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BERLIN

 

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Kältehilfe Berlin: www.kaeltehilfe-berlin.de

02.02.2012 | Berlin

Kälteste Nacht des Jahres - und weiter eisige Temperaturen

Die sibirische Kälte sorgt in Berlin weiter für Probleme: Es gibt zu wenig Plätze für Obdachlose, Weichenstörungen im Bahnverkehr - und auch den ersten Minusrekord in der Region.

Berlin und Brandenburg haben die kälteste Nacht des Jahres hinter sich: Die Temperaturen rutschten auf fast 20 Grad unter Null. Am frostigsten war es in der Nacht zum Donnerstag laut Deutschem Wetterdienst in Kyritz (Ostprignitz/Ruppin). Wärmer als minus 15 Grad wurde es nirgendwo in der Region. Auch in den nächsten Tagen werde der strenge Frost anhalten, sagte DWD-Meteorologe Hans-Werner Voß.

Angesichts der eisigen Kälte hat die Berliner Grünen-Fraktion mehr Notunterkünfte für Obdachlose gefordert. «Die zur Verfügung stehenden Plätze reichen nicht aus, um allen Frierenden und um Unterkunft bittenden Menschen zu helfen. Mindestens 70 zusätzliche Plätze sind erforderlich», kritisierte Manfred Beck, sozialpolitischer Sprecher der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, am Donnerstag.

 

Vor allem Schlafraum für wohnungslose Frauen sei knapp. Schätzungsweise 1000 Menschen leben in der Hauptstadt auf der Straße. Weiteres Geld von der Sozialsenatsverwaltung wird es aber vermutlich nicht geben. Am Freitagabend will Sozialsenator Mario Czaja (CDU) die Berliner Stadtmission am Hauptbahnhof besuchen und sich dort ein Bild über die Lage der Obdachlosen machen.

Die Polizei warnte trotz strahlender Wintersonne und schulfreier Tage erneut davor, auf den Berliner Gewässern unbedacht Schlittschuh zu laufen. «Die Eisstärken auf den einzelnen Gewässern können sehr unterschiedlich sein, etwa durch warme Zuläufe», sagte ein Polizeisprecher. Durch die dünne Schneedecke oder Raureif auf dem Eis seien diese gefährlichen Stellen jedoch nicht zu erkennen.

Auch Ärzte raten bei den anhaltend eisigen Temperaturen, sich warm anzuziehen - und auf Kinder zu achten. «Kleine Kinder sind sehr gefährdet, weil sie viel weniger Körpervolumen haben und dementsprechend schneller auskühlen», sagt der Internist Hans-Ulrich Jahn, Chefarzt am Vivantes Klinikum Hellersdorf. Im Kinderwagen könnten ihnen die Nasenspitzen abfrieren. Jahn rät auch Erwachsenen zu Ohrenschonern und Handschuhen, um Erfrierungen zu vermeiden.

Verkehrsprobleme durch die tagelange Kälte halten sich bislang in Grenzen: Bei der S-Bahn ruckelte es im morgendlichen Berufsverkehr. «Wir hatten eine Weichenstörung im Bereich Treptower Park, wovon die S41 und S42 betroffen waren», berichtete  S-Bahn-Sprecher Burkhard Ahlert. Die Züge fuhren eine Weile unregelmäßig und verspätet. Auch am Stellwerk in Spandau gab es am Vormittag Weichenprobleme, die kurzfristig den Regionalverkehr und Fernverkehr in Richtung Westen betrafen. Die BVG-Fähren machen weiterhin Pause - mit Ausnahme der Fähre zur Pfaueninsel.

Erhöhte Unfallzahlen durch Glatteis verzeichnete die Polizei bisher nicht. Allerdings gibt es andere Probleme auf der Straße: Gullydeckel werden hochgedrückt und zerbersten, weil das Schmutz-Wasser-Gemisch im Sieb unter dem Deckel gefriert und sich ausdehnt.

Bei angemessener Kleidung ist die Kälte aber generell kein Hindernis. «Man sollte ruhig rausgehen, es ist ja eine sehr gesunde Luft», sagte Mediziner Jahn. Auch das Sonnenlicht sei wichtig für die Stimmung. «Wir fühlen uns dann einfach wohler als in den trüben Tagen im Januar.»

 

Quelle: dpa

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