BERLIN

02.09.2011 | Berlin
Grundwasser bedroht auch Regierungsgebäude
Weil die Berliner Wasser sparen, bekommt die Politik nasse Füße. Der wegen sinkenden Wasserverbrauchs steigende Grundwasserspiegel in der Hauptstadt bedroht neben Wohn- und Geschäftshäusern auch Regierungsgebäude.
Vom steigenden Grundwasserspiegel in Berlin sind auch Regierungsgebäude betroffen. Der Bundesrat müsse für rund 24,4 Millionen Euro saniert werden, sagte der Sprecher des Bundesamtes für Raumordnung und Bauwesen, Andreas Kübler, am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Er bestätigte einen Bericht der Berliner Morgenpost (Freitag). Die Politiker im benachbarten Abgeordnetenhaus behalten seit Jahren nur trockene Füße, weil Pumpen unter dem Gebäude des ehemaligen Preußischen Landtags laufen.
Unter dem Gebäude des Bundesrates stieg das Grundwasser in den vergangenen elf Jahren um rund 80 Zentimeter an. Laut Kübler müssen die Keller des einstigen Preußischen Herrenhauses jetzt aufwendig saniert und mit einer wasserdichten Wanne ummantelt werden. Im Bundesbauministerium musste demnach schon vor zwei Jahren der Keller trockengelegt werden.
Im Abgeordnetenhaus sei das Grundwasserproblem schon seit etwa acht Jahren bekannt, sagte Sprecherin Beate Radschikowsky. Dort sorgen Pumpen unter dem Fundament dafür, dass das Wasser gar nicht erst ins Gebäude eindringen kann. Sanierungspläne seien ihr nicht bekannt, sagte sie. Die Pumpen seien ausreichend. Zu den Kosten konnten die Sprecherin am Freitag keine Angaben machen.

Kübler betonte, dass von den Regierungsbauten nur alte Gebäude betroffen sind, deren Keller nicht entsprechend saniert worden seien. Bei den Bauarbeiten vor dem Regierungsumzug habe man die zu erwartenden Grundwasserstände bereits berücksichtigt und neue Gebäude mit wasserdichten Fundamenten versehen.
In Berlin steigt das Grundwasser seit Anfang der 1990er Jahre, weil die Berliner immer weniger Trinkwasser abnehmen. Die Berliner Wasserbetriebe dürfen aber nur so viel Wasser fördern, wie verbraucht wird. Wurden 1989 in Berlin noch 378 Millionen Kubikmeter Wasser gefördert, waren es 2010 nur noch 207 Millionen Kubikmeter. Von den hohen Grundwasserständen sind auch zahlreiche Wohnhäuser und Betriebe betroffen.




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