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BERLIN

 

16.08.2011 | Potsdam/Börnicke

Tote Kinder im Auto - Vater: Es war ein Unfall

Der Tod der beiden Mädchen in einem ausgebrannten Auto in Brandenburg war nach Angaben des Vaters ein Unfall. Dies habe der 40-Jährige in einer Vernehmung erklärt, berichtete Staatsanwalt Ralf Roggenbuck am Dienstag in Potsdam. «Er hat sich selbst nicht einer Straftat bezichtigt.» Damit sei aber weiter unklar, wie es zu dem tragischen Tod der Kinder gekommen war.

Der schwer verletzte Däne hatte die Ermittler am vergangenen Freitag selbst zu dem Wagen in einem Waldstück nahe der Ortschaft Börnicke geführt, in dem die verkohlten Leichen seiner Töchter lagen. Die Obduktion ergab, dass die Mädchen bei lebendigem Leib verbrannt waren.

Quelle: dpa
16.08.2011 | Potsdam

Neue Erkenntnisse erwartet - Vater wird vernommen

Im Fall der beiden toten Mädchen in einem ausgebrannten Autowrack in Brandenburg hoffen die Ermittler auf neue Erkenntnisse. Insbesondere die Vernehmung des 40-jährigen schwer verletzten Vaters könnte die Polizei nach eigenen Angaben weiterbringen.

Der Mann hatte die Ermittler am vergangenen Freitag zu dem Wagen in einem Waldstück bei Börnicke (Havelland) geführt, in dem die vollkommen verkohlten Leichen seiner Kinder gefunden wurden.

Bei ihnen handelt es sich nach bisherigem Ermittlungsstand um zwei neun und zehn Jahre alte Mädchen aus Dänemark. Die Obduktion der Leichen ergab, dass sie bei lebendigem Leib verbrannten. Nach Angaben der Potsdamer Staatsanwaltschaft waren die Mädchen Line Sofie (9) und Marlene Marie (10) angeschnallt.

Ein weiterer zentraler Punkt sei die toxikologische Untersuchung zu einer möglichen Vergiftung, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ralf Roggenbuck. «Gerichtsmediziner arbeiten mit Hochdruck an der Auswertung der Befunde.» Ob es sich um ein Familiendrama oder einen Unfall handelt, war bisher noch genauso unklar wie die Brandursache. Ein Verkehrsunfall ist laut Roggenbuck derzeit auszuschließen. Dagegen würden andere Unglücksursachen noch untersucht. Endgültigen Aufschluss über die Identität der Opfer sollen ein DNA-Abgleich und eine Zahnanalyse geben.

Der Vater liegt nach Angaben einer Sprecherin des Unfallkrankenhauses Berlin weiterhin auf der Intensivstation. Er habe Verbrennungen zweiten und dritten Grades erlitten. Eine Durchsuchung der Wohnung des Mannes in dem jütländischen Ort Öster Hurup ergab nach einem Bericht der Zeitung «Nordjyske» nichts, was zur Erklärung des mysteriösen Falles beitragen könnte. In mehreren Zeitungen war die Rede von einem Sorgerechtsstreit zwischen den geschiedenen Eltern. Die brandenburgischen Ermittlungsbehörden bestätigten dies aber nicht.

Quelle: dpa
Verbrannte Kinderleichen in Börnicke gefunden
Fotos
14.08.11 | Berlin

Verbrannte Leichen sind Mädchen aus Dänemark

 

Unfall oder Familiendrama? Zwei Geschwister aus Dänemark sind in einem Auto in Brandenburg bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Der ebenfalls schwer verletzte Vater führte die Polizei noch zum Auto - jetzt liegt er im Koma.

 

Ergebnisse der Obduktion will die Staatsanwaltschaft an diesem Montag bekanntgeben.

 

Die Identität der Toten sei zu «fast 100 Prozent» geklärt - es seien zwei Mädchen im Alter von neun und zehn Jahren aus Jütland, also dem Festlandteil Dänemarks, sagte ein Sprecher der dänischen Polizei am Sonntag der Nachrichtenagentur Ritzau. Ebenfalls am Sonntag wurde an der Schule der beiden an Line Sofie (9) und Marlene Marie (10) mit einer Gedenkfeier erinnert.

Demnach steht auch fest, dass es der 40-jährige Vater der Mädchen war, der am Freitagmorgen schwer verbrannt an der Autobahn 24 umherirrte und die Polizei zu dem nahe gelegenen Autowrack in einem Waldstück bei Börnicke führte. Die Polizei suche in Briefen und anderen Unterlagen des Vaters nach möglichen Hinweisen, sagte Polizeisprecher Ole Kristensen der Zeitung «Nordjyske» am Sonntag.

 

Der Mann konnte von der Polizei noch nicht zum Unglück befragt werden - er lag am Sonntag in einer Berliner Klinik im Koma. Viel deutet aber auf ein Familiendrama hin. Die dänische Zeitung «Ekstra Bladet» zitierte Freunde und Verwandte der dänischen Familie, nach denen die Eltern seit dem vergangenem Jahr geschieden waren. Wegen der Kinder und der Besuchsrechte habe es häufig Streit gegeben. Um die traumatisierte Mutter kümmern sich mittlerweile Psychologen.

Der ausgebrannte Wagen mit den beiden Kinderleichen war auf einem Forstweg nahe der Bundesstraße 273 gefunden worden. Reste dänischer Kennzeichen und die Fahrzeugidentifikationsnummer waren erkennbar. Deshalb forderten die Brandenburger Ermittler Amtshilfe in Kopenhagen an.

 

Die Obduktion soll klären, ob die Mädchen möglicherweise bereits vor dem Feuer betäubt oder gar schon tot waren. Ein Ermittler sagte der «B.Z. am Sonntag», die Toten seien angeschnallt gewesen. Wäre das Auto wegen eines technischen Defekts in Flammen aufgegangen, hätten die Mädchen wohl versucht, sich zu befreien. Der Vater trug schwere Brandverletzungen im Gesicht und an den Händen davon.

 

Die Arbeit der Gerichtsmediziner ist schwierig, weil die Mädchen bis zur Unkenntlichkeit verbrannten. Wie die Zeitung «Nordjyske» berichtete, wurden unter anderem Dentalkarten des dänischen Schulzahnarztes an die Gerichtsmedizin nach Potsdam geschickt.

Quelle: dpa

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