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  • Vermisster tot aufgefunden

BERLIN

 

24.01.2012 | Berlin

Vermisster Bankangestellter ermordet - Liebhaber festgenommen

Von dem Treffen mit einem Liebhaber kam ein Bankangestellter nie zurück. Nun hat die Polizei seine Leiche in der Wohnung seines möglichen Mörders gefunden. Der Mann versuchte sich selbst zu töten.


Er traf sich offenbar zu Sexspielen mit einem Unbekannten - und wurde von ihm grausam umgebracht: Die Polizei hat am Montag die Leiche eines seit Neujahr vermissten Bankangestellten in der Wohnung seines mutmaßlichen Mörders in Berlin-Mariendorf entdeckt, teilte die Polizei am Dienstag mit. Nach Informationen der «Bild»-Zeitung soll der Körper des 37-Jährigen in mehrere Teile zerhackt worden sein. Eine Polizeisprecherin und die Staatsanwaltschaft wollten dies wegen laufender Ermittlungen nicht bestätigen.

In der Wohnung in der Markgrafenstraße fanden die Polizisten zudem den mutmaßlichen Täter blutüberströmt: Der 43-Jährige hatte sich schwere Schnittverletzungen zugefügt - offenbar, um sich selbst zu töten. Er kam zur stationären Behandlung in eine Klinik. «Beamte haben den Mann noch im Krankenhaus befragt», sagte der Sprecher der Anklagebehörde, Martin Steltner. Ein Richter wollte noch am Dienstag einen Haftbefehl gegen den Mann erlassen.

Der Bankmitarbeiter aus Kreuzberg war am Abend des 1. Januar spurlos verschwunden. Wie das schwule News-Portal «queer.de» am Dienstag berichtete, arbeitete der Bankangestellte nebenher auch an der Theke einer Männer-Sauna am Mehringdamm - so auch an Neujahr. Nach seiner Schicht soll der 37-Jährige zu dem Treffen gegangen sein. Die Betreiber wollten sich auf Anfrage nicht äußern. Laut Polizei erzählte er seinem Lebensgefährten von der Verabredung. Gegen 23.30 Uhr hob er dann noch einen höheren Geldbetrag von einem Bankautomaten in der Nähe der Sauna ab.

Seitdem fehlte jedes Lebenszeichen von ihm, sein Handy war am nächsten Tag ausgeschaltet. Die Polizei suchte mit einem Foto nach dem Vermissten. Weil sich der Verdacht eines Tötungsdeliktes verdichtete, übernahm die 5. Mordkommission in der vergangenen Woche die Ermittlungen. Bald schon hatten die Fahnder den 43-Jährigen im Fokus, sagte eine Polizeisprecherin. Entsprechende Hinweise kamen aus Bevölkerung, hieß es aus Ermittlerkreisen. Demnach hatten sich der 37-Jährige und sein mutmaßlicher Mörder zu «Sexspielchen» verabredet.

Eine erste Obduktion bestätigte den Tötungsverdacht. Die genauen Umstände, zu denen auch der Todeszeitpunkt gehört, sind nun Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Indes zeigte sich die Schwulenszene geschockt über die Tat: In Internetforen drückten viele Nutzer ihr Beileid aus.

Quelle: dpa
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