BERLIN

13.10.2011 | Berlin
Brutaler Angriff in Schöneweide - mutmaßlicher Täter gefasst
Nach dem brutalen Angriff auf einem jungen Mann am vergangenen Wochenende hat die Berliner Polizei den mutmaßlichen Täter gefasst. Der 18-jährige Verdächtige wurde bereits am Mittwoch festgenommen, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Gegen ihn erließ ein Richter Haftbefehl wegen versuchten Totschlags. Der 18-Jährige soll in der Nacht zum Samstag auf dem S-Bahnhof Schöneweide einen 22-jährigen Mann geschlagen und so brutal gegen den Kopf getreten haben, dass das Opfer mehrere Knochenbrüche im Gesicht erlitt.
Auf dem S-Bahnhof war es zu einem Streit zwischen dem 22-jährigen Opfer und zwei Männern gekommen. Der Haupttäter schlug den 22-Jährigen zu Boden und trat zu. Die Tritte zertrümmerten Teile des Gesichts. Das Opfer wurde ins Krankenhaus gebracht, schwebte aber nicht in Lebensgefahr.

Videoaufnahmen von der Tat gab es nicht, weil auf dem Bahnhof keine Kameras montiert sind. Zeugen konnten aber wichtige Hinweise zu den beiden gesuchten Männern geben.
Am gleichen Wochenende gab es weitere gewalttätige Überfälle und Angriffe in U- und S-Bahnhöfen. Auch in den Monaten zuvor sorgten Überfälle immer wieder für Entsetzen. Erst kürzlich wurde das 23 Jahre alte Opfer einer tödlichen Hetzjagd beerdigt. Guiseppe M. war am 17. September im U-Bahnhof Kaiserdamm angegriffen worden. Auf der Flucht rannte er in ein Auto und kam dabei ums Leben.
Quelle: dpa

08.10.2011 | Berlin
Neuer brutaler Angriff auf Bahnhof - Polizei hat heiße Spur
Die Gewalttaten auf Berliner Bahnhöfen reißen nicht ab. Diesmal traf es einen 22-Jährigen in Schöneweide, Unbekannte zertrümmerten ihm mit Tritten das Gesicht. Die Ermittler sind zuversichtlich, die Täter zu fassen. Am Sonntag gab es weitere Angriffe.
Die Narben werden ihn vielleicht ein Leben lang an diesen Herbstmorgen erinnern: In Berlin hat es erneut einen brutalen Angriff auf einem Bahnhof gegeben. Die Täter zertrümmerten einem 22-jährigen Mann am Samstag auf dem S-Bahnhof Schöneweide mit Tritten regelrecht das Gesicht. Die Täter flüchteten, Fahnder sind ihnen aber auf der Spur, wie ein Sprecher der Bundespolizei am Sonntag mitteilte. Das Opfer liegt weiterhin in der Klinik.
Bei einem weiteren Angriff im U-Bahnhof Elsterwerdaer Platz in Marzahn wurden erst ein Mann und dann drei Polizisten von Schlägern verletzt. Außerdem versuchte ein Mann in der S-Bahn, auf einen anderen Mann mit einem Messer einzustechen.

Von dem Überfall in Schöneweide gibt es keine Videoaufnahmen, weil auf dem Bahnhof keine Kameras montiert sind. Am Sonntag gaben aber weitere Zeugen der Tat neue Hinweise zu den beiden gesuchten Männern. «Wir haben eine heißes Spur», sagte der Polizeisprecher. Dem Opfer ging es weiterhin schlecht. «Jochbein und Nase sind gebrochen, das Kinn ist angebrochen - er muss noch fünf Tage im Krankenhaus bleiben.» Ein heftiger Streit hatte am frühen Samstagmorgen auf dem Bahnsteig des Bahnhofs zu dem Gewaltexzess geführt. Ob Alkohol im Spiel war, ist unklar.
Kurz nach dem Angriff in Schöneweide wurde am Samstag in Schöneberg eine junge Frau in einer U-Bahn während der Fahrt ausgeraubt. Die 18-Jährige hatte in der Linie 7 mit geschlossenen Augen Musik über die Kopfhörer ihres Handys gehört. Plötzlich hielt ihr ein Mann mit Gewalt den Mund zu. Ein Komplize packte ihre Beine. Dann schnappten sich die Männer das Handy der wehrlosen Frau, schlugen ihr ins Gesicht und flüchteten am U-Bahnhof Eisenacher Straße.
In Marzahn am Elsterwerdaer Platz pöbelten drei junge Männer am Sonntag um vier Uhr morgens einen 19-Jährigen an. Dessen Freundin versuchte, den Streit zu schlichten. Trotzdem schlugen und traten die drei Angreifer ihr Opfer. Als die Polizei eintraf, wehrten sich die Täter heftig und verletzten drei Polizisten.

In der Ringbahn Nähe Ostkreuz kam es zu einem Streit zwischen zwei Männern. Als ein dritter schlichten wollte, eskalierte die Situation. Einer der Streitenden griff den Dritten mit einem 19 Zentimeter großen Messer an und stach in dessen Richtung. Der wehrte sich und trat dem Angreifer in den Bauch, wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte. Die Polizei nahm den vermutlich betrunkenen Angreifer fest.
Erst am Freitag war unter großer Anteilnahme das 23 Jahre alte Opfer einer tödlichen Hetzjagd beigesetzt worden. Guiseppe M. war am 17. September im U-Bahnhof Kaiserdamm von jungen Männern angegriffen worden. Auf der Flucht rannte er in ein Auto und kam dabei ums Leben.
Die neuen Gewaltexzesse im Nahverkehr werden wohl auch Thema bei den Koalitionsverhandlungen von SPD und CDU sein, die an diesem Mittwoch beginnen. «Wir werden auch über Personal und Ausstattung bei der Polizei reden müssen», sagte der CDU-Vorsitzende Frank Henkel der «Bild am Sonntag». Man könne die öffentlichen gewalttätigen Überfälle nicht hinnehmen. «Das Thema innere Sicherheit in Berlin ist ein wichtiger Bestandteil der neuen Regierungsarbeit», kündigte Henkel an, der als künftiger Innensenator gehandelt wird.

Nach Ansicht von Experten lassen sich Gewalttaten aber nicht allein mit mehr Polizeipräsenz und Überwachungskameras bekämpfen. Kameras würden «im Moment der Tat nicht registriert», hatte der Psychiater und Gerichtsgutachter Karl Kreutzberg vor einiger Zeit in einem Interview mit der «Berliner Zeitung» gesagt.
Gewalt in Bahnhöfen gebe es deshalb so oft, weil dort die soziale Kontrolle am geringsten sei, ergänzte Kreutzberg. Schon vor Jahren hätten etwa die Berliner Verkehrsbetriebe BVG ihr Personal flächendeckend abgezogen. «Damit war auch ein Stück Sicherheit weg, und der so entstandene herrenlose Raum wurde von den Jugendlichen genutzt.»




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