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BERLIN

 

09.01.2012 | Berlin

CDU-Parteitag nominiert Heilmann als Justizsenator

Er wollte lieber Bildungssenator werden. Nun soll der CDU-Politiker Thomas Heilmann in drei Tagen als Berlins Justizsenator vereidigt werden. Ein Kleiner CDU-Parteitag ebnete den Weg dafür.


Nun hat er auch den offiziellen Segen seiner Partei: Thomas Heilmann soll nach dem Willen der Berliner CDU neuer Senator für Justiz und Verbraucherschutz werden. 61 Delegierte nominierten den 47-Jährigen am Montag auf einem  Kleinen Parteitag einstimmig für das Regierungsamt. Zuvor warb CDU-Chef Frank Henkel für seinen Stellvertreter, den er in der vergangenen Woche selbst für den Senatorenposten vorgeschlagen hat. Heilmann bringe «alle persönlichen und fachlichen Qualifikationen mit, um dieses schwere Amt auszufüllen», betonte Henkel. Heilmann soll an diesem Donnerstag im Abgeordnetenhaus vereidigt werden.

Der bisherige Internet-Unternehmer wird Michael Braun nachfolgen, der im Dezember nach nur zwölf Tagen im Amt seinen Hut nehmen musste. Ihm war vorgeworfen worden, als Notar fragwürdige Immobiliengeschäfte beurkundet zu haben. Braun trat am Montagabend bei dem Parteitag zum ersten Mal wieder öffentlich auf. Fragen wollte er jedoch nicht beantworten.

Sowohl Generalsekretär Kai Wegner wie auch Henkel und Heilmann dankten Braun ausdrücklich für seine Arbeit als stellvertretender Parteivorsitzender. Mit seinem «großen Engagement hat Michael Braun wesentlich zur programmatischen Neuaufstellung der Berliner CDU und dazu beigetragen, dass die CDU wieder in Regierungsverantwortung ist», sagte Wegner. Henkel hob hervor, Braun habe «unermüdlich wie wenige andere für den Erfolg der Union in unserer Stadt gekämpft».

Heilmann bringt nach den Worten von Henkel das notwendige Rüstzeug für sein neues Amt mit. «Du bist eine der tragenden Säulen der Programmdiskussion gewesen», sagte der CDU-Chef an die Adresse seines Vize. Heilmann habe mit seinen vielen Ideen frischen Wind in die Union gebracht. An die CDU-Mitglieder appellierte Henkel, nach dem verpatzten Regierungsstart jetzt verantwortungsvoll die Zukunft Berlins zu gestalten. «Es liegt an uns, diese große Aufgabe zu meistern», betonte Henkel. Die Zusammenarbeit mit der SPD im Senat sei angenehm und konstruktiv.

Heilmann gilt als einer der führenden strategischen Köpfe in der Berliner CDU. Obwohl der Jurist erst vor zweieinhalb Jahren als stellvertretender Parteivorsitzender die landespolitische Bühne betreten hat, machte der erfolgreiche Unternehmer aus der Werbewirtschaft schnell Karriere in der Hauptstadt-Union. Manche in der Union neiden dem wirtschaftlich unabhängigen Millionär jedoch seinen rasanten Aufstieg.

Quelle: dpa

Thomas Heilmann bei Wikipedia.de... »

www.cduberlin.de

04.01.2012 | Berlin

Kurzporträt: Thomas Heilmann: Ideengeber aus der Werbebranche

Das CDU-Parteibuch hat der künftige Berliner Senator für Justiz und Verbraucherschutz seit seiner Jugend in der Tasche. Doch erst seit gut drei Jahren macht Thomas Heilmann richtig Politik. Im März 2009 zum stellvertretenden CDU-Landesvorsitzenden gewählt, hat sich der 47 Jahre alte Volljurist in kürzester Zeit als Modernisierer des jahrelang niederliegenden Berliner Verbandes in Richtung liberale Großstadtpartei profiliert. Er gilt momentan als wohl wichtigster konzeptioneller Vordenker in der Berliner CDU, hat sich mit seinem rasanten Aufstieg aber unter altgedienten Parteifunktionären nicht nur Freunde gemacht.

Der Ideengeber kommt aus der Werbewirtschaft, wo er sich ein Millionenvermögen erarbeitet hat. 1990 war er Mitbegründer der Werbeagentur Delta-Design, die 1991 in Scholz & Friends aufging. Mehr als zehn Jahre lang leitete er als geschäftsführender Gesellschafter die Berliner Niederlassung. Von 2001 bis 2008 war Heilmann gemeinsam mit Sebastian Turner Vorstandsvorsitzender der gesamten europäischen Agenturgruppe, dann wechselte er in den Aufsichtsrat der Holding. 2011 schied er als Gesellschafter bei Scholz & Friends aus und zog sich aus der Werbebranche zurück.

Heilmann hat noch zahlreiche andere Unternehmen mitgegründet oder sich an deren Finanzierung beteiligt, so etwa XING, Pixelpark, Facebook oder die Ampere AG. Seine Facebook-Anteile - «im Promillebereich», wie er seinerzeit dem «Tagesspiegel» sagte - verkaufte der Unternehmer Ende 2010.

Augenblicklich wirkt Heilmann als Gesellschafter und Aufsichtsrat in vier Unternehmensgruppen in den Bereichen Medien, Internet, Energie und Firmenbeteiligungen. Zudem gehört er verschiedenen Beiräten und Vorständen an, darunter dem Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft im BDI.

Heilmann stammt aus Dortmund. Er lebt mit seiner Frau ohne Trauschein zusammen. Das Paar hat vier kleine Kinder. Heilmann sitzt seit 2009 auch im Vorstand der Kinderhilfsorganisation Save the Children und ist derzeit Vorstandsvorsitzender der deutschen Sektion.

Quelle: dpa

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