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BERLIN

 

04.05.2009

04.05.2009 | Berlin/München (dpa)

Dirigent Metzmacher verlässt Berlin endgültig

Der Dirigent Ingo Metzmacher kehrt Berlin endgültig den Rücken. Er werde seinen neuen Vertrag als Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters (DSO) nun definitiv nicht über das Jahr 2010 hinaus verlängern, teilte seine Agentur in München mit.

Metzmacher sehe damit als DSO-Chefdirigent für eine Fortführung seiner Arbeit wegen der jüngsten Beschlüsse der Trägergesellschaft ROC keine Perspektive mehr.

Nach monatelangen Verhandlungen stehe für das DSO eine dauerhafte Stellenreduzierung fest, die Metzmacher so nicht akzeptieren könne. «Für alle Beteiligten ist es jetzt wichtig, sich neu zu orientieren», sagte der Dirigent. Die Saison 2009/10 sei nun die letzte gemeinsame mit dem DSO und werde mit einem Gastspiel bei den Salzburger Festspielen im Sommer 2010 enden. Das Orchester bedauerte Metzmachers Entscheidung. Die ROC sei tatsächlich nicht auf das Orchester zugegangen.

Auch die Rundfunkorchester- und chöre GmbH (ROC) bedauerte Metzmachers Schritt. Allerdings betonten die Gesellschafter, dass das DSO ab dem Jahr 2010 in Zusammenhang mit der Erhöhung des ROC-Etats um jährlich sechs Millionen Euro eine Aufstockung ihres Budgets von jährlich nahezu einer halben Million Euro erhalte. Eine dauerhafte Stellenreduzierung sei nicht vorgesehen. Die 114 Planstellen des Orchesters blieben bei einer Finanzierung von 103 Stellen erhalten.

Die ROC wird vom Bund, dem Land Berlin, dem Deutschlandradio und Rundfunk Berlin-Brandenburg getragen. Zur ROC gehört auch das von Marek Janowski geleitete Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB). Beobachter vermuten hinter dem Abgang von Metzmacher einen Streit hinter den Kulissen über die genaue Verteilung der zusätzlichen Gelder für die ROC.

Der Zeitung «Die Welt» sagte Metzmacher, er habe gehofft, dass seine Rücktrittserklärung vor fünf Wochen ein Umdenken bei den Trägergesellschaft Rundfunk Orchester und Chöre GmbH (ROC) bewirkt. Doch die bleibe bei ihrer Entscheidung, das DSO «herunterzustufen», sagte Metzmacher. «Man hat offenbar geglaubt, ich würde diese so einfach schlucken.» Im Orchester gebe es sieben offene Solistenstellen, die seit einem Jahr nicht besetzt werden dürften. «Das ist kein Luxuswehwehchen eines weltfernen Klangkörpers, das zehrt an der Substanz», sagte der Dirigent.

Metzmacher hatte vor fünf Wochen überraschend seinen Rückzug bekanntgegeben und ihn mit der seiner nach unzureichenden finanziellen Ausstattung des Orchesters begründet, ohne allerdings in der Öffentlichkeit dazu genauere Angaben zu machen. Der ihm vorgelegte neue Finanzplan für das Orchester ab 2010 sei «vollkommen inakzeptabel», da er eine dauerhafte Stellenreduzierung für das DSO zur Folge habe, hatte der Dirigent lediglich erklärt.

www.dso-berlin.de

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