BERLIN
15.04.2009

15.04.2009 | Berlin (dpa)
Polizei schimpft über Radfahrer
Im sonnigen Frühling schwärmen die Radfahrer in Massen aus, aber bei der Polizei geben viele Berliner auf zwei Rädern kein gutes Bild ab. Nach intensiven Kontrollen in den vergangenen zwei Wochen beklagte sich die Polizei ungewohnt deutlich darüber, dass viele Radler «die Kontrollen für überzogen hielten und sehr häufig jegliche Einsicht vermissen ließen». Die Zahlen stützen die Ansicht der Polizei: 10.183 Radfahrer wurden angehalten, gegen 4.426 Radfahrer wurden Anzeigen wegen Ordnungs- widrigkeiten gestellt. Die meisten Sünder waren auf Geh- wegen oder in reinen Fußgängerzonen (1.404 Fälle) unterwegs oder ließen rote Ampeln rote Ampeln sein (1.763).
Sehr «beliebt» unter Radfahrern ist offenbar auch das Fahren auf Radwegen in der Gegenrichtung. Auch die Fahrräder selbst genügten oft nicht den Vorschriften. In 1043 Fällen gab es erhebliche Mängel in der Sicherheit. So waren überraschend häufig die Bremsen, die Beleuchtung oder die Klingel kaputt. 17 Räder konnten von der Polizei als gestohlen identifiziert werden, gegen die Fahrer wird ermittelt.
Die Defizite in Sachen Sicherheit am Rad wollten längst nicht alle Radfahrer einsehen oder bloßlegen. Die Polizei teilte mit, dass wiederholt die Signale zum Anhalten «übersehen» wurden und die Fahrer nur bereit waren, den Polizisten Fersengeld zu geben. Zustimmung bekamen die Kontrolleure für ihre strengen Aktionen dagegen nach eigenen Angaben mehrfach von Fußgänger und besonders von Eltern mit Kindern, die sich auf Gehwegen von Radfahrern bedrängt fühlen.




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