BERLIN

03.12.2011 | Berlin
Dach der Deutschlandhalle gesprengt
Die Berliner Deutschlandhalle liegt in Trümmern. Kurz vor 10.00 Uhr setzte am Samstag ein Sprengmeister der 76-jährigen Geschichte des Gebäudes ein Ende.
Nach einem gewaltigen Knall sackte das riesige Stahldach planmäßig zusammen - unter einer großen Staubwolke. Der Bau war 1935 von Adolf Hitler als weltgrößte Mehrzweckhalle eröffnet worden, die Nazis nutzten sie für ihre Massenveranstaltungen. Später spielten dort Bands wie die Rolling Stones und Queen.
An der Stelle der Veranstaltungshalle will die Messegesellschaft bis 2013 für 65 Millionen Euro eine neue Messe- und Kongresshalle errichten.

«Der Abriss ist für die Messe der Startschuss in die Zukunft», sagte ein Sprecher. Bei großen Veranstaltungen wie der Internationalen Funkausstellung (IFA) platzt die Messe regelmäßig aus den Nähten. Neben den 26 Hallen mussten Aussteller immer wieder in Zelte ausweichen. Die neue zweigeschossige Halle mit bis zu 9000 Plätzen soll auch das Kongressgeschäft für Berlin retten, während nebenan das asbestbelastete Internationale Congress Centrum (ICC) ab 2014 saniert wird.
Für die Sprengung war das Gelände im Umkreis von 200 Metern abgesperrt, auch die Autobahn A 115 (Avus). Nach Angaben der Polizei verlief die Aktion planmäßig. Kurz nach der Sprengung trieb der Wind die Staubwolke nach Norden davon und gab den Blick auf die Ruine frei - am besten zu sehen von oben, etwa vom Funkturm. Denn die Außenmauern der maroden Halle stehen noch und werden in den nächsten Wochen abgerissen.

Die Demontage der denkmalgeschützten Halle war umstritten. Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf wollte den Bau erhalten, der besonders bei den West-Berlinern mit vielen Erinnerungen verknüpft ist. Dort spielten Bands wie die Rolling Stones und Queen, ACDC, The Who und Jimi Hendrix.
Hallenfußballturniere begeisterten Besucher ebenso wie Boxkämpfe, etwa von Muhammad Ali. Der Bau war auch durch die Artistenschau «Menschen, Tiere, Sensationen» bekannt geworden. Die Pilotin Hanna Reitsch kreiste sogar mit einem Hubschrauber durch die Halle.
Quelle: dpa

Infobox: Die Deutschlandhalle in Berlin
Sie war die größte Mehrzweckhalle der Welt: Die Deutschlandhalle wurde ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Berlin 1935 mit 10 000 Plätzen eröffnet. Die Nazis nutzten sie für Massenveranstaltungen. Bekannt wurde der Charlottenburger Bau durch die Artistenschau «Menschen, Tiere, Sensationen». Die Pilotin Hanna Reitsch kreiste mit einem Hubschrauber durch die Halle. Nach Zerstörung, Wiederaufbau und Neueröffnung 1957 spielten dort die Rolling Stones, The Who, Queen und Jimi Hendrix. 1998 wurde die denkmalgeschützte Halle wegen Baufälligkeit geschlossen. Dennoch wurde sie 2001 noch vorübergehend zur Eissporthalle umfunktioniert.




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