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  • 1. Mai in Berlin

BERLIN

 

29.04.2009

28.04.2009 | Berlin (dpa)

Krawalle am 1. Mai in Berlin

Am 1. Mai ist es in Berlin seit mehr als 20 Jahren immer wieder zu Ausschreitungen und Krawallen gekommen. Mit neuen Konzepten gelang es der Berliner Polizei und Kreuzberger Bürgerinitiativen aber in den vergangenen Jahren die Gewalt einzudämmen. In diesem Jahr ist wegen der zahlreichen Brandanschläge in den vergangenen Monaten und spontaner Gewaltausbrüche unklar, ob die Randale wieder zunimmt. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) gibt sich aber optimistisch. dpa dokumentiert die wichtigsten Ereignisse seit 1987:

1987: In Kreuzberg liefern sich rund 900 junge Menschen zwölf Stunden lang Straßenschlachten mit der Polizei. Im Steinhagel zieht sich die Polizei zeitweise völlig zurück. Geschäfte werden geplündert und Autos angezündet. Auch ein Supermarkt geht in Flammen auf. 55 Randalierer kommen in Haft oder in Polizeigewahrsam. 245 Polizisten werden verletzt.

1991: Nach der Wiedervereinigung zieht die «Revolutionäre 1. Mai-Demonstration» in den früheren Ostteil der Stadt. Bei dem Zug durch Friedrichshain kommt es zu Krawallen.

1999: Die Berliner Polizei führt ein neues Präventionskonzept ein. Dennoch kommt es wieder zu Ausschreitungen in Kreuzberg: 139 verletzte Beamte und 213 Festnahmen.

2001: Innensenator Eckart Werthebach (CDU) verbietet eine für den 1. Mai geplante NPD-Demonstration und erstmals die gewaltträchtige «Revolutionäre 1. Mai-Demonstration». Das Verbot des NPD-Aufmarsches wird gerichtlich aufgehoben. Trotz eines Rekordaufgebotes von 9000 Polizisten gibt es wieder heftige Krawalle.

2002: Ungeachtet einer Deeskalationsstrategie der Polizei kommt es zu massiven Ausschreitungen. 101 Beamte werden verletzt und 158 Menschen festgenommen.

2003: Am 1. Mai und in der Walpurgisnacht werden 175 Polizisten zum Teil durch Steinwürfe verletzt. Mehrere Autos gehen in Flammen auf. 196 Personen werden festgenommen.

2004: Am Rande einer NPD-Demonstration gibt es in Lichtenberg schwere Ausschreitungen linker Gegendemonstranten. Am Abend des 1. Mai schleudern in Kreuzberg vermummte Autonome Flaschen und Steine. Mit 348 Randalierern werden deutlich mehr festgenommen als im Vorjahr. 192 Polizisten werden verletzt.

2005: Der 1. Mai verläuft nach Polizeiangaben so «friedlich» wie seit 1987 nicht mehr. Dennoch werden in der Walpurgisnacht und am 1. Mai bei einzelnen Ausschreitungen insgesamt 193 Störer festgenommen. Linksradikale Gruppen sagen ihre «Revolutionäre 1. Mai-Demonstration» erstmals aus Protest gegen Auflagen der Polizei ab. 6150 Polizisten sind im Einsatz.

2006: Die Berliner Polizei setzt ihr Einsatzkonzept der «ausgestreckten Hand» fort. Danach treten die Beamten zurückhaltend auf, greifen aber bei Stein- oder Flaschenwürfen konsequent ein. Die Ausschreitungen fallen nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden nicht heftiger aus als im Vorjahr. 107 Festnahmen werden gemeldet, in der Walpurgisnacht sind es 72.

2007: Rund 5000 Polizisten sind im Einsatz. Rund 1000 Störer suchen die Konfrontation mit der Polizei. 115 Störer werden festgenommen. 130 Polizisten werden verletzt. Größere Randale bleibt aus. Der Senat zeigt sich zufrieden. Zum dritten Mal in Folge sei es gelungen, die Gewalt zurückzudrängen.

2008: Die Walpurgisnacht verläuft weitgehend friedlich. Auch die Nacht des 1. Mai ist weniger gewalttätig als früher. 162 Menschen werden festgenommen, 103 Polizisten verletzt. Brennende Autos oder zerstörte Bushaltestellen gibt es nicht. 4700 Polizisten waren im Einsatz. Als Polizeipräsident Dieter Glietsch sich am Abend eine Demonstration aus der Nähe ansieht, wird er von Randalierern angegriffen, kann aber von Leibwächtern in Sicherheit gebracht werden.


 

Haltverbotszonen anlässlich der Veranstaltungen zur Walpurgisnacht und zum 1. Mai... »

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