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  • Klage gegen Neue Treberhilfe

BERLIN

 

24.01.2012 | Berlin

Ex-Treberhilfechef klagt gegen Kündigung

Zwei Jahre nach der «Maserati-Affäre» ist der einstige Chef der Berliner Treberhilfe, Harald Ehlert, vor das Berliner Arbeitsgericht gezogen. Die Richter verhandeln an diesem Dienstag über eine Kündigungsschutzklage von Ehlert. Der Sozialunternehmer war vor knapp zwei Jahren nach Vorwürfen unter anderem wegen eines als unangemessen hoch kritisierten Einkommens als Geschäftsführer der gemeinnützigen Treberhilfe zurückgetreten. Er blieb damals aber als Gesellschafter Miteigentümer des Sozialunternehmens, das sich um Obdachlose kümmerte und Straßensozialarbeit leistete. Zudem soll er auch Angestellter der Treberhilfe gGmbH geblieben sein.

Die alte Treberhilfe musste im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden und hatte ihre Arbeit zum 30. November eingestellt. Zum 1. Dezember übernahm der Evangelische Diakonieverein Zehlendorf die Gesellschaft mit allen noch verbliebenen rund 100 Mitarbeitern. Der Name des Unternehmens wurde dabei in Neue Treberhilfe geändert. Diese Rechtsnachfolgerin schickte Ehlert die Kündigung ins Haus, gegen die sich der einstige Geschäftsführer nun wehrt. Vor der mündlichen Verhandlung hat die 5. Kammer des Arbeitsgerichts noch eine Güteverhandlung anberaumt.

Die Treberhilfe hatte Insolvenz angemeldet, nachdem sie im laufenden Geschäft 4,5 Millionen Euro Schulden angehäuft hatte, davon 1,2 Millionen Euro für nicht gezahlte Löhne und 1,6 Millionen Euro Mietschulden.

Ausgangspunkt des Niedergangs war eine zu schnelle Autofahrt Ehlerts gewesen, der Anfang 2010 in einem Maserati geblitzt worden war. Das Bekanntwerden des luxuriösen Lebensstils des Chefs hatte die Treberhilfe auch bei ihrem größten Auftraggeber, der Senatsverwaltung für Soziales, in Verruf gebracht. Als deren Aufträge ausblieben, wurden nach Angaben des Insolvenzverwalters laufende Kosten nicht mehr bezahlt.

Das operative Geschäft hatte im Dezember 2010 der evangelische Träger übernommen, während die fünf Immobilien der alten Treberhilfe sowie die Fahrzeuge beim Insolvenzverwalter bleiben sollten. Sie sollen verkauft werden, um Verbindlichkeiten zu tilgen. Zu den Wohnobjekten gehört auch eine Villa samt Bootshaus in Caputh, in der sich Ehlert eingemietet hatte.

Quelle: dpa

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