BERLIN

23.11.2011 | Brandenburg/Havel
Tote und Verletzte bei Massenkarambolage im Nebel
Zerquetschte Autos und umgekippte Lastwagen - die A9 südlich von Berlin glich einem Trümmerfeld. Bei schlechter Sicht fuhren mehr als 20 Fahrzeuge ineinander. Es gab Tote und Verletzte.
Bei einer Massenkarambolage im dichten Nebel sind auf der Autobahn A9 Leipzig-Berlin zwei Menschen getötet und neun weitere verletzt worden. Am Dienstagabend waren in Richtung Berlin 8 Lastwagen und 16 Autos ineinander gekracht. Zwischen Klein Marzehns und Niemegk (Potsdam-Mittelmark) südlich von Berlin war die Sicht durch Nebelfelder stark eingeschränkt. «Zum Unfallzeitpunkt lag die Sicht teilweise unter 20 Metern», sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch.
Die wichtige Verkehrsader zwischen Berlin und Süddeutschland bot ein chaotischer Bild. Unter umgekippten Lastwagen und völlig demolierten Autos hatte sich die Ladung weiträumig verstreut. Unfallopfer waren in ihren Fahrzeugen eingeklemmt, berichtete die Polizei. Einige von ihnen mussten von der Feuerwehr aus den Wracks befreit werden. Seelsorger waren vor Ort. Zwischen Metallteilen lagen Kisten und tonnenweise Obst - die Ladung von Lastwagen.

Die Unfallopfer wurden nach Angaben der Feuerwehr in mehrere Krankenhäuser in Brandenburg und auch Sachsen-Anhalt gebracht. Über die Schwere der Verletzungen konnte die Polizei keine Angaben machen. Auch die Identität der Toten sei noch nicht klar.
Zur Ursache des Massenunfalls konnte die Polizei zunächst auch nichts Genaues sagen. Klarheit soll die Vernehmung der Unfallopfer und der unverletzten Insassen bringen. Die Staatsanwaltschaft hat Verkehrsexperten mit der Klärung beauftragt. Wegen der schlechten Sicht durch Nebel und Rauch hatte die Polizei am Dienstag ständig Verkehrswarnmeldungen herausgegeben. Denn in einiger Entfernung zur Unfallstelle brannte eine Lagerhalle, der Rauch zog bis zur Autobahn.
Die A9 in Richtung Leipzig konnte nach Polizeiangaben bereits gegen 6.00 Uhr freigegeben werden. Wegen der umfangreichen Aufräum- und Reinigungsarbeiten an der Unfallstelle war die Fahrbahn in Richtung Berlin aber erst gegen 14.30 Uhr wieder zu befahren. In der Nacht waren insgesamt bis zu 120 Polizisten, Feuerwehrleute und Experten des technischen Hilfswerks im Einsatz gewesen.

ADAC-Verkehrsexperte Andreas Hölzel erklärte, dass bei vielen Nebelunfällen zu schnelles Fahren die Hauptursache sei. Die Polizei könne nur Verkehrswarnmeldungen herausgeben. «Fahrer sind immer selbst in der Pflicht, ihr Tempo an die Sichtverhältnisse anzupassen, so dass man stets im eigenen Sichtbereich noch abbremsen kann». Viele Fahrer stünden jedoch unter Zeitdruck und rasten deshalb oft «im Blindflug über Autobahnen».
Fast an der gleichen Stelle auf der A9 hatte es am Montag einen tragischen Verkehrsunfall mit zwei Toten gegeben: Ein 44-jähriger Mann und seine vier Jahre alte Tochter waren mit dem Auto unter einen auf dem Standstreifen stehenden defekten Lastwagen geraten.
Eine Massenkarambolage mit mehr als 50 Autos hatte am Freitagabend auf der Autobahn A31 bei Münster drei Menschen das Leben gekostet. Zudem gab es zahlreiche Verletzte. Die Autobahn war länger als 24 Stunden in beide Richtungen gesperrt.
Quelle: dpa
Infos vom ADAC: www.adac.de




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