BERLIN

08.11.2011 | Berlin
Deutlich mehr Masernfälle in Berlin
In Berlin bleibt die Zahl der Masernkrankungen auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Bisher seien laut Robert-Koch-Institut 159 Menschen daran erkrankt, berichtet die «Berliner Morgenpost» (Dienstag). Schon zum Halbjahr war eine drastische Steigerung abzusehen gewesen. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt nur 92 Masernfälle, 2009 sogar nur 33. Silvia Kostner, Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit und Soziales, sagte: «Auffällig ist, dass diesmal besonders häufig Kinder unter einem Jahr und Erwachsene im Alter von 14 bis 49 Jahren erkranken.»
In beiden Altersgruppen musste jeweils mehr als die Hälfte der Masern-Patienten zur Behandlung ins Krankenhaus. Im bayerischen Aschaffenburg liege derzeit ein sechsjährigen Mädchen mit den Spätfolgen einer Masernerkrankung im Sterben, berichtete der Berufsverband der Kinderärzte in Bayern.

Ärzte und Behörden raten Eltern dringend, Kleinkinder impfen zu lassen. Erforderlich ist eine zweifache Impfung zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat sowie dem 15. und 23. Lebensmonat. Säuglinge sind besonders durch einen komplizierten Verlauf der Erkrankung gefährdet. Bis zum Erreichen des Impfalters hängt ihr Schutz vor allem von der guten Durchimpfung ihrer Umgebung ab, der sogenannten «Herdenimmunität». Aber viele Erwachsene und Jugendliche haben Impflücken, von denen sie nichts wissen und die sie dringend schließen sollten, fordern die Kinderärzte. Viele Ansteckungen mit dem Masernvirus passieren bei Auslandsreisen.
Quelle: dpa
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