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BERLIN

 

14.06.2009

SCHWEINGRIPPE IN BERLIN   |   INFOS & TIPPS   |   FRAGEN & ANTWORTEN FÜR BERLIN   |   CHRONOLOGIE


 

+ + + INFORMATIONS-HOTLINES ZUR SCHWEINEGRIPPE + + +

 

Robert-Koch-Institut (RKI) Tel. 030/18754416 (Montag bis Donnerstag 8 bis 18 Uhr)

Bundesgesundheitsministerium Tel. 01805/996619 (Montag bis Donnerstag 8 bis 18 Uhr, Freitag 8 bus 12 Uhr)

 


14.06.2009 | Berlin (dpa)

Erster Todesfall nach Schweinegrippe in Europa | Weitere Schweinegrippe-Fälle in Berlin

 

Das erste Todesopfer der Schweinegrippe in Europa ist eine Mutter aus Schottland. Die 38-jährige Frau hatte erst vor zwei Wochen ein Frühchen zur Welt gebracht - fast drei Monate vor dem eigentlichen Geburtstermin.

 

Das Baby hat sich aber vermutlich nicht mit dem Virus angesteckt. Nach Angaben des Krankenhauses hatte die Frau auch andere Gesundheitsprobleme. Sie war am Sonntag an dem veränderten H1N1-Virus gestorben und war damit der erste Patient, der außerhalb des amerikanischen Kontinents der Krankheit erlag. Behörden warnten jedoch vor Panik. Obwohl weitere Todesfälle zu erwarten seien, sei das Erkrankungsrisiko nicht gestiegen.

 

Das Baby kam in der 29. Woche zur Welt - elf Wochen zu früh. Unklar war allerdings, ob die Krankheit der Mutter die Frühgeburt eingeleitet hatte, oder ob die Ärzte das Kind absichtlich früher auf die Welt geholt hatten. Die Frau war eine von zehn Patienten, die im Royal Alexandra Hospital in Paisley nahe Glasgow wegen der Schweinegrippe behandelt worden waren.

 

Ihre Familie war erschüttert. Die 38-Jährige, die zwei weitere Kinder hatte, sei seit einiger Zeit im Krankenhaus gewesen, teilten die Angehörigen am Montag in Glasgow mit, «aber nichts kann einen auf so eine erschütternde Nachricht vorbereiten». Ein Familienfreund erklärte, alle hätten gehofft, dass sie es schafft. Ihr Tod sei «eine Tragödie», das Baby müsse nun ohne Mutter aufwachsen.

Großbritannien ist das Land, in dem bisher die meisten Schweinegrippefälle in Europa gemeldet wurden. Derzeit sind es mindestens 1261 Fälle, davon rund 500 in Schottland. In Europa sind nach EU-Zahlen bislang mehr als 2200 Infektionen registriert. In Deutschland sind es nach Daten des Robert Koch-Instituts 172, davon allein in Nordrhein-Westfalen 78. Auf dem amerikanischen Kontinent starben dagegen bereits 164 Menschen, die meisten davon in Mexiko (109 Tote) und in den USA (45 Tote).

 

Der Tod eines Patienten in Europa sei «früher oder später zu erwarten» gewesen, sagte der Bakteriologe Hugh Pennington von der Universität Aberdeen. «Das heißt nicht, dass das Virus gefährlicher wird.» Eine entscheidende Rolle habe in diesem Fall gespielt, dass die Frau schon zuvor Gesundheitsprobleme gehabt habe. Der Virologe John Oxford betonte, die Menschen sollten nicht in Panik verfallen. «Die Chancen, sich das Virus einzufangen, sind gering.» Eine Welle von Erkrankungen erwarten Experten im Herbst, wenn die reguläre Grippesaison beginnt.

 

Die schottische Gesundheitsministerin Nicola Sturgeon sagte: «Der Todesfall ist zwar tragisch, aber ich möchte betonen, dass die Mehrzahl derjenigen, die H1N1 haben, relativ milde Symptome aufweisen.»

Der Virologe Prof. Peter Wutzler vermutet bei der Schweinegrippe eine sehr hohe Dunkelziffer, da eine Infektion oftmals ohne oder nur mit geringen Symptomen verlaufe. Das sei in gewissem Sinne sogar ein Vorteil: «Die Ausbreitung ohne Symptome wird auch zur Durchimmunisierung der Bevölkerung führen.» Wenn dann viele Menschen immun seien, könne das Virus keine besonders gefährliche Seuche mehr in Europa auslösen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

 

Nach Auskunft der Bayerischen Gesellschaft für Immun- und Tropenmedizin, ist die Gefahr einer Ansteckung bei Jüngeren größer als bei Älteren. Dies liege wahrscheinlich daran, dass sich Ältere im Laufe ihres Lebens schon mit vielerlei Grippeviren angesteckt hätten. Außerdem seien sie öfter gegen Grippe geimpft worden. Die jungen Körper seien aber gesünder und könnten das Virus so besser abwehren.

 

In der vergangenen Woche hatte die WHO die Schweinegrippe zur Pandemie erklärt und die höchste Alarmstufe sechs ausgerufen. Weltweit haben sich seit Ende April laut EU-Seuchenbehörde fast 37 000 Menschen mit dem neuen H1N1-Virus infiziert.


15.06.2009 | Berlin (dpa)

Weitere Schweinegrippe-Fälle in Berlin

In Berlin sind zwei weitere Fälle von Schweinegrippe bestätigt worden. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl auf drei, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Montag mitteilte. Demnach wurde das Virus nun auch beim Lebensgefährten einer 23-Jährigen aus Treptow-Köpenick festgestellt, die am Wochenende die erste Berliner Patientin mit der «Neuen Grippe» war. Der Mann habe leichte Symptome wie Unwohlsein und Kopfschmerzen. Der dritte Patient ist ein 30-jähriger Berliner, der vor gut einer Woche von einer Rumänienreise zu seiner Freundin in Brandenburg zurückgekehrt war.

Die Berliner Infektionsschutzbeauftragte, Marlen Suckau, rechnet nach eigenen Worten mit weiteren Fällen in Berlin. Sie fügte hinzu: «Es ist empfehlenswert, jetzt verstärkt Hygienemaßnahmen wie häufiges Händewaschen und Niesen in den Ärmel zu beachten.»

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