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BERLIN

 

06.05.2009

07.05.2009 | Berlin (dpa)

Steinmeier eröffnet Ausstellung zu DDR-Revolution


Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat am Donnerstag auf dem Berliner Alexanderplatz eine Ausstellung zur friedlichen Revolution in der DDR vor 20 Jahren eröffnet. Begleitet wurde Steinmeier von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU). Die Open-Air-Ausstellung zeigt den Weg von Widerstand und Demonstrationen der Bürgerrechtler über den Fall der Mauer bis zur Wiedervereinigung. Auf dem Alexanderplatz gab es am 4. November 1989 eine der größten Massendemonstrationen von DDR-Bürgern mit zahlreichen prominenten Rednern.

Steinmeier erinnerte an die gefälschten Kommunalwahlen vom 7. Mai 1989, die vor genau 20 Jahren heftige Proteste auslösten. «Die DDR war am Ende, weil der Bürgersinn sie besiegte.» Wowereit dankte den Bürgerrechtlern. «Sie haben es geschafft, die Mauer zu Fall zu bringen.» Neumann bezeichnete die Ausstellung als «Chronik von anderthalb Jahren, die nicht nur Berlin und Deutschland, sondern die ganze Welt verändert haben».

Bis zum 14. November ist die deutsch- und englischsprachige Schau mit dem Titel «Friedliche Revolution 1989/90» täglich rund um die Uhr kostenlos zu sehen. Neben der Weltzeituhr werden mehr als 700 Fotos und Dokumente gezeigt. Ein Rahmenprogramm mit Führungen, Exkursionen und Filmen richtet sich besonders an Jugendliche.

Am 7. Mai 1989 hatten Bürgerrechtler bei den DDR-Kommunalwahlen erstmals Wahlfälschungen publik gemacht. Das Unrechtssystem sei damals «für immer mehr Menschen immer durchschaubarer» geworden, sagte die Bundesbeauftragte für die Stasiunterlagen, Marianne Birthler, im Deutschlandfunk. Das Bekanntwerden der Fälschung habe «am Lack der SED gekratzt». Sie selbst habe damals an der Wahl teilgenommen und sich vorher informiert, wie man mit «Nein» stimmt, sagte Birthler. Dafür musste damals jeder einzelne Name auf dem Stimmzettel durchgestrichen werden. Viele Oppositionelle hätten sich verabredet, um die Auszählung der Stimmzettel zu beobachten.

Open-Air-Ausstellung: Friedliche Revolution 1989/90

 

Die Open-Air-Ausstellung erzählt von der Friedlichen Revolution und ihren Akteuren. 1989 erwachen viele Ostdeutsche aus dem verordneten Zwangsschlaf, überwinden ihre Angst und nehmen ihre Geschicke selbst in die Hand.

Ausgehend von wenigen Personen werden die oppositionellen Aktivitäten schnell zu einer breiten Volksbewegung. Immer mehr Menschen wehren sich gegen Hoffnungslosigkeit, Verfall und Stillstand in der Gesellschaft, fordern Reisefreiheit und freie Wahlen. Bürgerbewegungen und Parteien gründen sich. Hunderttausende gehen mutig auf die Straße. Die kommunistischen Machthaber können nur noch hilflos reagieren. Während ein Teil der Bevölkerung die DDR reformieren will, stimmt ein anderer Teil mit den Füßen ab und verlässt das Land. Zusammen beseitigen sie die Diktatur der SED, zwingen Staatspolitiker zum Handeln und schreiben Geschichte. Die Menschen entwickeln ein neues Lebensgefühl. Sie verändern ihr Land und spüren dies drastisch. Die Ausstellung dokumentiert diese spannende Zeit und lädt zur Diskussion über das Ergebnis ein.

Öffnungszeiten:

7. Mai bis 14. November 2009

tälich von 0 bis 24 Uhr

Alexanderplatz, neben der Weltzeituhr

 

Freier Eintritt.

 

Die Ausstellung ist zweisprachig (deutsch und englisch).

 

www.mauerfall09.de

 

Eröffnungsprogramm vom 7. bis 10. Mai

Donnerstag, 7. Mai
14-18 Uhr: Führung - stündlich kostenlose Führungen: Treffpunkt Infopavillon
19 Uhr: Konzert - Renft - Die legendäre Band aus dem Osten
21 Uhr: Open-Air-Kino "Wir sind das Volk – Liebe kennt keine Grenzen" (Deutschland 2007, TV Spielfilm)

Freitag, 8. Mai

10-18 Uhr: Führung - Stündlich kostenlose Führungen: Treffpunkt Infopavillon
19 Uhr: Konzert "Kamen wir ans andere Ufer?" Ein Abend streitbar und lebendig: Freya Klier liest. Stephan Krawczyk singt.
20 Uhr: Kurzfilme und Interviews "Rebellion gegen die Enge - die subversive Kraft der Musik" - Filmreihe "20 Jahre Mauerfall: Geteilte Vergangenheit – Gemeinsame Geschichte" in Kooperation mit  Progress Film-Verleih.
21 Uhr: Open-Air-Kino "flüstern und SCHREIEN" DDR 1988, Dokumentarfilm Regie: Dieter Schumann

 

Sonnabend, 9. Mai
10-20 Uhr: Führung - stündlich kostenlose Führungen: Treffpunkt Infopavillon
13 -21 Uhr, zu jeder vollen Stunde: Lesemarathon - Schriftsteller, Historiker und Journalisten lesen und signieren ihre aktuellen Bücher
13 Uhr   Jens Schöne – "Die Friedliche Revolution – Berlin
             1989/90. Der Weg zur Deutschen Einheit."
14 Uhr   Hubertus Knabe – "Honeckers Erben. Die Wahrheit
             über DIE LINKE."
15 Uhr   Hendrik Grimmling – "Die Umerziehung der Vögel.
             Ein Malerleben."
16 Uhr   Hans Otto Bräutigam – "Ständige Vertretung"
17 Uhr   Peter Wawerzinek – "Mein Babylon"
18 Uhr   Uwe P. Richter – "Fluchten"
19 Uhr   Ilko-Sascha Kowalczuk – "Endspiel"
20 Uhr   Kathrin Schmidt – "Du stirbst nicht"
In Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit
21 Uhr: Open-Air-Kino - "Sonnenallee" Deutschland 1999, Spielfilm Regie: Leander Haussmann.

Sonntag, 10. Mai
10–20 Uhr: Führung - stündlich kostenlose Führung: Treffpunkt Infopavillon
13-21 Uhr zu jeder vollen Stunde: Lesemarathon - Schriftsteller, Historiker und Journalisten lesen und signieren ihre aktuellen Bücher
13 Uhr   Burkhard Olschowsky – "Einvernehmen und Konflikt"
14 Uhr   Erhart Neubert – "Unsere Revolution"
15 Uhr   Barbara Bollwahn – "Der Klassenfeind und ich"
16 Uhr   Wolfgang Templin – "Farbenspiele – Die Ukraine
             nach der Revolution in Orange"
17 Uhr   Jana Hensel – "Norddeutsche Mädchen"
18 Uhr   Christhard Läpple – "Verrat verjährt nicht.
             Lebensgeschichten aus einem einst geteilten Land"
19 Uhr   Cornelia Schleime – "Weit fort"
20 Uhr   Susanne Schädlich – "Immer wieder Dezember"
In Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit
21 Uhr: Open-Air-Kino - "Solo Sunny" DDR 1979, Spielfilm Regie: Konrad Wolf / Wolfgang Kohlhase.

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