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BERLIN

 

Zanders Weihnachtsfest
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19.12.2011 | Berlin

Gans und Promis: Zanders Weihnachtsfest für Obdachlose

Frank Zanders Weihnachtsfest für Obdachlose gehört zum Berliner Vorweihnachtskalender fest dazu. Viele Prominente schnallen sich eine Schürze um - und servieren ein Festmahl für tausende Bedürftige.

Das lässt der Sänger Frank Zander sich nicht nehmen: Als die Gäste seiner Weihnachtsfeier für Obdachlose am Montag in den großen Veranstaltungssaal des Berliner Hotels Estrel strömen, wartet der 69-Jährige am Eingang - und begrüßt jeden von ihnen per Handschlag. 2800 Mal schüttelt er Hände. So viele Bedürftige haben die großzügige Einladung angenommen. Viele bleiben stehen, wechseln mit strahlenden Augen ein Wort mit ihrem prominenten Gastgeber. «Da am Anfang haut's mich immer weg. Da waren ein paar, die haben sich dermaßen bedankt», erzählt Zander kurz darauf.

Zum 17. Mal bietet der engagierte Sänger Wohnungslosen einen Festtagsschmaus. Gänsebraten, Rotkohl und Klöße werde von zahlreichen Prominenten serviert, darunter Jeanette Biedermann, Grünen-Fraktionschefin Renate Künast, Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) oder Alexandra Kamp. Sängerin Sera Lee flitzt sogar auf Inline-Skates durch die weihnachtlich dekorierte Halle - zwei Teller voller Gänsebraten in den Händen.

Auch Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) packt mit an. «Weil es Menschen gibt, die durch einen Schicksalsschlag oder weil das Leben nicht gut zu ihnen war in eine solche Situation gekommen sind», begründet er. Es sei schön, diesen Menschen eine kleine Freude zu machen, sagt henkel - und schnallt sich eine Schürze um.

An einem der runden Tische sitzt derweil Volker Holland, zieht genüsslich an einem Zigarillo und beobachtet das Spektakel. «So was hab ich noch nie erlebt», sagt der 64-Jährige. Er wohnt in einem Hilfsprojekt der Diakonie und ist zum ersten Mal auf Zanders Veranstaltung. «Der Mann ist bewundernswert», lobt er. Für das Weihnachtsfest habe er sich extra neue Kleider aus der Kleiderkammer besorgt, erzählt er. Seine Augen glänzen verdächtig.

2800 Gäste sind gekommen, die Zahl musste erstmals aus Sicherheitsgründen begrenzt werden. «Hier sind nicht nur Obdachlose, das wissen wir», sagt Marcus Zander, der Sohn des Sängers. «Aber es sind Bedürftige.» Auf sie warten neben der Weihnachtsgans auch kleine Geschenke und ein Bühnenprogramm, bei dem unter anderem Nina Hagen auftritt. Groß ist auch der Andrang auf die Tische, auf denen bergeweise Spielzeug für Kinder bereit liegt.

«Mir läuft jedes Jahr wieder ein Schauer den Rücken runter, was für eine nette und familiäre Atmosphäre hier herrscht», sagt die Leiterin der Zentralen Beratungsstelle für Wohnungslose, Elfriede Brüning. «Hier werden Bedürftige und Obdachlose endlich mal wie ein Mensch behandelt», sagt die Vorsitzende des Berliner Vereins Polizisten für Obdachlose, Marion Beyer.

Das zeigt sich auf diesem ungewöhnlichen Weihnachtsfest in vielen Begegnungen. Zum Beispiel, als ein älterer Herr in heruntergekommener Kleidung strahlend auf eine Frau im Engelskostüm zurennt. «Hallo», ruft er im Tonfall eines Charmeurs, deutet eine Verbeugung an und drückt ihr einen Kuss auf die Hand. Beschwingten Schrittes geht er weiter - Weihnachten feiern.

Quelle: dpa

www.frank-zander.de

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