BERLIN
18.06.2009

18.06.2009 | Berlin (dpa)
Studenten tragen Protest in Banken am Kurfürstendamm
Am vierten Tag des «Bildungsstreiks» ist es in Berlin zur Konfrontation zwischen Polizei und Studenten gekommen. Stundenlang war eine Filiale der Deutschen Bank am Wittenbergplatz blockiert worden, in der die Polizei etwa 50 Studenten festgesetzt hatte. Sie forderten dort mehr Geld für Bildung. Bis zu 500 Mitstreiter protestierten mit Sitzblockaden auf dem Tauentzien. Gegen Abend trugen die Beamten zahlreiche Demonstranten beiseite, dabei kam es vereinzelt zu Faustschlägen gegen Studenten. Die 50 Studenten in der Bank durften das Institut verlassen, die Bank hat gegen sie Anzeige wegen Hausfriedensbruchs erstattet.

Am Nachmittag hatten sich hunderte Studenten auf Kurfürstendamm und Tauentzien ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei geliefert; sie hatten symbolische Überfälle angekündigt und eilten ausgehend von einer Filiale der Hypo Real Estate von Bank zu Bank. Die Polizei versuchte, schneller zu sein und die Banken abzuriegeln, was nicht in jedem Fall gelang. An der Deutschen Bank gegenüber des KaDeWe eskalierte die Stimmung. Die Polizei drohte mehrmals mit gewaltsamer Räumung der Straße. Studenten skandierten: «Marionetten, ha, ha, ha - für die Banken seid Ihr da.»
Die Demonstranten waren mit großen symbolischen Schecks zu den Banken vorgedrungen und hatten damit Rettungspakete für die Bildung und mehr Geld für Kitas, für Schulen und Hochschulen gefordert. «Bei den Banken sind sie fix, für die Bildung tun sie nichts», kritisierten sie in Sprechchören die staatlichen Rettungspakete für angeschlagene Banken.

Die Auftaktkundgebung vor der Hypo Real Estate hatte der Professor der Freien Universität Peter Grottian angemeldet. Er redete per Megafon mehrmals mäßigend auf die aufgebrachten Studenten ein. «Lasst Euch das, was ihr mit Eurem Bildungsstreik erreicht habt, nicht durch Prügelbilder kaputt machen», appellierte er an die Studenten. Bereits am Mittwoch hatten tausende Studenten in Berlin für bessere Studienbedingungen demonstriert und damit bundesweit Aufsehen erregt.
Bei der Auftakt-Kundgebung am Donnerstag in Berlin rief die stellvertretende ver.di-Bundesvorsitzende Margret Möning-Raane die Studenten auf, weiter für ein besseres Bildungssystem zu kämpfen. «Wir hoffen, dass aus diesem Neufang eine Bewegung wird, die nicht nach einer Woche aufhört.» Planmäßig endet der «Bildungsstreik» an diesem Freitag. Die Studenten wollen dann unter anderem den Tagunsgort der Kultusministerkonferenz am Tiergarten während des Treffens der Minister umzingeln.
www.bildungsstreik-berlin.de





Kommentare