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  • Terrorverdächtige vor Gericht

BERLIN

 

25.01.2012 | Berlin

Mutmaßliche Al-Kaida-Terroristen schweigen vor Gericht

Mit einem Drohvideo soll ein 26-Jähriger mitten im Bundestagswahlkampf 2009 in Deutschland für Aufregung gesorgt haben - jetzt steht der mutmaßliche Al-Kaida-Terrorist in Berlin vor Gericht. Die Bundesanwaltschaft wirft dem Deutschen mit türkischen Wurzeln und einem mitangeklagten 22 Jahre alten Österreicher vor, sich im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet am gewaltsamen Dschihad auch gegen Angehörige der ISAF-Schutztruppe beteiligt zu haben. Zum Prozessauftakt am Mittwoch vor dem Berliner Kammergericht verweigerten die beiden Angeklagten die Aussage. Beide saßen in einem besonders gesicherten Gerichtssaal hinter Panzerglas.

Der 26-Jährige soll zu den Gründern der terroristischen Vereinigung Deutsche Taliban Mudschaheddin gehören. Der Angeklagte bestreite dies, sagte sein Anwalt Michael Murat Sertsöz am Rande der Verhandlung. «Die Beweislage ist sehr, sehr dürftig.»

Nach ihrer Rückkehr nach Europa sollen die beiden Männer versucht haben, Geld für AL-Kaida zu sammeln und in Moscheen neue Mitglieder für das Terrornetzwerk zu werben. Der 22-Jährige war in Berlin festgenommen worden, der 26-Jährige in Wien.

Im September 2009 soll der 26-Jährige in einem Internet-Video den sofortigen Abzug deutscher Soldaten aus Afghanistan gefordert und andernfalls mit einem «bösen Erwachen» gedroht haben. In dem Video wurden Bilder unter anderem vom Brandenburger Tor und der Frankfurter Skyline eingeblendet. Auch ein Schießtraining war zu sehen. In vielen deutschen Städten waren daraufhin die Sicherheitsvorkehrungen erhöht worden.

Zuletzt waren in Berlin 2011 drei Terrorhelfer verurteilt worden, unter ihnen die Frau des Anführers der islamistischen «Sauerland-Gruppe». Sie bekam eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren. Das Gericht bescheinigte ihr eine glaubhafte Abkehr vom Terrorismus.

Quelle: dpa

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