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BERLIN

 

02.02.2012 | Berlin

Brisanter Jahrestag - Ein Jahr nach «Liebig14»

Zum ersten Mal jährt sich die Räumung eines alternativen Wohnprojekts in Berlin-Friedrichshain. Das Thema «Liebig14» hat seitdem nichts von seiner Brisanz verloren. Was dem Szeneviertel blühen könnte, hat schon das vergangene Wochenende gezeigt.

Berlins Szeneviertel Friedrichshain steht vor einem brisanten Jahrestag. An diesem Donnerstag ist es genau ein Jahr her, dass ein massives Polizeiaufgebot einen besetzten Altbau in der Liebigstraße 14 räumte, ein alternatives Wohnprojekt, das die Eigentümer nicht länger dulden wollten. Die Beamten brauchten damals Stunden, um die Hausbesetzer aus dem verbarrikadierten Gebäude zu holen. Autonome schleuderten Feuerwerkskörper, Flaschen und Steine - und «Liebig14» wurde zum Reizthema, das bis heute Gewalt entfacht. Immer wieder gibt es rund um die Liebigstraße Krawall, immer wieder gibt es auch Berichte von Attacken auf neue Bewohner der Gegend.

Krawall droht nun möglicherweise auch zum Jahrestag. «Never rest in peace» (Ruhe niemals in Frieden) heißt es im Aufruf zu zahlreichen Veranstaltungen zum Jahrestag. Für Donnerstag offiziell angemeldet haben die «Liebig14»-Sympathisanten nur eine «Mahnwache» von 10.00 bis 18.00 Uhr, für die 50 Teilnehmer angekündigt wurden, wie ein Polizeisprecher am Dienstag mitteilte. Ob und wie sich die Einsatzkräfte auf mögliche Ausschreitungen vorbereiten, wollte er nicht sagen. Auf Provokationen aus der Szene werde sich die Polizei jedenfalls nicht einlassen, sagte Innensenator Frank Henkel (CDU) der «Berliner Morgenpost» (Dienstag).

Dass die nicht ganz unwahrscheinlich sind, zeigt ein Blick auf das vergangene Wochenende. Bei Ausschreitungen der linksextremistischen Szene wurden mehr als 70 Menschen festgenommen, fast 50 Polizisten wurden verletzt. Entzündet hatte sich die Gewalt eigentlich bei einer Demonstration gegen «Polizeigewalt» in Neukölln, doch ihren Höhepunkt erfuhr sie in der rund fünf Kilometer Luftlinie entfernten Liebigstraße. Nach Darstellung der Polizei drangen Randalierer in der Hof der nummer 14 ein, zerschlugen Fensterscheiben, besprühten den Hausflur und griffen schließlich Einsatzkräfte an. Ein Beamter soll dabei mit einer Eisenstange attackiert worden sein. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Totschlags.

Quelle: dpa

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Räumung des besetzten Hauses in der Liebigstr. 14:

Berlin-Reporter Toni Schmitt live vor Ort

Räumung in der Liebigstr. 14 (1)
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