BERLIN
22.06.2009

22.06.2009 | Berlin (dpa)
Prozess gegen Landowsky und weitere Ex-Bankmanager
Der letzte große Prozess gegen frühere Manager der Berliner Bankgesellschaft ist am Montag gleich nach Beginn mehrmals unterbrochen worden. Unter den zwölf Angeklagten ist auch der damalige CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky, der wegen der Bankenaffäre 2001 seine Ämter verlor. Den früheren Mitgliedern von Vorständen und Aufsichtsräten wird schwere Untreue vorgeworfen. Die Verhandlung wurde wegen Befangenheitsanträgen gegen das Gericht unterbrochen. Bislang wurden die Anklagen noch nicht verlesen. Es wird mit einem langwierigen Verfahren gerechnet.
In dem Prozess geht es um Immobilienfonds der damaligen Bankgesellschaft, die den Anlegern große Steuervorteile versprachen und gleichzeitig hohe Renditen für 25 Jahre garantierten. Es soll ein Schaden von mehr als 58 Millionen Euro für die Bank und damit auch für das Land entstanden sein.
Bereits im März 2007 war Landowsky (66) nach einem 20 Monate langen Prozess zu einer Bewährungsstrafe von 16 Monaten verurteilt worden. Damals ging es um Untreue bei der Vergabe von Millionenkrediten an den Immobilienkonzern Aubis. Im Gegensatz zu dem ersten Prozess war das öffentliche Interesse an dem Prozessauftakt am Montag geringer.
Indes rechnete der Berliner SPD-Parlamentarier Frank Zimmermann damit, dass der Prozess endgültig Aufklärung über die verlustreichen Geschäfte zu Lasten des Landes bringt. Zimmermann, der im
Abgeordnetenhaus Vorsitzender des Untersuchungsausschusses zur Bankenaffäre war, wies in einem Radiointerview auf die Parallelen zwischen der früheren Krise der Landesbank Berlin und der weltweiten Bankenkrise hin. Es sei aber offenbar nicht möglich gewesen, auf seriösem Wege die große Nachfrage nach Kapitalanlagen zu befriedigen.




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