht von rechts. Bis heute sei vielen der verbrecherische Charakter der DDR-Macht nicht bewusst. «Es wird verklärt und verharmlost, nicht nur im Osten, nicht nur von Tätern.»


Zu dem zentralen Gedenken in der Berliner Mauer-Gedenkstätte an der Bernauer Straße kam auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie stand nicht auf der Rednerliste. Merkel bezeichnete das Unrecht des Mauerbaus vor 50 Jahren als weltweite Mahnung, für Freiheit und Demokratie zu kämpfen. «Wir dürfen den 13. August 1961 und das Leid, das er über Millionen von Menschen gebracht hat, nie vergessen. Das Unrecht des Mauerbaus mahnt uns bis heute, bei uns zu Hause und weltweit für Freiheit, Demokratie und Bürgerrechte einzutreten», sagte Merkel am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Der Mauerfall 28 Jahre später sei für sie persönlich ein Erlebnis gewesen, das sie immer leiten werde. Merkel: «Dieses Erlebnis hat meinem und Millionen von Leben eine Wendung zum Guten gegeben. Es wird mich immer leiten.»

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) dankte den DDR-Bürgerrechtlern und osteuropäischen Freiheitsbewegungen. «Sie haben den Weg zur Überwindung der Teilung geebnet.» Besonders dankte er dem früheren sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow. Die DDR sei ein Unrechtsstaat gewesen, betonte der SPD-Politiker. Der 13. August 1961 sei der traurigste Tag in der jüngeren Geschichte der Stadt gewesen.

Die frühere Bürgerrechtlerin Freya Klier berichtete von ihrem Fluchtversuch als 18-Jährige, der verraten wurde. Sie kam ins Gefängnis. «Was für ein unbarmherziges System war das, von dem so viele heute noch schwärmen», sagte Klier. Auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) wandte sich gegen eine Verklärung und Verharmlosung der DDR-Geschichte. Es müsse noch mehr Aufklärung geleistet werden. Die DDR sei ohne Zweifel ein Unrechtsstaat gewesen. Gerade den früheren Bürgerrechtlern sei man es schuldig, die «Dinge beim Namen zu nennen und die Wahrheit zu sagen».

Vielerorts wehten am Samstag Flaggen auf Halbmast. Bundesweit waren die Bürger zu einer Schweigeminute um 12.00 Uhr aufgerufen. In Berlin sollten Kirchenglocken läuten, Busse und Bahnen für eine Minute stoppen und Menschen innehalten.

Vor 50 Jahren, am 13. August 1961, begann der Bau der menschenverachtenden Grenze auf Befehl der DDR-Führung unter Walter Ulbricht. Noch wenige Wochen zuvor hatte Ulbricht die Weltöffentlichkeit getäuscht. Sein Satz «Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten» erlangte traurige Berühmtheit. Mit dem Mauerbau wurde die deutsche Teilung zementiert, die erst am 9. November 1989 zu Ende ging. Durch das DDR-Grenzregime starben mindestens 136 Menschen an der Berliner Mauer.

Seit Mitternacht wurden am Samstag in der Kapelle der Versöhnung an der Bernauer Straße die Biografien von Maueropfern gelesen und Kerzen entzündet. Zu den Andachten kamen auch jüngere Menschen, die die Teilung nicht mehr erleben mussten. An der Bernauer Straße wurde auch der zweite Abschnitt einer Mauer-Erinnerungslandschaft unter freiem Himmel eröffnet. Die Straße galt als Symbol der Teilung, weil die Häuser zum Osten gehörten und der Bürgersteig im Westen lag. Hier spielten sich nach dem Mauerbau dramatische Fluchtszenen ab.

Quelle: dpa

Weitere Informationen zum Rahmenprogramm zum 50. Jahrestag des Mauerbaus
finden Sie auf der offiziellen Internetseite des Jahrestages unter 50jahremauerbau.de

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