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BERLIN

 

17.01.2012 | München/Berlin

Osram streicht 400 Stellen in Berlin

Osram baut sein Lichtgeschäft um und 1050 Stellen ab. Besonders hart trifft es Berlin, den größten Standort in Deutschland.

Osram streicht jede vierte Stelle in Berlin. 400 Arbeitsplätze werden abgebaut, wie die Siemens-Lichttochter am Dienstag in München mitteilte, soll die Hälfte der Beschäftigten zum Mutterkonzern wechseln. Mit 150 weiteren Mitarbeitern seien bereits Vereinbarungen getroffen worden, darunter etwa Altersteilzeit-Regelungen. Für die übrigen solle rasch mit den Arbeitnehmervertretern gesprochen werden.

Unternehmensweit will Osram 1050 Stellen abbauen. Grund sei derWandel im Lichtmarkt, dazu zähle das Ende der klassischen Glühlampe und die Unmstellung auf Leuchtdioden (LED), hieß es. Berlin ist der größte Standort von Osram. Im Werk Spandau stellt das Unternehmen Autolampen und verschiedene Speziallampen her. Der Konzern kündigte an, dort neun Millionen Euro in den Ausbau etwa der Fertigung für  Automobilbeleuchtung zu investieren.

«LED gehört die Zukunft und wir werden den Strukturwandel aktiv betreiben. Daher ist es uns wichtig, offen und frühzeitig Klarheit für die Mitarbeiter zu schaffen», teilte Osram-Vorstandschef Wolfgang Dehen mit. Die Veränderungen machten einen Umbau der Kapazitäten innerhalb des Unternehmens nötig. So habe Osram 2011 für den Bereich LED rund 1200 Mitarbeiter eingestellt. In Deutschland beschäftigt die Siemens-Tochter rund 10 000 Menschen, weltweit sind es 41 000.

Wegen der schwierigen Lage auf den Finanzmärkten hatte Siemens den eigentlich bereits im vergangenen Jahr geplanten Börsengang Osrams auf Eis gelegt. Die Vorbereitungen liefen zwar weiter, allerdings scheint der Plan auch im ersten Halbjahr nicht auf der Tagesordnung zu stehen. Dem weltweiten Lichtmarkt wird angesichts des Trends zum Energiesparen und wachsender Nachfrage ein enormes Potenzial vorhergesagt.

Allerdings kostet die Entwicklung neuer Technik und der Umbau auf dem Weg dorthin zunächst viel Geld. Auch deswegen ist der Markt bereits jetzt umkämpft. Bisher teilten sich wenige Unternehmen mit wertvollen Patenten den Markt, inzwischen drängt Konkurrenz nach. Osram machte im vergangenen Geschäftsjahr 2010/11 einen Umsatz von rund 5 Milliarden Euro und hat weltweit 44 Standorte.

Quelle: dpa

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