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BERLIN

 

21.11.2011 | Berlin

Neugeborener Junge aus Fenster geworfen - Mutter gesteht

Eine Mutter in Berlin hat zugegeben, ihren neugeborenen Sohn aus dem Fenster geworfen zu haben. Der kleine Junge, der nur wenige Stunden alt wurde, sei an seinen «multiplen Verletzungen» durch den Sturz aus dem 5. Stock eines Wohnhauses im Stadtteil Charlottenburg gestorben, sagte ein Polizeisprecher am Montag. «Der Tatverdacht gegen die Mutter hat sich erhärtet.»

Am Nachmittag sollte die 40-Jährige einem Richter zum Erlass eines Haftbefehls wegen Totschlags vorgeführt werden. Zunächst sollte die Frau noch einmal vernommen werden. Das Tatmotiv werde im persönlichen Umfeld vermutet, sagte der Sprecher.

Am Sonntagmorgen hatte ein Anwohner den toten Säugling in einem Hinterhof entdeckt. Der Rentner berichtete in der «RBB-Abendschau», ihm sei ein blauer Müllsack aufgefallen, aus dem kleine Füße und Hände ragten.

Laut Polizei wurde das Kind in der Nacht zum Sonntag in der Wohnung des Mietshauses am Spandauer Damm geboren. Nach der grausigen Entdeckung des toten Babys führten blutige Spuren schnell zu der Wohnung. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei stürmte sie. Die 40-jährige Mutter, ihre 15 alte Tochter sowie der 44-jährige Lebensgefährte ließen sich widerstandslos abführen.

Der Mann ist seit Sonntagabend wieder auf freiem Fuß. Der Tatverdacht richte sich nicht mehr gegen den 44-Jährigen, sagte der Sprecher. Der Polizei ist der Mann als Gewalttäter bekannt. Auch die 15-jährige Tochter wurde aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Sie kam bei Verwandten unter.

Die Mutter mache keinen verwirrten Eindruck - «eher einen kühlen», sagte der Sprecher. Die dringend Verdächtige habe ausgesagt, weder der Mann noch die Tochter hätten etwas mit dem Tod des Kindes zu tun. Die Frau sei am Sonntag ambulant medizinisch behandelt worden und sitze jetzt im Polizeigewahrsam.

Spekulationen, wonach Drogen eine Rolle gespielt haben könnten, bestätigte die Polizei am Montag nicht. «Ein Drogen- oder Trinkermilieu ist nicht erkennbar.» Nach Medienberichten soll die Frau vor zwei Jahren ein Kind zur Welt gebracht und zur Adoption freigegeben haben.

Quelle: dpa
21.11.2011 | Berlin

Totes Baby in Berliner Innenhof soll bei Geburt noch gelebt haben

Ein Neugeborenes ist am Sonntag aus dem fünften Stock eines Berliner Mehrfamilienhauses geworfen worden und gestorben. Erste Untersuchungen hätten ergeben, dass der Junge bei der Geburt kurz zuvor noch gelebt habe, sagte ein Polizeisprecher.

Ein Anwohner, der seinen Müll wegbringen wollte, hatte das tote Baby am Morgen gegen 8.30 Uhr entdeckt. Blutverschmierte Gegenstände vor einer Tür in der fünften Etage lieferten schnell eine Spur. Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) habe die Wohnung gestürmt, hieß es. Die 40-jährige Mutter des Babys, ihre 15-jährige Tochter sowie ein Mann ließen sich widerstandslos abführen.

Der 44-Jährige wurde festgenommen. Er soll den Behörden wegen Kindesmisshandlung bekannt sein, schrieb die «Berliner Morgenpost» auf ihrer Internetseite. Die Polizei bestätigte, dass er als Gewalttäter aktenkundig ist. Die 40-Jährige habe das Kind in der Nacht zum Sonntag und «ganz offenkundig» in der Wohnung im Ortsteil Charlottenburg entbunden.

Staatsanwaltschaft und Mordkommission übernahmen die Ermittlungen. Der Mann, die 40-Jährige und ihre Tochter würden befragt, sagte ein Sprecher der Polizei. Gerade von der 15-Jährigen erhofften sich die Beamten Aufschluss darüber, was sich am frühen Sonntagmorgen in der Mietwohnung abgespielt hat. Ein Rottweiler-Schäferhund-Mischling, der ebenfalls in der Wohnung war, wurde zu einer Tiersammelstelle gebracht.

Die Babyleiche wurde der Gerichtsmedizin übergeben. Medienberichten zufolge soll das Kind in Tücher und eine Mülltüte gewickelt gewesen sein. Die Polizei wollte diese Details zunächst nicht bestätigen.

Im Dezember 2010 hatte eine junge Frau ihr Neugeborenes aus dem Fenster ihrer Berliner Wohnung in den verschneiten Hinterhof geworfen. Das Kind starb kurz darauf an Unterkühlung. Die Frau wurde im Juni 2011 vom Berliner Landgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

In Hamburg war 2007 ein neugeborenes Mädchen aus dem zehnten Stock eines Hochhauses geworfen worden und gestorben. Die damals 26 Jahre alte Mutter beschuldigte zunächst ihren 23 Jahre alten Freund, geriet dann aber selbst unter Verdacht, ihre Tochter in einer Plastiktüte vom Balkon geworfen zu haben. Das Hamburger Landgericht verurteilte sie zu drei Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe. Die Frau habe «in einem körperlichen und seelischen Ausnahmezustand» gehandelt, urteilte der Richter.

Quelle: dpa

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