BERLIN
04.06.2009

10.06.2009 | Berlin (dpa)
Diskussion um Harald-Juhnke-Platz
In der Berliner Politik gibt es Bestrebungen, einen Platz nach dem Schauspieler Harald Juhnke zu benennen. Die kulturpolitische Sprecherin der Grünen, Alice Ströver, hält dafür einen Platz vor dem Neubau des Ku-Damm-Karrees für geeignet, berichtet die «Berliner Morgenpost» (Mittwoch). Diesen Ort oder den Platz vor dem Renaissance-Theater favorisiert auch der CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzende Frank Henkel. Auch die SPD will Juhnke, der 2005 starb, würdigen. Straßen in Charlottenburg-Wilmersdorf dürfen laut Beschluss aber zunächst nur nach Frauen oder Widerstandskämpfern benannt werden. Juhnke wurde heute (Mittwoch) vor 80 Jahren geboren.
04.06.2009 | Berlin (dpa)
Verein: Abriss der Kudamm-Bühnen nicht genehmigen
Der Abriss der Komödie und des Theaters am Kurfürstendamm darf nach Ansicht des Vereins «Rettet die Kudamm-Bühnen» von der Baubehörde nicht genehmigt werden. Vielmehr sollte die Behörde den irischen Investor Ballymore davon überzeugen, «dass die Erhaltung der beiden historischen Theater in seinem wohlverstandenen Eigeninteresse an der Attraktivität seiner Immobilie liegt», betonte der Verein mit Otfried Laur von der Theatergemeinde und dem Schauspieler Hans-Jürgen Schatz an der Spitze am Donnerstag in einer Presseerklärung.
«Berlin darf die beiden Theater aus der glanzvollen Epoche der 20er Jahre, die auch heute mit 220 000 Besuchern pro Jahr besucht sind, nicht zerstören lassen, zu viel hat die Stadt schon von ihrem Erbe verloren», heißt es in der Erklärung. «Die Theater sind Orte des großen klassischen und unterhaltenden Theaters der Nachkriegszeit gewesen. Sie besitzen etwas, was man nicht "nachbauen" kann: Tradition.»
Mit dem Investor, der das Kudamm-Karree mit den beiden Bühnen für 500 Millionen Euro völlig umbauen will, finden zur Zeit Gespräche über die Baugenehmigung statt. Im Zuge des umfassenden Umbaus des Einkaufszentrums sollen beide Bühnen abgerissen und dafür «ein neues Theater im alten Stil», wenn auch mit einem verringerten Platzangebot, gebaut werden. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte zuletzt vor einer «Hängepartie» in dieser Frage gewarnt. Man müsse bald zu einer Grundsatzentscheidung kommen, da das Umfeld des Kudamm-Karrees in einem katastrophalen Zustand sei.
In einer jetzt veröffentlichten Antwort des Senats auf eine Anfrage der Grünen-Kulturpolitikerin Alice Ströver hatte Kulturstaatssekretär André Schmitz betont, der Senat befürworte «grundsätzlich den Erhalt beider Kudamm-Bühnen». Er habe gegenüber den wechselnden Eigentümern des Kudamm-Karrees stets deutlich gemacht, «dass dieser wichtige Theaterstandort im Herzen des Westteils der Stadt erhalten bleiben sollte».
Gleichzeitig wies Schmitz aber auch darauf hin, dass Theaterleiter Martin Woelffer sein grundsätzliches Einverständnis zum Neubau eines modernen Theaters gegeben habe. Das Land Berlin sei zudem an einer Aufwertung des Kudamm-Karrees interessiert. Der Senat gehe davon aus, «dass darüber auch Einvernehmen mit dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hergestellt wird».
Der Verein «Rettet die Kudamm-Bühnen» nennt die Haltung des Senats «widersprüchlich». Die Forderung nach Erhaltung der Bühnen und der geplante Neubau nur eines Theaters nach Abriss der historischen Theaters lasse sich nicht miteinander in Einklang bringen. Zudem stehe die Rentabilität des Kudamm-Karrees einem Fortbestehen beider Bühnen nicht entgegen. «Hier muss der Investor umdenken.»




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